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Startseite » Geschichte

Neue archäologische Funde im Baugebiet „Elwieden“

10. Februar 2026 von Tobias Baumann

Prof. Dr. Michael Baales, Leiter der LWL-Außenstelle Olpe und David Petö, Grabungsleiter der ausführenden Fachfirma

Im Bereich des geplanten Neubaugebietes in Westönnen haben archäologische Untersuchungen spannende Einblicke in die frühe Geschichte unseres Ortes ermöglicht. Bereits im Vorfeld der Bauarbeiten waren dort Funde bekannt, die nun durch gezielte Grabungen genauer untersucht wurden.

Dabei konnte das Team um Grabungsleiter David Petö nachweisen, dass das Gebiet bereits vor rund 2.500 Jahren genutzt wurde. In der Eisenzeit wurde an dieser Stelle offenbar, begünstigt durch die Nähe zu den Westönner Quellen (Börn), Salz gewonnen. Salz war damals ein zentraler Rohstoff, da es zur Haltbarmachung von Lebensmitteln über lange Zeiten diente. Hinweise darauf liefern unter anderem spezielle Keramikreste sowie Spuren einer Ofenanlage, in der die Salzsole gesiedet wurde.

Damit gelang es den Archäologen, neben Werl die einzige bislang bekannte eisenzeitliche Salzsiedestelle in Westfalen nachzuweisen. Dies unterstreicht den besonderen Stellenwert der Gegend um Westönnen, der weit über die fruchtbaren Böden hinausgeht.

Am Rand der Fläche entdeckten die Archäologinnen und Archäologen zudem einen kreisförmigen Graben, der vermutlich zu einem vorgeschichtlichen Grabhügel (2000–500 v. Chr.) gehört. Möglicherweise war dieser Teil eines heute nicht mehr erhaltenen Gräberfeldes, das sich unter den Häusern an den Straßen „Auf’m Hackenfeld“ / „Am Börn“ befunden haben könnte.

Auch aus der Zeit um Christi Geburt gibt es deutliche Spuren einer germanischen Hofstelle. Anhand von Bodenverfärbungen konnten Gebäudegrundrisse, Vorratsgruben und Wirtschaftsbereiche nachgewiesen werden. Zwei für unsere Region untypische Wandgräbchenhäuser sind dabei zentral auf der Fläche zu finden. Ein römisches Metallfundstück zeigt zudem, dass die damaligen Bewohner Kontakte in den römischen Einflussbereich hatten. Kurzzeitig war das Westönner Gebiet sogar von den Römern besetzt.

Die Ergebnisse wurden sorgfältig dokumentiert, bevor die Erschließung des neuen Baugebietes fortgesetzt wird. Bevor die nächsten Schritte erfolgen können, wird jedoch noch ein kleiner Teil der westlichen Fläche archäologisch untersucht. Nach derzeitigen Erkenntnissen werden die Grabungen noch etwa zwei Monate andauern, sofern keine grundlegenden neuen Funde gemacht werden.

  • Vorratskammer oder Restegrube
  • Exponate
  • Ausgrabungen des Ofens
  • Fundplan (LWL, 2026) https://www2.lwl.org/de/LWL/portal/presse/pressemitteilungen/mitteilung/63122/
  • Römisches Pferdegschirr (LWL, 2026) https://www2.lwl.org/de/LWL/portal/presse/pressemitteilungen/mitteilung/63122/

Bilder: Klaus Hennemann

Quelle LWL, 2026 (https://www2.lwl.org/de/LWL/portal/presse/pressemitteilungen/mitteilung/63122/)

Kategorie: Baugebiete, Geschichte Stichworte: Baugebiet, Geschichte

KASPAR TELGENBÜSCHER

30. Januar 2026 von Dieter Holtheuer

Beim Forschen und Ermitteln diverser Genealogien in den Westönner Kirchenbüchern wurde folgende, eine nicht alltäglichen Notiz gefunden.

