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Startseite » Geschichte » Seite 3

JOSEF BARON, KÜNSTLER AUS HEMMERDE, VERSTARB KURZ VOR SEINEM 100. GEBURTSTAG

14. Januar 2020 von Dieter Holtheuer

WESTÖNNEN ONLINE hatte bereits am 9. März 2015 zu seinem 95. Geburtstag über sein Wirken in Westönnen ausführlich berichtet. Zum seinem Tode möchten wir diesen Beitrag nach fünf Jahren nochmals vorstellen.  

Josef Baron, Künstler aus Hemmerde, ist 95 Jahre geworden

“ Die Farben kann er kaum noch erkennen; dennoch setzt Josef Baron mit seiner Kunst immer noch bunte Akzente. „Solange mein Kopf noch läuft“, sagt der Künstler, der am Donnerstag (19.02.2015) seinen 95. Geburtstag feierte“.

[Weiterlesen…] ÜberJOSEF BARON, KÜNSTLER AUS HEMMERDE, VERSTARB KURZ VOR SEINEM 100. GEBURTSTAG

Kategorie: Geschichte, Kirche, Pfarrgemeinde Stichworte: Geschichte, Kirche, Pfarrgemeinde

Pfarrkirche St. Cäcilia Westönnen Grundsteinlegung vor 200 Jahren

1. November 2019 von Dieter Holtheuer

„Dort, wo am Hange die Kirche hoch steht,
Heimat, bist du;
drin man den Segen des Himmels erfleht,
Heimat, bist du;………….“

So lautet der Anfang der dritten Strophe des Westönner Heimatliedes. Getextet und komponiert um 1954 von Studienrat Heinrich Meyer (*1888;+1964).

Dieser, hier dichterisch beschriebene Standort beherbergt noch heute, auf einer Anhöhe im Zentrum Westönnens, das der Heiligen Cäcilia geweihte Gotteshaus.

Die Pfarrnachrichten der Propstei Werl berichten in der Ausgabe Anfang Februar 2019: „Das Jahr 2019 ist ein Jahr mit vielen Jubiläen; u.a. auch: die Grundsteinlegung der Westönner Kirche St. Cäcilia ist am 12. November 2019 200 Jahre her.“

Leider irren hier die Pfarrnachrichten und auch der Werler Anzeiger vom 24.10.2019, denn 1977 schreibt Rudolf Preising in „Westönnen, Geschichte eines Kirchspiels im Kurkölnischen Amte Werl“ auf Seite 275: Am 22. November 1819 wurde der Grundstein zum Neubau der Westönner Kirche gelegt. Dieses Datum hat auch seinen Grund; denn am 22. November feiert die katholische Kirche das Namensfest der Heiligen Cäcilia, der Patronin der Westönner Kirche.

Im Band 6/Abt.3 im Westönner Pfarrarchiv erfahren wir durch eine Urkunde vom 18. November 1819 eine schriftliche Bestätigung. Aus Köln-Deutz erhält der Westönner Pfarrer Bernhard Voss (Pfarrer in Westönnen von 1809 – 1840) nachstehende Nachricht:

Liebster Herr Confrater!

Hierbei übersende ich Ihnen die verlangte Vollmacht zum
Einsegnen und Legen des ersten Steins
zur neuen Kirche.

Der Herr Vicarius Generalis war wegen
einer kleinen Unpäßlichkeit abwesend,
und deswegen konnte die Expedition (Zusendung)
nicht ehender geschehen,
obgleich Ihre Vorstellung am 16. t(en) hier eintraf.

Die vorigen Gebühren sind richtig eingegangen,
und die diesmaligen betragen 2 Rthlr 40 Stbr.
Ich empfehle mich bestens zur Freundschaft,
und bin mit aller Hochachtung.


Deu(t)z den 18 t(en) 9ber (=November) 1819.

Ihr ergebenster Diener Hirschmann

Confrater = Mit-oder Amtsbruder Rthlr = Reichstaler; Stbr = Stüber

Offensichtlich hatte Pfarrer Voss den Generalvikar in Köln um die Vollmacht zum Legen des Grundsteins für die neue Kirche gebeten und gleichzeitig auch den 22. November als Datum vorgeschlagen. Leider ist sein Schriftstück, weder im Westönner Pfarrarchiv noch im Historischen Archiv des Erzbistums Köln auffindbar.

