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Das Westönner Ehrenmal

3. November 2024 von Klaus Hennemann

Über das Ehrenmal in Westönnen wurde schon einige Male geschrieben. Nun aber, nach Einsichtnahme in die Protokollbücher des ehemaligen Krieger- und Landwehrverein Kirchspiel Westönnen 1905 wollen wir uns die Entstehung des ersten Ehrenmales näher ansehen.

Zu der Neugestaltung des Ehrenmals um 1955 kommen wir später.

In dem 1. Protokollbuch von 1905 – 1929 finden wir im Protokoll der Versammlung vom 24.1.1915 im unteren Absatz kurz und knapp aufgeführt: Die Kriegerdenkmalsfrage wurde beschlossen. Der Vorstand sollte sich mit der Gemeinde und Kirchspielvertreter in Verbindung setzen und dem Vereine Bericht erstatten.

Zwischen 1914 und 1918 – dem 1. Weltkrieg – ließen die Kriegerkameraden den bestehenden Vorstand im Amt und warteten auf die Rückkehr der Kameraden im Felde.

Die nächste Protokolleintragung zum Kriegerdenkmal finden wir am 28.8.1921 wieder.

Unter Punkt 7 wird die Einweihung des Denkmals für die gefallenen Soldaten angesprochen. Der Vorsitzende Kamerad Dregger regt an, dass der Kriegerverein sich bei der Einweihung des Denkmals für die gefallenen Helden wesentlich betätigen müsse. Er schlägt vor, aus dem Vorstande des Kriegervereins eine Abordnung zu wählen, die mit der örtlichen Denkmalskommission in beratende Verbindung treten soll. Das anwesende Mitglied der Kommission, Kam. Hufelschulte sagt ein Zusammenarbeiten mit der Kommission zu, worauf zu Vertretern die Kam. Dregger, Brand und Horsch gewählt werden. Ergänzend wird dann beraten, der Kriegerverein möge mit Vorschlägen an die Kommission herantreten und sich zu ihren Sitzungen laden zu lassen.

Im Versammlungsprotokoll vom 11.9.1921 wird die Teilnahme zur Einweihung des Denkmales angesprochen. Hier wird aufgeführt: Da inzwischen eine Sitzung mit der Denkmalskommission stattgefunden hat, ist dem Kriegerverein die Einweihungsfeierlichkeit in die Hand gegeben. Es wird daher ein Vergnügungsausschuß gebildet, bestehend aus den Kameraden Theodor Böhmer, Josef Schulte, Heinrich Rocholl, Kaspar Meermann, Ferdinand Bonnekoh und Kam. Horsch.

Dies ist eine der frühesten Aufnahmen vom Kriegerdenkmal.

In der Generalversammlung am 12.1.1922 wurden die Einweihungsfeierlichkeiten zurückgestellt. Später, in der Versammlung vom 8.4.1922 erfahren wir aus den Aufzeichnungen, dass wegen der Ungunst des Wetters das Denkmal noch nicht fertig gestellt werden konnte und die Einweihung daher in den Nachsommer verschoben werden muss. Unter Punkt 5 der Versammlung war das Denkmal ein weiteres Mal Tagesordnungspunkt. Die ganze Angelegenheit wurde reiflich beraten und besprochen. Mit den hierbei gemachten Vorschlägen erklärten sich sämtliche Mitglieder einverstanden. Alle, mit einem Ehrenposten bedachten Kameraden versprachen ihr Möglichstes zu tun, um die Einweihung recht glanz- und würdevoll zu gestalten. Der Tag der eigentlichen Einweihung sollte noch besonders festgelegt und besprochen werden.

Aus dem u.a. Zeitungssbericht erfahren wir, dass das Denkmal im Frühjahr 1922 fertig gestellt wurde. Der Entwurf ist eine Idee des Dombaumeisters Matern aus Paderborn. Die Durchführung zum Bau des Denkmals lag in den Händen des Bildhauers Kemper aus Werl.

In einer Zusammenfassung von Protokollen zu dem Ehrenmal wird berichtet, „errichtet und gemauert ist das Ehrenmal aus Anröchter Steinen von dem Kameraden und Maurermeister Rudolf Bömelburg“.

