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Startseite » Archive für Dieter Holtheuer

KASPAR TELGENBÜSCHER

30. Januar 2026 von Dieter Holtheuer

Beim Forschen und Ermitteln diverser Genealogien in den Westönner Kirchenbüchern wurde folgende, eine nicht alltäglichen Notiz gefunden.

In dem Kirchenbuch für den Eintrag der Todesfälle von 1808 – 1826 hat der damalige Pfarrer Bernhard Voss zwischen dem 15.03.1812 und 02.04.1812 folgenden Eintrag notiert:

„Im Jahre Christi achtzehnhundert und elf den siebzehnten

Oktober starb zu Talavera de la Reyna in Spanien der Füselier

Caspar, des Andreas Telgenbüscher, Eingessener und Leinenweber

zu Mawicke mit Anna Maria geborene Deutelhoff ehelich

erzeugter lediger Sohn, alt drei und zwanzig Jahr, fünf Monate

und acht und zwanzig Tage.“

Bernhard Voss Pfarrer

Caspar Telgenbüscher wurde am 20. April 1788, als Erstgeborener, von Andreas und Anna Maria Telgenbüscher in Mawicke geboren und einen Tag später in der Westönner Kirche getauft. Laut Kirchenbuch-Eintrag starb er am 17. Oktober 1811 als Füselier in der spanischen Stadt Talavera de la Reyna.

Füseliere waren ursprünglich mit einem Steinschloßgewehr bewaffnete Infanteristen.

Die Stadt Talavera de la Reyna liegt im Bezirk von Toledo und ca.100 Km süd-westlich von Madrid. Zwei Jahre vor Caspars Tod fand hier eine bedeutende Schlacht der Napoleonischen Kriege auf der iberischen Halbinsel statt. Sie war ein Teil des Spanienfeldzuges von Napoleon Bonaparte.

Man fragt sich nun, wie kam ein Mawicker Junge in Kriegsdiensten nach Spanien? Im Jahre 1803 wurde das Herzogtum Westfalen dem Großherzogtum Hessen zugeteilt und die vereinten Gebiete mussten dann Napoleons Rheinbund beitreten und dem Kaiser Truppen zur Verfügung stellen. So kam es, dass auf fast allen Kriegsschauplätzen Napoleons hessische und westfälische Soldaten zu finden waren.

Kategorie: Historie Stichworte: Geschichte, Historie

Eine Postkarte aus Frankreich

16. November 2025 von Dieter Holtheuer

Vor einiger Zeit konnte ich eine für Westönnen hochinteressante Postkarte aus Frankreich erwerben.

Es handelt sich um eine Karte, als Kriegsgefangenensendung vom Oktober 1916; also aus der Zeit des dritten Jahres des 1. Weltkrieges. Postalisch gestempelt in Westönnen am 16.10.1916. Die Karte zeigt auf der Bildseite das Foto einer Gruppe von Rotten- oder Gleisarbeitern.

Auf der Schriftseite ist nachstehender Text zu lesen:

Westönnen den 14/10.16
Lieber Bruder.
Die besten Grüße
sendet dir die
ganze Rotten
Arbeiter hoffent-
lich kennst ver-
schiedene. Es grüßt Mein
Christian Vatter
Sofi Bernhard Heini
Silga Theodor Losegf.
(quer: Auf Wiedersehen)
Kriegsgefangenensendung
Musketier
Philipp Draisbach
deutscher Kriegsgefangener
in Frankreich Infanterie
– Rgt. 57 9 ere Cie
Bureaer desnensei queusents
militaries an familles
Ministere de la Guerre
Paris

Philipp Draisbach war also als Soldat der deutschen Infanterie in französischer Gefangenschaft geraten. Diese hatte er offensichtlich überstanden, denn er wohnte später in Westönnen mit seiner Frau Theresia Elisabeth Korff in der Oststraße Nr. 59. Beide hatten am 27. November 1920 in der Westönner Pfarrkirche geheiratet.

Dem Paar wurden drei Kinder; 1922 Elisabeth, 1925 Anna Theresia und 1926 Franz Philipp; geboren. Die Mutter starb am 02. Februar 1968 in Westönnen.

