Das Titelbild zeigt die FFW-Kapelle im Festzug mit der Löschgruppe unter altem Feuerwehrhelm.
Im Jahre 1933, bei der Machtübernahme Hitlers, wurde die Westönner Musikkapelle zwangsweise, wie alle anderen Kapellen, in eine „SA-Kapelle“ umgewandelt. Als die NS-Parteileitung aber auf die kleinen Musikkapellen keinen Wert mehr legte, wurde sie wieder frei, was allgemein sehr begrüßt wurde. „Nun waren sie wieder Herr im eigenen Hause.“ Von nun ab wurden, wie vor 1924, alle Übungsstunden nur noch in Westönnen abgehalten.
Die Kriegsjahre 1939 bis 1945 brachten jedoch das Musikleben der Kapelle ganz zum Stillstand. Wer nicht zum Heeresdienst eingezogen war, wurde zur Arbeit verpflichtet. Keiner blieb verschont. Die Schrecken des furchtbaren Krieges, Leid, Angst und Sorge ließen nicht einmal mehr den Gedanken zum Musizieren und Feste feiern aufkommen. Der Musiker Franz Grothe musste noch am Ende des Krieges sein Leben lassen. Viele andere kamen erst lange nach Beendigung des Krieges aus der Gefangenschaft zurück. Ende 1947 konnte die Kapelle endlich ihre Musiker wieder zusammenrufen, die Probestunden konnten wieder aufgenommen werden.
Dann kamen die Jahre, in denen sie sich mehr auf die neue Zeit mit ihren modernen Erscheinungen, besonders auf dem Gebiet der Tanzmusik, umstellen musste. Die Tafeln, die früher einmal in den Schützenzelten und -häusern das Verzeichnis und die Reihenfolge der alten Tänze wie Walzer, Polka, Schottisch, Rheinländer u. a. angaben, waren schnell verschwunden. Diese Tänze blieben zwar erhalten, aber die Jugend verlangte nach modernen Tänzen mit neuen Melodien und neuen Rhythmen, wie sie in allen Tanzschulen gelehrt werden. Diese Umstellung gelang der Westönner Kapelle perfekt.
Der 4. Juli 1954 war für die Feuerwehrkapelle ein großer Trauertag. An diesem Tage wurde der Dirigent und Gründer der Kapelle, Anton Wittmers, unter großer Anteilnahme vieler Vereine zu Grabe getragen. Am Grabe spielte ihm seine Kapelle zum Abschied das Lied „Ich hatte einen Kameraden“, das er selbst so oft an den Gräbern verstorbener Krieger und Kameraden hatte spielen lassen.

Namensliste 1958
1 Max Teiber – 2 Emil Riemer
3 Fritz Bock – 4 Wilhelm Wirke
5 Fritz Preker – 6 Anton Hoffmann
7 Fritz Lawatsch – 8 Franz Jolk
9 nicht bekannt – 10 Werner Hoffmann
11 Egon Hoffmann – 12 Theodor Hoffmann
Auch 1957/58 und 1960 hatte die Kapelle schwere Verluste zu beklagen. In diesen Jahren starben die Mitglieder: Wilhelm Michel, Johann Jolk, Fritz Lawatsch (Ostvertriebener), Emil Riemer, Wilhelm Hoffmann und der Mitbegründer der Kapelle Kaspar Struck. Andere traten an ihre Stelle.
Dem Gründer Anton Wittmers folgten als Kapellmeister: 1954 Theodor Hoffmann, 1959 Wilhelm Wirke, 1961 Rudolf Zimmer.
Die Namen der Mitglieder der Feuerwehrkapelle 1961 waren: Rudolf Zimmer, Max Taiber, Dietrich Schildhauer, Siegfried Cremer, Werner Hoffmann, Albert Kellerhoff, Anton Hoffmann, Bernhard Voß, W. Bonnekoh, Egon Hoffmann, Fritz Preker und Theodor Hoffmann.

Die Familie Hoffmann war unter den Aktiven über die ganzen Jahre zahlenmäßig überlegen. V.li.: Willi, Theo, Egon und Anton Hoffmann, im Bild re: Theodor Hoffmann in einem Zeitungsausschnitt.
Am 5. November 1961 konnte die Westönner Feuerwehrkapelle mit der „Freiwilligen Feuerwehr“ ihr 5ojähriges Bestehen feiern. Fritz Preker konnte nach 5o Jahren treuer Mitgliedschaft von der Geschichte der Kapelle und ihrem „Auf und Nieder“ viel erzählen.

Orchestervereinigung FFW Westönnen Werl – 1 Nicht bekannt – Aushilfe – 2 Werner Hoffmann – 3 Nicht bekannt – Aushilfe – 4 Radi(e)x – 5 Albert Kellerhoff – 6 Trensch – 7 Wessel – 8 Fritz Preker

1 W. Hoffmann – 2 Bernhard Voß – 3 Dietrich Schildhauer – 4 Egon Hoffmann – 5 Fritz Preker – 6 Max Teiber – 7 Fritz Bock – 8 Werner Hoffmann – 9 Theodor Hoffmann – 10 Rudolf Zimmer – 11 Name nicht bekannt – 12 Wetekamp?
In den sechziger Jahren wurde es immer schwieriger die Spielfähigkeit der Kapelle zu gewährleisten.
Der Abgang wichtiger Leistungsträger stellte die Verantwortlichen immer wieder vor die Herausforderung, alle musikalischen Bereiche des Orchesters abzudecken. So wurden zunehmend externe Kräfte hinzugezogen, welche entsprechend entlohnt werden mussten.
Später schloss man sich mit der Kapelle Scheidingen-Illingen zusammen und hatte dadurch noch weitere Auftritte zu verschiedenen Schützen und Volksfesten bis in den Hammer Raum.
Um 1966 wurden aber auch diese Aktivitäten eingestellt und die Feuerwehrkapelle löste sich nach 55-jähriger erfolgreicher Geschichte auf.

Obere Reihe vo. li.: Rudi Zimmer, Siegfried Cremer, E. Wessel, Dietrich Schildhauer, Franz Preker, Bernhard Voß, Max Teiber, Albert Kellerhoff und Egon Hoffmann.
Untere Reihe vo. li: O. Ehning, H. Lindner, Werner Hoffmann, H. Schehle, Theodor Hoffmann, Fritz Preker, Anton Hoffmann, H. Baier und W. Bonnekoh.
Übrig geblieben aus dieser Zeit sind noch die originalen Statuten von 1912, verschiedene Fotos, sowie ein bis 1966 geführtes Rechnungsbuch, welches sich heute im Besitz von Werner Hoffmann befindet.
Unter der Leitung von Werner Hoffmann begleiteten zudem ab den siebziger Jahren bis in das Jahr 2005 verschiedene Musiker der ehemaligen Feuerwehrkapelle die örtlichen Prozessionen, zu Christi Himmelfahrt, zu Fronleichnam und der Wallfahrt nach Werl.
Diesen und den ersten Bericht zur Westönner Feuerwehrkapelle haben Christoph Zeppenfeld und Klaus Hennemann aus der Niederschrift eines „Mitbegründers“ und in Anlehnung aus dem Heimatbuch „Westhues“ verfasst. Das Bildmaterial verdanken wir einigen Westönner Familien, die uns das Bildmaterial zur Verfügung gestellt haben. Hierzu sagen wir recht herzlichen Dank für die Unterstützung, besonders an Werner Hoffmann, der uns bei der Namensuche eine besondere Hilfe war.