Die Zeitung schrieb zu der Einweihungsfeier im Anfang des umfassenden Textes: „Die Einweihung des Kriegerdenkmals für das Kirchspiel Westönnen gestaltete sich zu einer imposanten Feier“. Es nahmen fast alle Bruderschaften, Feuerwehren und Vereine sowie ein großer Anteil der Bevölkerung an der Einweihungsfeierlichkeit teil.

In der Versammlung am 4. August 1922 bot sich Kamerad Schmitz an, die Wege und die dazugehörigen Sträucher dicht um das Denkmal in Ordnung zu halten, wofür ihm seitens des Kriegervereins der Dank und die Grasnutzung unmittelbar um das Denkmal zuerkannt wurde. Die Blumenpflege übernahm gegen Erstattung der Unkosten Kam. Lange.

Zum Ehrenmal folgt ein weiterer Bericht.

Für die Unterstützung zu diesen Berichten danken wir Michael Jolk vom Stadtarchiv Werl.

Kategorie: Allgemein, Ehrenmal, Friedhof, Gemeinde, Gemeinschaft, Geschichte, Historie, Historisches Allgemein, Persönlichkeiten Stichworte: Ehrenmal, Krieger und Landwehrverein, Kriegverein

HISTORY Ein Kreuz am Wege

11. Oktober 2024 von Friedrich Schleep

Hier ein weiterer Bericht von Friedrich Schleep aus dem Jahr 2002:

[Weiterlesen…] ÜberHISTORY Ein Kreuz am Wege

Kategorie: Gemeinde, Geschichte Stichworte: Vandalismus, Wegkreuz

HISTORY Opferteich

11. Oktober 2024 von Friedrich Schleep

Hier ein weiterer Bericht von Friedrich Schleep aus dem Jahr 2002:

[Weiterlesen…] ÜberHISTORY Opferteich

Kategorie: Gemeinde, Geschichte Stichworte: Opferteich, Schleep, Wietborn

Motorisierung in Westönnen

19. Juli 2024 von Tobias Baumann

Nach dem 1. Weltkrieg erreichte in den zwanziger und dreißiger Jahren die Motorisierung auch Westönnen. Besitzer der ersten drei Autos in Westönnen waren der Landwirt Ebel-Schulte, der Arzt des Dorfes Dr. Froning und der Fuhrunternehmer Wilhelm Preker. Die Versorgung mit Treibstoff für die später immer zahlreicher werdenden Fahrzeuge wurde durch eine Shell-Tankstelle der Familie Preker an der Weststraße sichergestellt. Bis in die sechziger Jahre konnte dort Benzin und Diesel getankt werden. Heute befindet sich dort der Firmensitz von DreiMeister.

Auf dem Bild oben links sind an der Kreuzung Breite Straße mit dem Westönner Hellweg sitzend Albert Nacke und neben dem Wagen stehend der Stellmacher Fritz Preker zu sehen. Der Wagen ist ein Chevrolet ohne Aufbau, da es früher üblich war nur Chassis zu kaufen und diese dann der späteren Verwendung entsprechend auszubauen. Diesen Chevrolet baute Fritz Preker zu einem Marktwagen für Albert Nacke aus.

Daneben ist die frühere Shell Tankstelle Preker an der Weststraße zu sehen. Zum Tanken steht ein DKW von Wilhelm Preker an der Zapfsäule. Die zu sehenden Personen sind namentlich nicht bekannt.

Die untere Aufnahme zeigt einen Bus der österreichischen Marke Saurer. Diese Aufnahme entstand kurz nach dem 2. Weltkrieg, zu erkennen am Kennzeichen der Britischen Besatzungszone.

Text und Bilder: Johannes Müller

Kategorie: Aus alten Tagen, Geschichte, Infrastruktur Stichworte: Aus alten Tagen, Geschichte, Infrastruktur, Motorisierung, Tankstelle, Verkehr

Die Westönner Feuerwehrkapelle – Teil 2

9. Juni 2024 von Klaus Hennemann

Das Titelbild zeigt die FFW-Kapelle im Festzug mit der Löschgruppe unter altem Feuerwehrhelm.

Im Jahre 1933, bei der Machtübernahme Hitlers, wurde die Westönner Musikkapelle zwangsweise, wie alle anderen Kapellen, in eine „SA-Kapelle“ umgewandelt. Als die NS-Parteileitung aber auf die kleinen Musikkapellen keinen Wert mehr legte, wurde sie wieder frei, was allgemein sehr begrüßt wurde. „Nun waren sie wieder Herr im eigenen Hause.“ Von nun ab wurden, wie vor 1924, alle Übungsstunden nur noch in Westönnen abgehalten.