Über den Tod von Philipp Draisbach berichtet Ferdinand Newe (+) 2010 in seinem Buch „GEGEN DAS VERGESSEN“:

Georg Philipp Draisbach Westönnen, geb. 22.04.1892 in Frankfurt, gest. 16.02.1945 nahe Hemmerde/Unna bei Luftangriff auf einen Zug.

Kategorie: Allgemein, Alte Bilder, Aus alten Tagen, Historie Stichworte: Kriegsgefangener

FRANZ XAVER LAUDAGE

20. Oktober 2024 von Dieter Holtheuer

In den Pfarrnachrichten der Propstei Werl (25.08.2024) stand: „Altargemälde aus Westönnen: Das Kreismuseum Wewelsburg plant für den Zeitraum vom 31.08. bis 03.11.2024 eine Sonderausstellung mit Werken von Malern aus dem Paderborner Land, die im 19. Jahrhundert an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert haben.

Zu diesen, heute meist völlig vergessenen Künstlern gehörte auch der gebürtige Bürener Franz Xaver Laudage (1821-1893). Angefragt wurde nun ob unsere Pfarrei für die Dauer der Ausstellung im Burgsaal der Wevelsburg zwei Gemälde Laudages verleiht, die unter der Orgelempore der Pfarrkirche St. Cäcilia in Westönnen angebracht sind. Es handelt sich um eine Mariendarstellung und eine Taufe Jesu durch Johannes den Täufer …“

Das Kreismuseum Wewelsburg wirbt für seine Sonderausstellung wie folgt:

„ VERGESSEN-VERKANNT? SCHÜLER DER DÜSSELDORFER KUNSTAKADEMIE AUS DEM PADERBORNER LAND IM 19. JAHRHUNDERT

Die Namen und Werke der Maler Friedrich Becker, Ludwig Erdmann, Friedrich Wilhelm Heithecker, Fran Xaver Laudage, Paul Graf von Merveldt, Franz Thöne und Max Todt sind heute nahezu unbekannt. Sie alle stammen aus dem Paderborner Land und haben im 19. Jahrhundert an der „Königlich-Preußischen Kunstakademie“ in Düsseldorf studiert, damals eine der international renommiertesten Ausbildungsstätten für bildende Künstler. Die Paderborner Maler nahmen an den epochalen Strömungen der Düsseldorfer Malschule in der religiösen Kunst (Nazarener), in der Porträt-, Historien-, Genre- und Landschaftsmalerei teil, doch im Gegensatz zu den Arbeiten vieler ihrer Mitschüler finden sich ihre Bilder nur selten in den Ausstellungsräumen und Magazinen von Museen und öffentlichen Sammlungen. Die Ausstellung im Burgsaal der Wewelsburg bietet die Möglichkeit zu ihrer Wiederentdeckung.“

WESTOENNEN-ONLINE hatte bereits am 22. Mai 2006 über den Künstler Franz Xaver Laudage und dessen zwei Ölgemälden in der Westönner Pfarrkirche ausführlich berichtet. Aus Anlass der Sonderausstellung in der Wewelsburg möchte ONLINE nun diesen Beitrag nochmals vorstellen.

Zwei alte Altarbilder (2)                                                                von Friedrich Schleep   22.05.2006                                                                                                                                                                        

Spurensuche:  Der Maler der zwei alten Altarbilder ist kein Unbekannter mehr

Am Karsamstag, dem 15.April 2006, fanden zwei alte Altarbilder, die viele Jahre auf dem Kirchenboden gelegen hatten, wieder einen angemessenen Platz in der Kirche. Im Internet wurde am 17.April 2006 darüber berichtet.                                                 

Propst Michael Feldmann war unzufrieden, weil die Bilder wohl mit den Jahreszahlen 1875 und 1876 gezeichnet waren und der Maler sich mit dem Namen F. Laudage vorstellte.


