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Schütt am Opferteich eingeweiht

12. Oktober 2022 von Klaus Hennemann

Im Bild vo.li.: Ortsheimatpfleger Werner Wanders, Dieter Holtheuer, Franz Kunzelmann und Christoph Zeppenfeld, rechte Seite am Schütt: Ortsvorsteher Martin Beudel, Jürgen Jennebach und der Kreisheimatpfleger Norbert Dodt.

Am Samstag Nachmittag fand die Einweihung des Schütt am Opferteich statt.

Martin Beudel eröffnete mit einer kurzen Begrüßung die Gäste, unter denen sich auch der Kreisheimatpfleger Norbert Dodt eingefunden hatte. M. Beudel dankte unserem Ortsheimatpfleger Werner Wanders, (Bild links) der von der Idee über die Planung und Durchführung die gesamte Ausführung des Projektes in seinen Händen hatte. Das wirklich gut gelungene Projekt, einen Schütt nachzubauen um der Nachwelt dieses in früheren Jahren wesentliche Bauteil zur Milchwirtschaft anschaulich zu zeigen, sei schon etwas besonderes. Diese Nachbildung wurde über den Westönner Bach installiert, dessen ursprünglicher Verlauf im Bereich des Opferteiches von einigen Jahren wieder ein Stück weit sichtbar gemacht wurde.

Bei der Errichtung des Bauwerkes sind die Sicherheitsaspekte ebenso berücksichtigt worden wie auch die nahezu originalgetreue Nachbildung, die an Stelle von Stahl hier in Holz gebaut wurde. Martin Beudel als Ortsvorsteher, hatte sich um die Genehmigung zur Errichtung bei der Stadt Werl eingesetzt. Ebenso hat er wie auch Franz Kunzelmann bei der Errichtung und beim späteren Aufstellen mit Hand angelegt. Am Schütt ist ein Hinweisschild angebracht, auf dem die Notwendigkeit und die Funktion dieses Schütt erklärt wird.

Was ist nun ein Schütt? Hierzu übernehmen wir den Originaltext von der Hinweistafel, die ebenfalls vom Ortsheimatpfleger Werner Wanders erstellt wurde.

Bewässerungsschleuse – Schütt

Früher muteten die nördlichen Teile der Westönner Flur an der Grenze nach Lohe und Bergstraße wie eine holländische Landschaft an.

Bäche, Wiesen und Weidekoppeln, malerisch von Pappeln und Kopfweiden umsäumt, gaben ihr das Gepräge. Doch hat sich dieses Bild in den vergangenen Jahren gewandelt, weil die Umstrukturierung der bäuerlichen Betriebe anhielt.

Im Zuge der Spezialisierung der Landwirtschaft ging die Kuhhaltung bei den hiesigen Bauern immer mehr zurück. Die Höfe mit Milchvieh sind aus dem Dorfbild verschwunden, es gibt sie nicht mehr.

So wurden die Wiesen und Koppeln weitgehend überflüssig und nach und nach umgebrochen. Angefangen hatte diese Entwicklung bereits nach 1945, als der Baron von Papen-Lohe viele seiner Wiesen, die bis dahin von Bauern gepachtet waren, umpflügte und in einträgliches Ackerland änderte.

Seitdem prägen Getreide-, Rüben-und Kappesfelder die Landschaft.

Auch die eisernen Zeugen, die sogenannten Schleusen (Schütt), die man früher in regelmäßigen Abständen in die Bäche einbaute, wurden Opfer der Umstellung.

Erklärung zum Schütt:

An einem stabilen Eisengerüst hängt ein in der Höhe verstellbares Schütt, mit dem man die Bachläufe stauen konnte. Im Frühjahr ließen die Bauern das Schütt (die Sperren) herunter, so dass das Wasser über die Ufer trat und die anliegenden Wiesen überschwemmte. So wuchs in den feuchten Niederungen das Gras gut heran und lieferte zweimal jährlich eine einträgliche Heuernte.

Bei der Bewässerung galt eine strenge Rangordnung, diese wurde vom Flurschütz streng kontrolliert. Erst kamen die Besitzer der größeren Höfe, dann die der kleineren an die Reihe. Da im Laufe der Zeit die verrosteten Wassersperren verfallen sind, wird sich kaum noch ein Dorfbewohner an dieses Schleusenrecht erinnern.

