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Startseite » Alte Bilder

Ein Milchwagen in Westönnen

9. April 2026 von Klaus Hennemann

Titelbild: Foto aus:“ Werler Zeitreise“ von Helmuth Euler 2005

Bei der Suche nach Material zur alten Molkerei fanden wir einen Zeitungsartikel aus 1929 zum 40-jährigen Bestehen der Westönner Molkerei.

Innerhalb des Berichtes taucht der Name Ludmann auf. Zitat: „Für die Werler Bevölkerung ist es vielleicht erwähnenswert, dass seit nunmehr 30 Jahren die Familie Ludmann den Milchwagen fährt“. In der Zeit ein Milchwagen. Es kann in den Jahren eigentlich nur ein Fuhrwerk gewesen sein. Und dann ein Milchwagen?

Das wirft Fragen auf. Der Name Ludmann ist für die älteren in Westönnen nicht unbekannt. Bei der Suche stoßen wir im Archiv Westönnen Online auf zwei Berichte, einmal von unserem verstorbenen Ehrenmitglied Friedrich Schleep – Die Breite Straße – Ihr Anfang, und in einem weiteren Bericht von Dieter Holtheuer, Theater 1908 in Westönnen.

In beiden Berichten wird von Herrn Ludmann berichtet. In erstem berichtet F. Schleep vom „Pourierufer“. Es war das steile Stück Breite Straße vom Hellweg bis zu ehemaligen B1.

„Schlimm wurden diese Probleme, wenn die Straße im Winter glatt wurde. Schon wenig Schnee war oft in kurzer Zeit durch die mit Eisen bereiften Ackerwagen zu Eis geworden. Dann war das Hindernis nur zu überwinden, wenn die Pferde scharf gemacht worden waren. Was bedeutete das?

Die Hufeisen für den Sommer wurden von den Hufen der Pferde gerissen und durch schwerere Eisen ersetzt, in die man spitze Stollen schrauben konnte. Das war teuer und gefährlich. Die Schmiede bekamen Arbeit; wir hatten immerhin drei davon im Dorf. Bei glatten Straßen ließ man die Pferde gerne im Stall, aber das ging nicht immer. So holten drei Milchwagen bei jedem Wetter die Milch von den Bauern und lieferten sie bei der Westönner Molkerei ab“.

„Ich weiß, dass die Wagen in Schneewehen stecken blieben. Sie mussten dann erst freigeschaufelt werden. Die bearbeitete Milch wurde teilweise von zwei kleinen geschlossenen Milchwagen, die nur von einem Pferd gezogen wurden, von Büderich und von Westönnen in die Stadt Werl geliefert. Von Westönnen aus besorgte das die Familie Ludmann vom Opferteich“.

Bild li.: Das Haus am rechten Bildrand ist das Haus, in dem die Familie Ludmann gewohnt haben. Sie brachten die Milch mit dem abgebildeten Milchwagen (im Bild re.) von der Molkerei nach Werl.

Es war zu der Zeit mit den Straßenverhältnissen gar nicht so einfach, das kostbare Gut zu von einem zum anderen Ort zu bringen. Schließlich sollte die Menge am Entladeort gleich der geladenen Menge sein.

In dem Bericht von D. Holtheuer erfahren wir von Herr Ludmann etwas mehr. Am 6. August 1908 stellt der Milchhändler Bernhard Ludmann aus Westönnen folgenden Antrag bei der Amtsverwaltung in Werl.

Als Ausschnitt: „Es erscheint der Milchhändler Bernhard Ludmann aus Westönnen und erklärt: Der Dilletanten Verein „ Frohsinn“ Westönnen beabsichtigt am 16. August er (Sonntag) in Werl im Germaniasaale einen Theaterwettstreit zu veranstalten. Die Feier dauert von Nachmittags 3 Uhr bis Nachts 2 Uhr. Auch findet ein Festzug statt und wird derselbe folgende Straßen passieren: Bachstr.,Kemperstr.,und Steinerstr.„

Der Milchhändler Ludmann wohnte am Opferteich in Westönnen und war scheinbar ein Verantwortlicher des Westönner Dilletantenverein Frohsinn Westönnen. So nannten sich früher mehrere Laientheatergruppen.

Mit freundlicher Unterstützung von Dieter Holtheuer erfahren wir über die Familie Ludmann mehr.