Wer ist oder wer war F. Laudage?
Er bat den Archivar Heinrich Josef Deisting um Hilfe. Deisting konnte schon bald helfen.
In den beiden Lokalzeitungen, dem Anzeiger und der Westfalenpost wurde darüber berichtet.
Ein Bericht aus der Westfalenpost vom 19. Mai 2006 wird an dieser Stelle stellvertretend in das Internet gestellt, um die Berichterstattung abzurunden und die Ergebnisse unseres Stadtarchivars festzuhalten.

Zwei alte Altarbilder (2)                                                                von Friedrich Schleep   22.05.2006                                                                                                                                                                        

Heinrich Josef Deisting recherchierte:                                                                      Johann Franz Xaver Laudage war der Künstler

WERL-WESTÖNNEN. Zum Osterfest 2006 wurden zwei alte Olgemälde nach erfolgter gründlicher Restaurierung unter der Orgelbühne wieder aufgehängt. Es handelt sich um die ehemaligen Altarbilder der 1875 errichteten beiden Seitenaltäre der Pfarrkirche St. Cäcilia.
Die Bilder sind rückseitig nur mit ,,F. Laudage“ bezeichnet. Eine vom Stadtarchivar angestellte Recherche hat nun erwiesen, dass der Paderborner Kirchenmaler Johann Franz Xaver Laudage der Maler der beiden Bilder ist.


Nach einer Quittung im Aktenband 7 des Westönner Pfarrarchivs unterschrieb der ,,Maler Laudage aus Paderborn“ am Freitag, dem 13.08.1875 (am 15.08. war Maria Himmelfahrt), für sein ,,Ölgemälde, Maria virg. Immac.“ 600 Mark erhalten zu haben.


Die Kassenanweisung hatte der damalige Westönner Kirchenvorstand unterschrieben:
Pfarrer Franz Mönnig (1814 -1894), Vikar Heinrich Kaiser (1837 – 1893) und der Landwirt Theodor Rienhoff aus Mawicke (1820 – 1904).
Johann Franz Xaver Laudage wurde am 12.05.1821 in der Bürener St. Nicolauskirche getauft. Seine Eltern waren der Schneider und Altsticker Meinolph Laudage (geboren ca. 1782) und dessen Frau Gertrud geb. Müntefering (geboren ca. 1786). Sie wohnten in Büren, Haus Nr. 172, zusammen mit dem ca. 1761 geborenen Schneider Theodor Müntefering, wohl dem Schwiegervater Laudages und dem achtjährigen Sohn Theodor. In späteren Jahren kamen noch weitere Kinder zur Welt.


Laudage blieb bis ca. 1852/ 58 in seiner Heimatstadt und zog dann nach Paderborn, wo ein katholischer Kirchenma1er sicher ein gutes Auskommen hatte, zumal wenn er – wie Laudage – ledig blieb. Franz Laudage starb am 11.03.1893 in der Bischofsstadt Paderborn.
Bei den wieder sichtbaren, inzwischen mehr als 130 Jahre alten Ölbildern handelt es sich um die Darstellung der Taufe Christi durch den hl. Johannes, über denen die Taube des Hl. Geistes schwebt, sowie um ein Bild der Gottesmutter Maria, die in barocker Manier, angetan mit dem blauen Himmelsmantel, von sieben Engeln (Putti) umschwebt, auf der Mondsichel im goldenen Schein des Himmels steht. Maria hält in ihrer rechten Hand eine weiße Lilie (lilium candidum), nicht wie kürzlich von uns geschrieben ,,einen Blütenzweig“.
Die Lilie, so Heinrich Josef Deisting, ist die bevorzugte Marienpflanze, nach dem Hohenlied ,,Lilium inter spinas“ – Lilie ohne Dornen. Hier steht die Lilie für die unbefleckte Jungfräulichkeit Mariens und damit ist das Bild eindeutig eine ,,Maria virginis immaculata“.

Kategorie: Allgemein Stichworte: Altarbilder, Kirchenbilder, Laudage

Leid und Zerstörung vor 80 Jahren

28. April 2024 von Dieter Holtheuer

So titelte der WERLER ANZEIGER in seiner Ausgabe am 19. April 2024.