Es muss gefragt werden: Wieso findet der Schriftwechsel zwischen Pfarrer Voss und dem Erzbistum Köln statt? Westönnen gehörte bis 1821 kirchlich zum Erzbistum Köln. Erst durch die Neugliederung der deutschen Bistümer, durch die Bulle „De salute animorum“ von Papst Pius VII vom 16. Juli 1821, kam Westönnen zur Erzdiözese Paderborn.

Kategorie: Allgemein, Alte Bilder, Geschichte, Kirche Stichworte: Allgemein, Alte Bilder, Geschichte, Kirche

WESTÖNNER HEIMATLIED von HEINZ MEYER

3. September 2019 von Dieter Holtheuer

Wenn die Musikkapelle aus Müschede gemeinsam mit Franz Sauer, beim Frühschoppen der St. Sebastianus Schützenbruderschaft, das WESTÖNNER HEIMATLIED anstimmen, dann ist sicherlich einer der Höhepunkte des Westönner Schützenfestes, erreicht.

Wer aber war der Texter und Komponist dieses Liedes? Einige wenige wissen, dass es sich um den Bochumer Studienrat Heinz Meyer handelt.

St.R. Meyer hat das Lied als sein op(us)45 Weihnachten 1952 in Münster niedergeschrieben. Am Kommersabend, der Feier zum 100 jährigen Bestehen des MGV Cäcilia Westönnen, am 15. Mai 1954, hat der MGV in Begleitung der Feuerwehr-Kapelle, das Westönner Heimatlied vorgetragen; und es dirigierte der Komponist.

Wir möchten hier das Leben und Lebenswerk des Heinz Meyer der Westönner Bürgerschaft etwas ausführlicher vorstellen. Heinz Meyer wurde am 10.11.1888 in Witten, als Sohn des Kaufmanns Wilhelm Meyer und der Lehrerin Johanna Ellinghaus, geboren. Von 1894 bis 1898 besuchte er die Volksschule in Witten, und ging anschließend bis 1903 auf das Realgymnasium zu Witten.

Die Eltern erkannten schon früh, dass er sehr musikalisch begabt war. Er erhielt recht bald Klavier- und noch weiter Orgel- und Geigenunterricht. Von 1904 an besuchte er das Königlich Katholische Lehrer-Seminar zu Werl. Mit einem sehr guten Zeugnis über die erste Lehrerprüfung vom 24. März 1909 beendete er diese Ausbildung. Zum ersten April 1909 wurde er mit seiner ersten Schulstelle in Oedingen bei Elspe im Sauerland betraut. Neben seinem Schuldienst war er in der Kirchengemeinde auch als Organist und Küster tätig. Anschließend fand er in seiner Heimatstadt Witten 1913 bis 1920 seine zweite Lehrerstelle. In dieser Zeit, und zwar am 3. April 1918, heiratete er die Maria Elfriede Ebell gt. Schulte, eine 1894 geborene Tochter des Landwirt Heinrich Ebell gt. Schulte und der Maria Poggel gt. Luhmann, aus Westönnen.

Für die Zeit vom 1. Oktober 1920 bis Ende März 1922 ließ er sich vom Schuldienst beurlauben, um am Akademischen Institut für Kirchenmusik Berlin zu studieren und sich musikalisch weiter zu bilden. Anschließend erhielt er eine Stelle als Musikerzieher und Lehrer an der Bochumer Hildegardisschule, ein staatlich neusprachliches Mädchengymnasium.

In Bochum wohnte er bis zur Zerstörung seiner Wohnung durch die Kriegswirren, um dann 1945 nach Westönnen, auf den elterlichen Hof seiner Frau, eine vorläufige Wohnstätte zu finden. 1951 zog er nach Münster wo er am 23. August 1964 starb und auf dem Waldfriedhof Lauheide begraben wurde. Seine Frau Frieda (Elfriede) Maria starb 16 Jahre später, am 21. August 1980 in Nottuln/Krs. Coesfeld.

Kommen wir zurück auf sein musikalisches Wirken. Neben seinem Schuldienst wirkte er als Pianist und Orgelspieler. Er spielte in einem Trio mit Geiger und Cellist vom Städtischen Orchester Bochum. Seine musikalische Hauptarbeit bestand jedoch im Komponieren verschiedenster Musikwerke. Die Spannweite reichte vom Marsch bis Walzer; und weiter von religiösen bis profanen Werken.