In dem Kirchenbuch für den Eintrag der Todesfälle von 1808 – 1826 hat der damalige Pfarrer Bernhard Voss zwischen dem 15.03.1812 und 02.04.1812 folgenden Eintrag notiert:

„Im Jahre Christi achtzehnhundert und elf den siebzehnten

Oktober starb zu Talavera de la Reyna in Spanien der Füselier

Caspar, des Andreas Telgenbüscher, Eingessener und Leinenweber

zu Mawicke mit Anna Maria geborene Deutelhoff ehelich

erzeugter lediger Sohn, alt drei und zwanzig Jahr, fünf Monate

und acht und zwanzig Tage.“

Bernhard Voss Pfarrer

Caspar Telgenbüscher wurde am 20. April 1788, als Erstgeborener, von Andreas und Anna Maria Telgenbüscher in Mawicke geboren und einen Tag später in der Westönner Kirche getauft. Laut Kirchenbuch-Eintrag starb er am 17. Oktober 1811 als Füselier in der spanischen Stadt Talavera de la Reyna.

Füseliere waren ursprünglich mit einem Steinschloßgewehr bewaffnete Infanteristen.

Die Stadt Talavera de la Reyna liegt im Bezirk von Toledo und ca.100 Km süd-westlich von Madrid. Zwei Jahre vor Caspars Tod fand hier eine bedeutende Schlacht der Napoleonischen Kriege auf der iberischen Halbinsel statt. Sie war ein Teil des Spanienfeldzuges von Napoleon Bonaparte.

Man fragt sich nun, wie kam ein Mawicker Junge in Kriegsdiensten nach Spanien? Im Jahre 1803 wurde das Herzogtum Westfalen dem Großherzogtum Hessen zugeteilt und die vereinten Gebiete mussten dann Napoleons Rheinbund beitreten und dem Kaiser Truppen zur Verfügung stellen. So kam es, dass auf fast allen Kriegsschauplätzen Napoleons hessische und westfälische Soldaten zu finden waren.

Kategorie: Historie Stichworte: Geschichte, Historie

Motorisierung in Westönnen

19. Juli 2024 von Tobias Baumann

Nach dem 1. Weltkrieg erreichte in den zwanziger und dreißiger Jahren die Motorisierung auch Westönnen. Besitzer der ersten drei Autos in Westönnen waren der Landwirt Ebel-Schulte, der Arzt des Dorfes Dr. Froning und der Fuhrunternehmer Wilhelm Preker. Die Versorgung mit Treibstoff für die später immer zahlreicher werdenden Fahrzeuge wurde durch eine Shell-Tankstelle der Familie Preker an der Weststraße sichergestellt. Bis in die sechziger Jahre konnte dort Benzin und Diesel getankt werden. Heute befindet sich dort der Firmensitz von DreiMeister.

Auf dem Bild oben links sind an der Kreuzung Breite Straße mit dem Westönner Hellweg sitzend Albert Nacke und neben dem Wagen stehend der Stellmacher Fritz Preker zu sehen. Der Wagen ist ein Chevrolet ohne Aufbau, da es früher üblich war nur Chassis zu kaufen und diese dann der späteren Verwendung entsprechend auszubauen. Diesen Chevrolet baute Fritz Preker zu einem Marktwagen für Albert Nacke aus.

Daneben ist die frühere Shell Tankstelle Preker an der Weststraße zu sehen. Zum Tanken steht ein DKW von Wilhelm Preker an der Zapfsäule. Die zu sehenden Personen sind namentlich nicht bekannt.

Die untere Aufnahme zeigt einen Bus der österreichischen Marke Saurer. Diese Aufnahme entstand kurz nach dem 2. Weltkrieg, zu erkennen am Kennzeichen der Britischen Besatzungszone.

Text und Bilder: Johannes Müller

Kategorie: Aus alten Tagen, Geschichte, Infrastruktur Stichworte: Aus alten Tagen, Geschichte, Infrastruktur, Motorisierung, Tankstelle, Verkehr

Der Krieger- und Landwehrverein Westönnen1930

7. April 2024 von Klaus Hennemann

Heute bitten wir um Unterstützung dabei, möglichst alle Namen von den Mitgliedern des Krieger- und Landwehrvereins von 1930 zusammen zu bekommen. Einige Namen sind schon bekannt, andere mit Fragezeichen oder bisher nicht zu ermitteln. Daher möchten wir alle Familien im Kirchspiel Westönnen bitten, in ihren Familienalben nachzusehen, ob nicht der ein oder andere hier seine Vorfahren erkennt.

