Prof. Dr. Michael Baales, Leiter der LWL-Außenstelle Olpe und David Petö, Grabungsleiter der ausführenden Fachfirma
Im Bereich des geplanten Neubaugebietes in Westönnen haben archäologische Untersuchungen spannende Einblicke in die frühe Geschichte unseres Ortes ermöglicht. Bereits im Vorfeld der Bauarbeiten waren dort Funde bekannt, die nun durch gezielte Grabungen genauer untersucht wurden.
Dabei konnte das Team um Grabungsleiter David Petö nachweisen, dass das Gebiet bereits vor rund 2.500 Jahren genutzt wurde. In der Eisenzeit wurde an dieser Stelle offenbar, begünstigt durch die Nähe zu den Westönner Quellen (Börn), Salz gewonnen. Salz war damals ein zentraler Rohstoff, da es zur Haltbarmachung von Lebensmitteln über lange Zeiten diente. Hinweise darauf liefern unter anderem spezielle Keramikreste sowie Spuren einer Ofenanlage, in der die Salzsole gesiedet wurde.
Damit gelang es den Archäologen, neben Werl die einzige bislang bekannte eisenzeitliche Salzsiedestelle in Westfalen nachzuweisen. Dies unterstreicht den besonderen Stellenwert der Gegend um Westönnen, der weit über die fruchtbaren Böden hinausgeht.
Am Rand der Fläche entdeckten die Archäologinnen und Archäologen zudem einen kreisförmigen Graben, der vermutlich zu einem vorgeschichtlichen Grabhügel (2000–500 v. Chr.) gehört. Möglicherweise war dieser Teil eines heute nicht mehr erhaltenen Gräberfeldes, das sich unter den Häusern an den Straßen „Auf’m Hackenfeld“ / „Am Börn“ befunden haben könnte.
Auch aus der Zeit um Christi Geburt gibt es deutliche Spuren einer germanischen Hofstelle. Anhand von Bodenverfärbungen konnten Gebäudegrundrisse, Vorratsgruben und Wirtschaftsbereiche nachgewiesen werden. Zwei für unsere Region untypische Wandgräbchenhäuser sind dabei zentral auf der Fläche zu finden. Ein römisches Metallfundstück zeigt zudem, dass die damaligen Bewohner Kontakte in den römischen Einflussbereich hatten. Kurzzeitig war das Westönner Gebiet sogar von den Römern besetzt.
Die Ergebnisse wurden sorgfältig dokumentiert, bevor die Erschließung des neuen Baugebietes fortgesetzt wird. Bevor die nächsten Schritte erfolgen können, wird jedoch noch ein kleiner Teil der westlichen Fläche archäologisch untersucht. Nach derzeitigen Erkenntnissen werden die Grabungen noch etwa zwei Monate andauern, sofern keine grundlegenden neuen Funde gemacht werden.
Bilder: Klaus Hennemann
Quelle LWL, 2026 (https://www2.lwl.org/de/LWL/portal/presse/pressemitteilungen/mitteilung/63122/)