Hier einige Textbeispiele: 1921= In memoriam Konzert-Fantasie op.15; 1941/45=Spanische Rhapsodie – nach original-spanischen Motiven für Klavier op.43 ; 1953=Tantum ergo op.46; 1927/35= Weihnachtsoratorium op.23

Das letztgenannte Werk hatte er seiner Mutter gewidmet. Ferner schrieb er: Dieses Werk hat meine besondere Liebe und Pflege, sowie die größte und eindrucksvollste Aufführungszahl erhalten.

Es würde an dieser Stelle zu weit führen, alle Kompositionen aufzuzählen. Allein im Musikarchiv im Stadtarchiv Hagen sind über 35 Titel deponiert. Im Archiv der Stadt Werl lagern drei Titel, darunter auch das WESTÖNNER HEIMATLIED. Heinz Meyer notiert auf dem Deckblatt: „Westönner Heimatlied (Marschlied) komponiert nach eigenem Text von Heinz Meyer op.45; Münster – Weihnachten 1952.“

Zum Schluß noch eine Notiz von Heinz Meyer auf dem Deckblatt seiner Komposition: Spanische Rhapsodie.

„Bochum im Kriege 1939/44 – beendet im Frieden 1945

Westönnen, 23/IX.45

Quellen: Stadtarchiv Münster; Schreiben v. 6.8.2019

Stadtarchiv Werl; Akten Nr. 3706 u.6333

Stadtarchiv Hagen; Westf.Musikarchiv; Akte H.Meyer

Stadtarchiv Witten; Akte 8/81/ZZ/Nr.200.243

Kategorie: Allgemein, Geschichte Stichworte: Allgemein, Geschichte

ALTE WESTÖNNER HEILIGEN-HÄUSER – Teil 1

24. Mai 2019 von Dieter Holtheuer

Wie in jedem Jahr gehen auch 2019 die Westönner Katholiken traditionell die beiden Prozessionen zu Christi Himmelfahrt und Fronleichnam. In diesem Jahr liegen die beiden Festtage um 20 Tage später als 2018, was sich sicherlich im bunten Blumenschmuck der Stationen zeigen wird.

Bei der Brandprozession an Christi Himmelfahrt werden die vier Heiligen Häuschen an der Breiten Str., Am Hackenfeld, Mawicker Weg und am Hellweg besucht. Während Fronleichnam an der West-, Bruch-, Oststraße und am Anfang des Mawicker Weges Halt gemacht wird.

Nach vielen Recherchen und Studien, erfahren wir, dass in früheren Jahren die Westönner Prozessionen andere Wege gingen und somit auch an anderen Stellen zum Gebet verweilt wurde. Betrachtet man eine Karte aus dem Jahre 1840/41 so sieht man dort, in der Vergrößerung, zwei Kreuze entlang der heutigen Bundestraße und am Alten Hellweg stehen. (siehe Fotoausschnitt). Eine weitere Karte, ein Meßtischblatt von 1897, zeigt uns zwei Kreuze in der südwestlichen Westönner Flur und südlich der Bundesstraße.

Zu beiden Stellen erfahren wir aus diversen Akten und Urkunden des Westönner Pfarrarchivs recht interessante Informationen.

Erstens handelt es sich um ein ehemaliges Heiligen-Häuschen, dass auf dem früheren Grundstück der Familie Hoffmann/Kliemt, heute H.P. Gaspers, stand. Wie uns ein Brief des ehemaligen Westönner Pfarrers Bernhard Voss (Pfarrer in Westönnen 1809-1840) vom 16. Januar 1829 berichtet, handelt es sich hier um das sogenannte Westönner Junggesellen Heiligen Häuschen, an dem jährlich die Prozession an Fronleichnam Station machte. Pfarrer Voss schreibt hier u.a.: …
dieser Platz wird seit undenklichen Jahren zur Ausübung einer religiösen, den Katholiken sehr ehrwürdigen Handlung, nämlich zur Haltung einer Station bei der jährlichen Prozession bestimmt… (siehe Foto der ganzen Urkunde, sowie deren lesbaren Text). …