Die Kriegsjahre 1939 bis 1945 brachten jedoch das Musikleben der Kapelle ganz zum Stillstand. Wer nicht zum Heeresdienst eingezogen war, wurde zur Arbeit verpflichtet. Keiner blieb verschont. Die Schrecken des furchtbaren Krieges, Leid, Angst und Sorge ließen nicht einmal mehr den Gedanken zum Musizieren und Feste feiern aufkommen. Der Musiker Franz Grothe musste noch am Ende des Krieges sein Leben lassen. Viele andere kamen erst lange nach Beendigung des Krieges aus der Gefangenschaft zurück. Ende 1947 konnte die Kapelle endlich ihre Musiker wieder zusammenrufen, die Probestunden konnten wieder aufgenommen werden.

Dann kamen die Jahre, in denen sie sich mehr auf die neue Zeit mit ihren modernen Erscheinungen, besonders auf dem Gebiet der Tanzmusik, umstellen musste. Die Tafeln, die früher einmal in den Schützenzelten und -häusern das Verzeichnis und die Reihenfolge der alten Tänze wie Walzer, Polka, Schottisch, Rheinländer u. a. angaben, waren schnell verschwunden. Diese Tänze blieben zwar erhalten, aber die Jugend verlangte nach modernen Tänzen mit neuen Melodien und neuen Rhythmen, wie sie in allen Tanzschulen gelehrt werden. Diese Umstellung gelang der Westönner Kapelle perfekt.

Der 4. Juli 1954 war für die Feuerwehrkapelle ein großer Trauertag. An diesem Tage wurde der Dirigent und Gründer der Kapelle, Anton Wittmers, unter großer Anteilnahme vieler Ver­eine zu Grabe getragen. Am Grabe spielte ihm seine Kapelle zum Ab­schied das Lied „Ich hatte  einen Kameraden“, das er selbst so oft an den Grä­bern verstorbener Krieger und Kameraden hatte spielen lassen.

Namensliste 1958

1 Max Teiber – 2 Emil Riemer

3 Fritz Bock – 4 Wilhelm Wirke

5 Fritz Preker – 6 Anton Hoffmann

7 Fritz Lawatsch – 8 Franz Jolk

9 nicht bekannt – 10 Werner Hoffmann

11 Egon Hoffmann – 12 Theodor Hoffmann

Auch 1957/58 und 1960 hatte die Kapelle schwere Verluste zu beklagen. In diesen Jahren starben die Mitglieder: Wilhelm Michel, Johann Jolk, Fritz Lawatsch (Ostvertriebener), Emil Riemer, Wilhelm Hoffmann und der Mitbegründer der Kapelle Kaspar Struck. Andere traten an ihre Stelle.

Dem Gründer Anton Wittmers folgten als Kapellmeister: 1954 Theodor Hoffmann, 1959 Wilhelm Wirke, 1961 Rudolf Zimmer.

Die Namen der Mitglieder der Feuerwehrkapelle 1961 waren: Rudolf Zimmer, Max Taiber, Dietrich Schildhauer, Siegfried Cremer, Werner Hoffmann, Albert Kellerhoff, Anton Hoffmann, Bernhard Voß, W. Bonnekoh, Egon Hoffmann, Fritz Preker und Theodor Hoffmann.

Die Familie Hoffmann war unter den Aktiven über die ganzen Jahre zahlenmäßig überlegen. V.li.: Willi, Theo, Egon und Anton Hoffmann, im Bild re: Theodor Hoffmann in einem Zeitungsausschnitt.

Am 5. November 1961 konnte die Westönner Feuerwehrkapelle mit der „Freiwilligen Feuerwehr“ ihr 5ojähriges Bestehen feiern. Fritz Preker konnte nach 5o Jahren treuer Mitgliedschaft von der Geschichte der Kapelle und ihrem „Auf und Nieder“ viel erzählen.

Orchestervereinigung FFW Westönnen Werl – 1 Nicht bekannt – Aushilfe – 2 Werner Hoffmann – 3 Nicht bekannt – Aushilfe – 4 Radi(e)x – 5 Albert Kellerhoff – 6 Trensch – 7 Wessel – 8 Fritz Preker

1 W. Hoffmann – 2 Bernhard Voß – 3 Dietrich Schildhauer – 4 Egon Hoffmann – 5 Fritz Preker – 6 Max Teiber – 7 Fritz Bock – 8 Werner Hoffmann – 9 Theodor Hoffmann – 10 Rudolf Zimmer – 11 Name nicht bekannt – 12 Wetekamp?