Da dieses Bild in sehr guter Qualität vorliegt, sind wir guter Dinge, hier noch einige Namen zu erfahren.

Sollten die Personen in der eingestellten Auflösung nicht so gut zu erkennen sein, meldet euch bitte unter klaushennemann@web.de, dann stelle ich euch das Bild in höherer Auflösung leihweise zur Verfügung.

Kategorie: Allgemein, Alte Bilder, Aus alten Tagen, Geschichte, Historie Stichworte: Allgemein, Alte Bilder, Aus alten Tagen, Geschichte

Stille Zeugen am Wegesrand

29. Januar 2024 von Klaus Hennemann

Viele von uns fahren täglich an ihnen vorbei, meistens jedoch werden sie nur bei Prozessionen wahrgenommen. Eben „Stille Zeugen“. Aber warum stehen sie dort? Wer hat sie errichtet? Warum stehen z.B. Kreuze mitten im Feld?

Im Dezember 2023 ist dazu das Buch „Stille Zeugen am Wegesrand“ erschienen. In diesem Werk werden Wege- und Hofkreuze, sowie Heiligenhäuser in Werl und Umgebung in Wort und Bild beschrieben. Neben Daten; wie Größe, Materialien und Baustil, war es den Autoren auch wichtig Hintergründe über die Entstehung oder Stiftung der Objekte darzustellen. Es gibt Landkarten, Bilder und akribisch recherchierte Hintergründe.

Für die Stadtteile Westönnen, Mawicke und Ober-und Niederbergstraße werden auf ca. 70 Seiten die zum Teil auch unter Denkmalschutz stehenden „Stillen Zeugen“ vorgestellt.

Dieses Heiligenhäuschen an der Weststraße / Kirchstraße wurde von der Familie Schriek restauriert und wird zu den Prozessionen liebevoll geschmückt.

Herausgeber sind der Neue Heimat – und Geschichtsverein Werl und die Werler Kreuzbruderschaft St. Walburga. Erhältlich ist das Buch in der A. Steinschen Buchhandlung GmbH.

Kategorie: Allgemein, Gemeinde, Geschichte, Historie, Mawicke, Neuer Heimat- und Geschichtsverein, Niederbergstraße Stichworte: Allgemein, Gemeinde, Geschichte, Heiligenhaus, Heiligenhäuschen, Heiligenhäuser, Historie, Wegekreuz

Erntedankfest 1948

18. Oktober 2023 von Klaus Hennemann

Im Zeitungsarchiv von Alfred Risse finden wir einen Bericht zum Erntedankfest 1948.

Lt. dem Zeitungsbericht hatte das Erntedankfest in Westönnen einen hohen Stellenwert, den man mit dem Schützenfest auf eine Stufe stellt. Interessant auch, dass das „Jugendheim“ – der kleine Teil der Schützenhalle, 1928 von der Schützenbruderschaft zusammen mit der katholischen Jugendorganisation errichtet wurde. Dieser Teil wurde während des Krieges als Wehrmachtsdepot genutzt und anschließend kurzzeitig an ein Dachziegelunternehmen verpachtet.

Mit großer Beteiligung der Bevölkerung wurde die Schützenhalle zum Erntedankfest wieder auf Vordermann gebracht.

Üblich war die Teilnahme und Mitwirkung aller Westönner Vereine im Festzug wie auch beim späteren Festakt. Alle brachten sich zum Erntedankfest ein.

Nach dem Erntedankfest sollte mit der Einrichtung der Schützenhalle begonnen werden.

Das Erntedankfest wurde in Westönnen mit einem großen Festzug mit geschmückten Wagen gefeiert. Nicht nur die Landwirte, auch die Handwerker waren mit einem geschmückten Wagen vertreten.

Kategorie: Allgemein, Geschichte, Historie Stichworte: Allgemein, Geschichte, Historie

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