Die Übersetzung der Urkunde…

Es ist mir unterschreibenen Pastor zu Westönnen von mehreren Seiten angezeigt worden, daß der Bäcker Joseph Stewen am alten Hellwege sich den Platz, wo das so genannte Westönner Junggesellen Heiligen Häuschen steht; zueignen wolle. Da aber dieser Platz seit undenklichen Jahren zur Ausübung einer religiösen, den guten Katholiken sehr ehrwürdigen Handlung, nämlich zur Haltung einer Station bei der jährlichen Prozession bestimmt, gewidmet und benutzt ist; so kann ihn weder die Gemeinde noch irgendeine Behörde ohne Verletzung eines unbestreitbaren Prozessions-Rechtes zu neuen profanen Zwecke vereußern, und es ist nun so auffallender, daß ein in Westönnen geborner und erzogener Privatmann sich wider alles Recht zueignen will. Da ich nun als zeitlicher Pastor die kirchlichen Gerechtsame zu bewahren verpflichtet bin, so protestiere ich vorerst gegen jede fremde Anmaßung dieses Platzes und ist dieses fruchtlos; so muß ich einen andern Weg einschlagen, und die dadurch veranlaßten Kosten hat sich dann der Joseph Stewen selbst zuzuschreiben – den tausend Zeugen aufzubringen, welche eidlich darthun können, daß der fragliche Platz immerwährend nur zur jährlichen Ausübung einer religiösen Handlung bei der feierlichen Prozession gedient hat, und zu keinem andern Zweck benutzt werden ist, wird eben nicht schwer seyen. Daher muß der fragliche Platz in der Beschaffenheit bleiben, wie er früherhin immer gewesen ist.

Westönnen, den 16 ten Januar 1829
der Pastor B. Vohs

Das Original von Vorstehendem habe ich unterschriebener dem Bäcker Joseph Stewen insinuiert (= vorlegen / zustellen)

Pfarrer Voss berichtet hier von der jährlichen Prozession zu Fronleichnam. Es handelt sich um die älteste Westönner Prozession, die sogenannte Hagelfeier-Prozession. Sie war der Vorgänger der erst 1870 in Westönnen eingeführten Fronleichnamsprozession.

Ergänzend zu diesem Bericht zeigen wir Fotos von zwei Devotionalien, die auf diesem Grundstück bei Garten- und Ausgrabungsarbeiten gefunden wurden. Danach folgt der Ausschnitt aus dem Kataster von 1912.


Unten blau eingekreist das Heiligenhaus am Hellweg (Kataster 1912)

Teil 2 dieses Berichtes folgt in den nächsten Tagen…

Kategorie: Allgemein, Alte Bilder, Gemeinde, Geschichte, Kirche, Pfarrgemeinde Stichworte: Allgemein, Alte Bilder, Gemeinde, Geschichte

HOF KENTER

21. April 2019 von Dieter Holtheuer

Am 03. April 2019 hat Westönnen-Online über das neue Reparatur-Cafe informiert. Wie berichtet, befindet sich das Cafe in der Westönner Oststraße im Hof Kenter. Heute stellen wir eine Ansichtskarte vor, die den Hof Kenter um 1912 zeigt.

Die Textseite beginnt mit der Frankierung einer 5 Pfg. Germania-Briefmarke und der Stempelung vom 30.7.1912. Adressiert ist die Ansichtskarte an: Fräulein Lehrerin Maria Rohrer Gut Darup Nottuln Bez. Münster

Es handelt sich offensichtlich um gute Freundin der Familie Kenter.

Hinweis: Ausführlicher Bericht über den Hof Kenter hat Westönen-Online bereits am 29.12.2008 veröffentlich.

Kategorie: Allgemein, Alte Bilder, Geschichte Stichworte: Allgemein, Alte Bilder, Geschichte

Brandunglück von 1904 in Westönnen

10. Mai 2018 von Dieter Holtheuer

Immer wieder hat „Westönnen Online“ und „Gemeinsam für Westönnen“ sowie die örtliche Presse mit diversen Beiträgen auf die große Brandkatastrophe von 1829 hingewiesen und ausführlich dargestellt. Wie in jedem Jahr, so wird auch 2018 am Tage Christi Himmelfahrt wieder die Brandprozession durch die Straßen Westönnens gehen und an vier Stationen werden Gebete und Fürbitten vorgetragen. In der Dokumentation vom Mai 2012 schreibt „Gemeinsam für Westönnen“ dazu u.a.: [Weiterlesen…] ÜberBrandunglück von 1904 in Westönnen

Kategorie: Geschichte Stichworte: Allgemein, Geschichte

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