Mit dieser Anlage möchte der Ortsheimatpfleger mit Unterstützung des Vereins – Gemeinsam für Westönnen – an die alte Schleusenwirtschaft erinnern.

Westönnen im September 2022

Ein letztes nicht frei zugängliches Schütt haben wir noch auf Westönner Boden stehen. Im Nachbau am Opferteich ist zu sehen, wie die als Vorbild genutzten Schütte gebaut waren. Hier musste eine Spindel zum öffnen und schließen gedreht werden. Am rechten Lauf ist die Kette erkennbar, die an der Spindel hängt.

Kategorie: Allgemein, Gemeinsam für Westönnen, Geschichte, Historie, Hobby, Natur Stichworte: Bewässerungsschleuse, Gemeinsam für Westönnen, Opferteich, Ortsheimatpfleger, Schütt

Vor 50 Jahren: PATER PAULUS LUIG (+)

23. Juli 2022 von Dieter Holtheuer

Heute vor 50 Jahren, am 23. Juli 1972, verstarb in Sao Paulo in Brasilien Pater Paulus Luig.

Pater Paulus war ein Sohn Westönnens und stammt von einem noch heute bestehenden Bauernhof. Seine Eltern Christian Luig gt. Kaune und Maria Katharina Hünnies bewirtschaften den alten Hof in der Hohlestraße. Am 26. Juli 1881 heirateten sie und Pater Paul wurde am 17. Juni 1885 als drittes Kind und dritter Sohn geboren. Er wurde auf den Namen Wilhelm getauft.

Alles weitere erfahren Sie aus dem hochinteressanten Beitrag von Wilfried von Rüden (+) im Soester Heimatkalender von 2003 und einen Bericht der lokalen Presse vom Juli 1972.

Quelle: Soester Heimatkalender 2003

Kategorie: Allgemein, Gemeinde, Geschichte Stichworte: Brasilien, Heimatkalender, Pater Paulus Luig, Wilfried von Rüden

HEXEREI IN WESTÖNNEN

4. Juni 2022 von Dieter Holtheuer

Anfang des 17. Jahrhunderts, von ca 1600 bis 1616, war Paul Mecklerus (Paulus Meclearius) Pfarrer der St. Cäcilia Gemeinde Westönnen. Leider sind aus dieser Zeit die Urkunden und Akten recht spärlich, so dass wir nur wenige Informationen aus dem Leben des Pfarrers haben.

Zur Zeit sind uns aus den Archiven in Münster und Köln, sowie aus der Literatur folgende Daten bekannt. Im sauerländischen Grevenstein ist Paul Mecklerus um 1570 geboren. Studiert hat er in Münster und erhielt dort auch die Tonsur und die Minores, also die niedrigen Weihen, sowie die Subdiakonatsweihe am 8. März 1596; die Diakonatsweihe folgte am 30. März 1596. Zur Priesterweihe gab es keine Hinweise aus Münster, vermutlich fand diese in Köln statt.

Aus den Weiheregistern des Bistums Münster 1593 bis 1674; von Wilh. Kohl, Münster 1991; geht hervor, dass Paul Mecklerus 1600 Pfarrer zu Busdorf in Paderborn und 1624 schließlich Pfarrer in Salzkotten war. Laut Rudolf Preising in seiner Schrift „Westönnen, Geschichte eines Kirchspiels und seiner Höfe im Kurkölnischen Amte Werl“ Münster 1977, war er Pfarrer in Westönnen von 1600 und 1616. Hierzu mein Beitrag bei WESTÖNNEN ONLINE vom 17. Februar 2005 „Ein neuer Westönner Pfarrer 1600“.

Was hat die ganze Geschichte nun, wie im Titel genannt, mit Hexerei zu tun?

Am 09. September 2012 habe ich bei WESTÖNNEN ONLINE folgenden Artikel veröffentlich: „Hexe Clara Fye und der Pfarrer von Westönnen“. https://www.westoennen.de/hexerei-in-westoennen/ Kurz zusammen gefasst handelte es sich um folgende Begebenheit: Der Westönner Pfarrer richtete 1616 einen Brief an den Rat und Bürgermeister der Stadt Sendenhorst im Münsterland. Er berichtete über eine Frau, Clara Fye mit Namen, aus Sendenhorst, die mit einem Mann aus Westönnen wegen „Freierei … im streite lag“. Die betreffende Frau wurde von dem Pfarrer quasi als „Hexe“ beschuldigt und angezeigt. Leider waren solche Beschuldigungen nicht nur grotesk, sie konnten für die Betroffenen tödlich sein.