Johann Bernhard wurde am 04.04.1870 in Westönnen als 3.Kind u. 3. Sohn geboren

die Eltern waren: Bernhard Ludmann, von Beruf Steinhauer und Anna Maria Wichard gen. Rehbein

2. Trauung:

Bernhard Ludmann, Milchhändler in Westönnen, heiratete am 26.11.1902 Westönnen

Sophia Brune aus Herdringen -geb.: 23.04.1881

3. gestorben:

Bernhard Ludmann starb als Invalide am 25.03.1949  Westönnen als Ehemann der Sophie Brune

am  07.10.1962  verstarb Sophia Ludmann , geb.  Brune,  Witwe in Westönnen

   

 

   

Kategorie: Allgemein, Alte Bilder, Arbeiten, Aus alten Tagen, Berufe, Geschichte, Gewerbe, Historie Stichworte: Milchwagen, Molkerei

Eine Postkarte aus Frankreich

16. November 2025 von Dieter Holtheuer

Vor einiger Zeit konnte ich eine für Westönnen hochinteressante Postkarte aus Frankreich erwerben.

Es handelt sich um eine Karte, als Kriegsgefangenensendung vom Oktober 1916; also aus der Zeit des dritten Jahres des 1. Weltkrieges. Postalisch gestempelt in Westönnen am 16.10.1916. Die Karte zeigt auf der Bildseite das Foto einer Gruppe von Rotten- oder Gleisarbeitern.

Auf der Schriftseite ist nachstehender Text zu lesen:

Westönnen den 14/10.16
Lieber Bruder.
Die besten Grüße
sendet dir die
ganze Rotten
Arbeiter hoffent-
lich kennst ver-
schiedene. Es grüßt Mein
Christian Vatter
Sofi Bernhard Heini
Silga Theodor Losegf.
(quer: Auf Wiedersehen)
Kriegsgefangenensendung
Musketier
Philipp Draisbach
deutscher Kriegsgefangener
in Frankreich Infanterie
– Rgt. 57 9 ere Cie
Bureaer desnensei queusents
militaries an familles
Ministere de la Guerre
Paris

Philipp Draisbach war also als Soldat der deutschen Infanterie in französischer Gefangenschaft geraten. Diese hatte er offensichtlich überstanden, denn er wohnte später in Westönnen mit seiner Frau Theresia Elisabeth Korff in der Oststraße Nr. 59. Beide hatten am 27. November 1920 in der Westönner Pfarrkirche geheiratet.

Dem Paar wurden drei Kinder; 1922 Elisabeth, 1925 Anna Theresia und 1926 Franz Philipp; geboren. Die Mutter starb am 02. Februar 1968 in Westönnen.

Über den Tod von Philipp Draisbach berichtet Ferdinand Newe (+) 2010 in seinem Buch „GEGEN DAS VERGESSEN“:

Georg Philipp Draisbach Westönnen, geb. 22.04.1892 in Frankfurt, gest. 16.02.1945 nahe Hemmerde/Unna bei Luftangriff auf einen Zug.

Kategorie: Allgemein, Alte Bilder, Aus alten Tagen, Historie Stichworte: Kriegsgefangener

Sammeln der Weihnachtsbäume in den 70ern

8. Januar 2025 von Franz Georg Wegener

Das in der Westönner Bachstraße vor der damaligen Metzgerei Bölke aufgenommene Bild zeigt von links: Berthold Graé (+), Siegfried Schlummer, Norbert Prünte, Heinz-Josef Schulte, Franz Georg Wegener, Siegfried Wetekamp (+), Andreas Kaiser und Georg Telgenbüscher. Ralf Poggenpohl beobachtet das Ganze.

Es ist gute und langjährige Tradition: Auch in diesem Jahr wird die Avantgarde Westönnen die ausgedienten Weihnachtsbäume in Westönnen, Ober- und Niederbergstraße gegen eine Spende einsammeln. Die Weihnachtsbäume werden dann dem gemeinsamen Osterfeuer mit RWW zugeführt.

Kürzlich fand ich ein Zeitungsbild aus den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Schon damals wurden die Weihnachtsbäume gegen eine Spende für Pater Hasler in Indonesien eingesammelt, allerdings von den Messdienern. Der damalige Küster Berthold Graé stellte hierzu seinen Pkw nebst Anhänger zur Verfügung.