In den sechziger Jahren wurde es immer schwieriger die Spielfähigkeit der Kapelle zu gewährleisten.

Der Abgang wichtiger Leistungsträger stellte die Verantwortlichen immer wieder vor die Herausforderung, alle musikalischen Bereiche des Orchesters abzudecken.  So wurden zunehmend externe Kräfte hinzugezogen, welche entsprechend entlohnt werden mussten.

Später schloss man sich mit der Kapelle Scheidingen-Illingen zusammen und hatte dadurch noch weitere Auftritte zu verschiedenen Schützen und Volksfesten bis in den Hammer Raum.

Um 1966 wurden aber auch diese Aktivitäten eingestellt und die Feuerwehrkapelle löste sich nach    55-jähriger erfolgreicher Geschichte auf.

Obere Reihe vo. li.: Rudi Zimmer, Siegfried Cremer, E. Wessel, Dietrich Schildhauer, Franz Preker, Bernhard Voß, Max Teiber, Albert Kellerhoff und Egon Hoffmann.

Untere Reihe vo. li: O. Ehning, H. Lindner, Werner Hoffmann, H. Schehle, Theodor Hoffmann, Fritz Preker, Anton Hoffmann, H. Baier und W. Bonnekoh.

Übrig geblieben aus dieser Zeit sind noch die originalen Statuten von 1912, verschiedene Fotos, sowie ein bis 1966 geführtes Rechnungsbuch, welches sich heute im Besitz von Werner Hoffmann befindet.

Unter der Leitung von Werner Hoffmann begleiteten zudem ab den siebziger Jahren bis in das Jahr 2005 verschiedene Musiker der ehemaligen Feuerwehrkapelle die örtlichen Prozessionen, zu Christi Himmelfahrt, zu Fronleichnam und der Wallfahrt nach Werl.

Diesen und den ersten Bericht zur Westönner Feuerwehrkapelle haben Christoph Zeppenfeld und Klaus Hennemann aus der Niederschrift eines „Mitbegründers“ und in Anlehnung aus dem Heimatbuch „Westhues“ verfasst. Das Bildmaterial verdanken wir einigen Westönner Familien, die uns das Bildmaterial zur Verfügung gestellt haben. Hierzu sagen wir recht herzlichen Dank für die Unterstützung, besonders an Werner Hoffmann, der uns bei der Namensuche eine besondere Hilfe war.

Kategorie: Allgemein, Feuerwehr, Geschichte, Historie Stichworte: Feuerwehrkapelle Westönnen

Leid und Zerstörung vor 80 Jahren

28. April 2024 von Dieter Holtheuer

So titelte der WERLER ANZEIGER in seiner Ausgabe am 19. April 2024.

Es jährte sich zum 80. Male der Bombenangriff auf die Stadt Werl. 132 Menschen verloren hierbei ihr Leben. Die Werler Kreuzbruderschaft und der Neue Heimat- und Geschichtsverein gedachten an diesem Tage auf dem Werler Parkfriedhof der Opfer. Ausführlich hat der Werler Anzeiger auch hierüber am 23. April berichtet.

Für Westönnen ist hierzu nachzutragen, dass sich unter den 132 Toten auch drei Westönner Frauen befanden. Sie waren als Küchengehilfen auf dem Werler Flughafen tätig. Es waren:

Klara Brunnberg (* 14.10.1901) Anna Hegemann (* 07.06.1911) und Elisabeth Stratmann (* 26.09.1914)

Am 24. Und 25. April 1944 sind sie auf dem Westönner Friedhof beerdigt worden.

Ferdi Newe hat 2010 in seiner Schrift „Zum Gedenken an die Opfer der beiden Weltkriege aus dem Kirchspiel Westönnen“ auch der drei Frauen gedacht.

Gegen das Vergessen

von Ferdinand Newe, 2010
Herausgeber: Westönnen online e.V.
Druck: Haase Druck, Peter Haase, Ense-Bremen

Kategorie: Allgemein, Gemeinde, Geschichte, Historie Stichworte: 2. Weltkrieg, Bombenangriff, Werler Flughafen

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