Nun wurde in einer Schrift aus dem Stadtarchiv Soest ein zweites Ereignis zu diesem Thema entdeckt. Aus dem Schriftband:

Ludwig Rademacher: „Annales oder Jahr-Bücher der Ur-alten und weitberühmten Stadt Soest.“ Herausgegeben von Gerhard Köhn; Band 3 Stadtarchiv Soest 1999

erfahren wir:

Anno 1603

7. April ist ein hiesiger Soester Bürger, in der Sandwelle wohnend, den einige Lips Cassate, andere Floing nennen, mit seinen zwei leibhaft vom Teufel bessenen Töchtern nach Westönnen gelaufen und von dem Pfaffen daselbst bannen lassen. Der Exorzista tät sein Bestes und plagte den armen Teufel so lange bis er versprach, er wolle ausfahren, wenn ihm nur in des Mädchens Lumpen zu bleiben erlaubt sei. Er war des zufrieden, sagte: „Halt Gast die begehrten Lumpen, aber packe dich nun auch“. Diese Worte waren kaum gesprochen, so drehte der Teufel dem Mädchen, so auf dem Altar lag, den Hals um und sagte unter Anhören vieler Zuschauer: „Nun bin ich wieder in die alten Lumpen gefahren“.

Als der tote Körper zur Stadt gebracht, ließ Magistratus befehlen, ihn nicht auf dem alten Kirchhof, sondern draußen ohne Klang und Gesang zu verscharren. Der Vater, weil er wider des Rates Verbot und des Ministerii Warnung obiges tentiert, wurde mit Weib und Kindern aus der Stadt verwiesen.

Nach dieser Geschichte sind zum Stichwort „Exorzismus“ einige Erklärungen nötig. Exorzismus = Beschwörung und meint die Abwehr von Dämonen, ein im Namen Gottes an den Teufel gerichteter Befehl, Menschen oder Gegenstände zu verlassen bzw. sie in Ruhe zu lassen. Vollmacht und Exorzismus stammen von Christus. (Mk 1,25)

Der Exorzismus wurde meist von Priestern vorgenommen, die in der 3. Stufe der 4 niedrigen Weihen, einer Durchgangsstufe zur Priesterweihe entsprechend unterwiesen wurden. Die Beschwörung des Teufels sollte möglichst in der Kirche vollzogen werden. Dies erklärt auch, warum das Mädchen in der Westönner Kirche auf dem Altar(tisch) lag. Leider ist hier die Teufelsbannung, wie der Text von 1603 zeigt, nicht gelungen.

Die Hexenverfolgung war, anders als viele Menschen meinen, kein Phänomen des Mittelalters, sondern der Frühen Neuzeit.

Allein im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation fielen ihr mindestens 25.000 Menschen zum Opfer. Zu den frühen Gegnern der Hexenverfolgung zählte der Jesuit Friedrich Spee (1591-1635). Er hatte wesentlichen Anteil am Ende der Hexenverfolgung.

Hinweis: „Du Hexe! Opfer und ihre Häscher“

Unter diesem Titel zeigt das Sauerland Museum Arnsberg zurzeit eine Sonderausstellung, die mehr als ein Rückblick auf die Hexenverfolgung im Herzogtum Westfalen ist. (bis September 2022)

Quellangaben

“ Titelblatt der Schrift:  Gerichtsbarkeit im kurkölnischen Sauerland“                

Herausgeber: 1984 Schieferbergbau-Heimatmuseum Schmallenberg-Holthausen

Bildquelle: aus dem o.g. Buch Gerichtsbarkeit im kurkölnischen Sauerland, Titelbild und aus S. 243

Kategorie: Allgemein, Aus alten Tagen, Geschichte, Historie Stichworte: Archiv, Hexerei, Mecklerus

Fußwallfahrt der kfd Westönnen 2022

5. Mai 2022 von Dieter Holtheuer

Wie in jedem Jahr ist die kfd-Westönnen Anfang Mai ihre traditionelle Wallfahrt nach Werl gegangen. Es war die erste Wallfahrtsgruppe, die nach der offiziellen Eröffnung der Wallfahrtszeit am 01. Mai nach Werl pilgerte.