Ich erinnere mich an zwei große Osterfeuer. Eines fand auf einem Feld am Wirtschaftsweg Richtung Oberbergstraße statt, zünftig natürlich mit Bierwagen. Von der Kirche aus zogen viele Teilnehmer unter den Klängen des Jugendspielmannszuges los und verbrachten anschließend gesellige Stunden.

Ein Jahr später fand das Osterfeuer auf einem Feld am Westdahler Weg statt, Nähe Steinbruch. Berthold Graé taufte den Feldweg inoffiziell in „Messdienerweg“ um.

Kategorie: Allgemein, Alte Bilder, Aus alten Tagen, Brauchtum, Gemeinschaft, Historie Stichworte: Historie, Kirche, Messdiener, Pater Hasler, Weihnachtsbäume sammeln

 Motorisierung in Westönnen

24. Oktober 2024 von Tobias Baumann

Nach dem 1. Weltkrieg erreichte in den zwanziger und dreißiger Jahren die Motorisierung auch Westönnen. Besitzer der ersten drei Autos in Westönnen waren der Landwirt Ebel-Schulte, der Arzt des Dorfes Dr. Froning und der Fuhrunternehmer Wilhelm Preker. Die Versorgung mit Treibstoff für die später immer zahlreicher werdenden Fahrzeuge wurde durch eine Shell-Tankstelle der Familie Preker an der Weststraße sichergestellt. Bis in die sechziger Jahre konnte dort Benzin und Diesel getankt werden. Heute befindet sich dort der Firmensitz von DreiMeister.

An der Kreuzung Breite Straße mit dem Westönner Hellweg sitzend Albert Nacke und neben dem Wagen stehend der Stellmacher Fritz Preker. Der Wagen ist ein Chevrolet ohne Aufbau, da es früher üblich war nur Chassis zu kaufen und diese dann der späteren Verwendung entsprechend auszubauen. Diesen Chevrolet baute Fritz Preker zu einem Marktwagen für Albert Nacke aus.

Frühere Shell Tankstelle Preker an der Weststraße gelegen. Zum Tanken steht ein DKW von Wilhelm Preker an der Zapfsäule. Die zu sehenden Personen sind namentlich nicht bekannt.

Ein Bus der österreichischen Marke Saurer. Diese Aufnahme entstand kurz nach dem 2. Weltkrieg, zu erkennen am Kennzeichen der Britischen Besatzungszone.

Bilder und Text: Johannes Müller

Kategorie: Alte Bilder, Handwerk, Handwerk, Historie, Infrastruktur, Straßen Stichworte: Auto, Mobilität, Omnibus, Verkehr

Der Krieger- und Landwehrverein Westönnen1930

7. April 2024 von Klaus Hennemann

Heute bitten wir um Unterstützung dabei, möglichst alle Namen von den Mitgliedern des Krieger- und Landwehrvereins von 1930 zusammen zu bekommen. Einige Namen sind schon bekannt, andere mit Fragezeichen oder bisher nicht zu ermitteln. Daher möchten wir alle Familien im Kirchspiel Westönnen bitten, in ihren Familienalben nachzusehen, ob nicht der ein oder andere hier seine Vorfahren erkennt.

Da dieses Bild in sehr guter Qualität vorliegt, sind wir guter Dinge, hier noch einige Namen zu erfahren.

Sollten die Personen in der eingestellten Auflösung nicht so gut zu erkennen sein, meldet euch bitte unter klaushennemann@web.de, dann stelle ich euch das Bild in höherer Auflösung leihweise zur Verfügung.

Kategorie: Allgemein, Alte Bilder, Aus alten Tagen, Geschichte, Historie Stichworte: Allgemein, Alte Bilder, Aus alten Tagen, Geschichte

Patronats- und Kirchweihfest St. Cäcilia Westönnen

19. November 2023 von Dieter Holtheuer

Wie schon berichtet, hat die Kirchengemeinde in Westönnen doppelten Grund zu feiern: Zum einen das Patronatsfest der Hl. Cäcilia und zum anderen den 200. Einweihungstag der Kirche.

„Altes bekanntes Bild der Kirche; Aquarell von Adolf Stampfer von 1896“

Am 22. November um 18 Uhr ist das Festhochamt und anschließend trifft sich die Gemeinde im Christophorusheim.

Kategorie: Allgemein, Alte Bilder, Aus alten Tagen, Gemeinde, Historie, Kirche Stichworte: Allgemein, Alte Bilder, Aus alten Tagen, Gemeinde, Historie, Kirche

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