Es jährte sich zum 80. Male der Bombenangriff auf die Stadt Werl. 132 Menschen verloren hierbei ihr Leben. Die Werler Kreuzbruderschaft und der Neue Heimat- und Geschichtsverein gedachten an diesem Tage auf dem Werler Parkfriedhof der Opfer. Ausführlich hat der Werler Anzeiger auch hierüber am 23. April berichtet.

Für Westönnen ist hierzu nachzutragen, dass sich unter den 132 Toten auch drei Westönner Frauen befanden. Sie waren als Küchengehilfen auf dem Werler Flughafen tätig. Es waren:

Klara Brunnberg (* 14.10.1901) Anna Hegemann (* 07.06.1911) und Elisabeth Stratmann (* 26.09.1914)

Am 24. Und 25. April 1944 sind sie auf dem Westönner Friedhof beerdigt worden.

Ferdi Newe hat 2010 in seiner Schrift „Zum Gedenken an die Opfer der beiden Weltkriege aus dem Kirchspiel Westönnen“ auch der drei Frauen gedacht.

Gegen das Vergessen

von Ferdinand Newe, 2010
Herausgeber: Westönnen online e.V.
Druck: Haase Druck, Peter Haase, Ense-Bremen

Kategorie: Allgemein, Gemeinde, Geschichte, Historie Stichworte: 2. Weltkrieg, Bombenangriff, Werler Flughafen

E L W I E D E N

23. Januar 2024 von Dieter Holtheuer

Seit der kommunalen Neuordnung am 01. Juli 1964 gehört Westönnen zur Wallfahrtsstadt Werl. Mit dieser Zusammenlegung mussten auch alle gleichlautende oder doppelt vorkommende Straßennamen erneuert werden.

Da es nun in Westönnen und Büderich einen „Prozessionsweg“ gab, musste eine Straße umbenannt werden. Am 26. Januar 1971 beschloss der Haupt – und Finanzausschuss der Stadt Werl den Westönner PROZESSIONSWEG in ELWIEDEN umzubenennen.

Elwieden ist heute eine ca. 500 m lange Straße im östlichen Teil Westönnens. Leider ist bei der Namensgebung den Experten ein Fehler unterlaufen

Man hatte das seit Jahren bekannte Flurstück AN DEN EHWIEDEN – am Prozessionsweg gelegen – zur neuen Namensgebung bestimmt und sich dann für ELWIEDEN entschieden.

Also: ELWIEDEN müsste eigentlich EHWIEDEN heißen.

Vielleicht hatten die Leser der alten Flurkarten mit der damaligen Deutschen Schrift ihre Probleme.

Das gleiche Schicksal erfuhr auch die Westönner Straße „Auf’m Hackenfeld“. Sie müsste eigentlich „Auf’m Mahenfeld heißen.

Siehe beiliegenden Flurkartenausschnitt von 1901.

Burkard Feldmann und Josef Lefarth haben 2003 in ihrem Werk: „Straßennamen der Stadt Werl“ folgendes zu diesem Thema geschrieben:

„Elwieden ist eine Flurbezeichnung, die übersetzt wird mit *El* = Erle und *Wiede*= Weide, Wiese. Hier befanden sich früher Wiesen mit Erlen. Der Volksmund nennt diese Straße auch Prozessionsweg.“

Kategorie: Allgemein, Gemeinde, Geschichte, Historie Stichworte: Elwieden, Straßennamen

Patronats- und Kirchweihfest St. Cäcilia Westönnen

19. November 2023 von Dieter Holtheuer

Wie schon berichtet, hat die Kirchengemeinde in Westönnen doppelten Grund zu feiern: Zum einen das Patronatsfest der Hl. Cäcilia und zum anderen den 200. Einweihungstag der Kirche.

„Altes bekanntes Bild der Kirche; Aquarell von Adolf Stampfer von 1896“

Am 22. November um 18 Uhr ist das Festhochamt und anschließend trifft sich die Gemeinde im Christophorusheim.

Kategorie: Allgemein, Alte Bilder, Aus alten Tagen, Gemeinde, Historie, Kirche Stichworte: Allgemein, Alte Bilder, Aus alten Tagen, Gemeinde, Historie, Kirche

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