Die Westönner Frauengruppe wurde vom Wallfahrtsleiter Dr. Gerhard Best mit herzlichen Worten empfangen. Auch das festliche Hochamt und die anschließende Andacht hielt Dr. Best. Mit dem feierlichen Schlußsegen entließ er die Pilgerinnen auf den Rückweg nach Westönnen.

Anmerkung: Am 29. Mai 1945 wallfahrtete die Westönner Frauengemeinschaft, mit 230 Teilnehmerinnen, zum ersten Mal wieder nach dem Krieg, zur „Mutter der Betrübten“.

Kategorie: Gemeinde, Geschichte, KFD, Kirche Stichworte: Basilika, kfd, Kirche, Wallfahrt

Vor 100 Jahren – Auch 1921 gab es schon Vandalismus

26. November 2021 von Alfred Risse

Auch vor hundert Jahren gab es in unserem Dorf schon groben Unfug. Dies berichtete der Soester Anzeiger in einem Artikel vom 23. November. Verschiedenen Landwirten wurde dabei ein erheblicher Schaden zugefügt. Beim Landwirt und Vorsteher S., vermutlich Sasse, wurden an einem Wagen, der mit Runkeln beladen auf dem Hof stand, wurden die Verschlüsse an den Radnaben entfernt. Beim Transport der Runkeln zum Bahnhof brach der Wagen dann zusammen.

Vom Hof des Landwirts G. wurde ein Wagen vom Hof geholt und in den Dorfbach gefahren. Ebenfalls wurde ein Wagen von Landwirt Sch. in den Bach geschoben. Beim Landwirt E.Sch. (Ebell-Schulte?) wurden zwei gemauerte Torpfeiler und das Tor selbst zerstört. Anscheinend gab es aber Hinweise zu den möglichen Tätern.

Kategorie: Allgemein, Geschichte, Historie

Vortrag über das Rittergut Westönnen

23. November 2021 von Ursula Schlünder



In der vergangenen Woche fand im Christophorusheim in Westönnen ein interessanter
Vortrag des Neuen Heimat- und Geschichtsvereins statt.

Zahlreiche Besucher waren gekommen, um von Martin Hufelschulte und Ursula Schlünder
mehr über die Geschichte der Westönner Burg zu erfahren. In einer kurzweiligen
Powerpoint-Präsentation wurde vom alten Rittergut Westönnen erzählt. Dabei kamen
spannende Geschichten aus dem Leben der ehemaligen Bewohner, der Herren von Thunen
und der von Mengede, ans Tageslicht. Sogar von einem Mord war die Rede.

Durch Recherche in Kirchenbüchern und alten Archivakten konnte nun belegt werden, dass
die Burg tatsächlich durch Engelbert Theodor von Mengede im Jahre 1695 errichtet wurde.

  • Allianzwappen Mengede-Melschede

Die Familie von Mengede war mehr als zwei Jahrhunderte Besitzer des Westönner
Rittergutes. Die Schulden der letzten Generationen führten aber am Ende zum Verkauf des
Gutes. Am Ende des Vortrags war natürlich der Geheimgang Thema – ein Rätsel, das unter den
Westönnern immer noch Anlass zu Spekulationen gibt. Einen Ausgang aus der Burg hat es
möglicherweise tatsächlich gegeben. Einiges deutet darauf hin. Ob es aber einen
unterirdischen Gang gegeben hat, der bis ins 2km entfernte Lohe führte, ist wohl eher
unwahrscheinlich. Aber wer weiß, ob man nicht eines Tages doch noch Hinweise darauf
findet… Es gibt noch viel mehr Interessantes zu berichten, das hätte jedoch am Vortragsabend den
zeitlichen Rahmen gesprengt. Daher wird Ursula Schlünder ihre Recherchen zur Burg und zur
Familie von Mengede demnächst in ausführlicher Form veröffentlichen.

Kategorie: Allgemein, Aus alten Tagen, Geschichte, Historie

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