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Startseite » Archive für Dieter Holtheuer » Seite 6

Westönner Ansichtskarte

29. Oktober 2020 von Dieter Holtheuer

Heute stellen wir Ihnen eine schöne kolorierte alte Westönner Ansichtskarte vor.

Sie zeigt ein Motiv aus der Westönner Ortsmitte mit Blick auf die Pfarrkirche St. Cäcilia und der alten 1904 erbauten Schule. Im Mittelpunkt ist vorne der Schulhof mit Schulkindern und im hinteren Teil ist der alte Hof Rienhoff/Holthoff sichtbar.

Die Karte erschien im Verlag Franz Sauer Westönnen und wurde offensichtlich aus dem Hause Sauer in südlicher Richtung fotografiert. Im Vordergrund fehlt das 1929 erbaute Lehrerhaus. Das heißt, die Aufnahme muss zwischen 1904 und 1929 entstanden sein und wurde von dem damaligen Besitzer des Hauses Sauer, Franz Theodor Sauer (1885 – 1959), aufgenommen.

Leider ist die Karte postalisch nicht gelaufen, sonst wäre eine genauere Datierung möglich.

Ein originales Bild der Fam. Franz Sauer, bevor das Lehrerhaus gebaut wurde.

Kategorie: Allgemein, Historie Stichworte: Allgemein, Historie

1819 Unfall an der Luigsmühle

13. Oktober 2020 von Dieter Holtheuer

Vor 200 Jahren, am 19. Februar 1819, geschah an der Luigsmühle zu Oberbergstraße ein schrecklicher Unfall.

Die Magd Maria Catharina Pletstein aus Wickede wurde durch das sogenannte Triebwerk der Mühle erfasst und getötet. Dies erfahren wir durch den Eintrag im Sterberegister des Kirchenbuches der Westönner Pfarrkirche von 1808 bis 1826. Auf der Seite 180 hat der Pfarrer Bernard Voss folgenden Eintrag vorgenommen:

Übersetzung vom linken Teil:

Anna Catharina Pletstein von der Grabenbrücke bei Wickede, Magd aus Westönnen

Zum besseren Verständnis noch die „Übersetzung“ der Niederschrift:

Im Jahre Christi achtzehnhundert und neunzehn den neunzehnten Februar nachmittags um zwey Uhr wurde in der Mühle, die Luigsmühle genannt, bei Oberbergstraße, durch das sogenannte Triebwerk zugequescht und gleich getötet; Maria Catharina. des Joseph Pletstein, wohnhaft an der Grabenbrücke bei Wickede, Amt Werl, mit Anna Maria geborene Blesser ehelicher zeugte ledige Tochter, gewesene Magd dahier zu Westönnen, alt zweiundzwanzig Jahre, drei Monate und acht Tage und wurde den 21 ten desselben Monats Vormittags um zehn Uhr christlichen Gebrauchs nach zur Erde bestattet. In Gegenwart des Clemens Wulf, Eingesessener dahier zu Westönnen und des Caspar, ledigen Sohnes des Theodor Kenter gnt. Schriver, Organist dahier zu Westönnen, welche gegenwärtiges Protokoll nebst mir dem Pfarrer unterschrieben haben.

Clemens Wulff Kaspar Kenter Bernard Voss, Pfarrer

Kategorie: Historie Stichworte: Historie

Heiligenhäuschen von vor 1896

27. September 2020 von Dieter Holtheuer

Das Bild stammt aus der Zeit um 1970

4. Station der Westönner Fronleichnamsprozession

Der Werler Anzeiger berichtete am 18. Juni 2008 ausführlich über die Neugestaltung des Heiligenhäuschen an der Ecke Breite Straße/ Mawicker Weg in Westönnen. (Siehe Originalbericht)

Es wird hier beschrieben, dass das Heiligenhäuschen erstmals im Jahre 1913 erwähnt wird. Das entspricht nicht ganz den Tatsachen; denn ausführliche Studien und Überlegungen deuten vielmehr auf die Errichtung in der Mitte des 19. Jahrhunderts hin.

Leider fehlen konkrete Unterlagen und Zeugnisse, die eine genaue Auskunft über die Aufstellung geben. Die Stifter eines Denkmals stellten gewöhnlich keine Urkunde aus. Es wurde sehr oft aus besonderen und persönlichen Anlässen errichtet. So z.B. zur Verehrung eines bestimmten Heiligen, als Dankbarkeit für eine glückliche Heimkehr, auch für die Heilung von einer schweren Krankheit oder zur Erfüllung eines Gelübdes etc.

Das Heiligenhaus Fronleichnam 2019

Bei diesem Heiligenhäuschen können wir urkundlich beweisen, dass es bereits 1896 vorhanden war. Der Hof Hennemann, heute Linzbach, zentral in Westönnen gelegen, war auf Grund keiner direkten Erbfolge frei. Die Erben der 1895 verstorbenen Besitzerin Angela Franziska Hennemann gaben den Hof auf und beauftragten den Werler Auktionator Schlichting diesen zum Kauf anzubieten. Am 3. August 1896 legte er die Kaufbedingungen in elf Sparten vor. Unter Punkt neun lesen wir folgenden Passus:

„Der Ankäufer vom Hofe – Gebäuden – hat die Pflicht das Heiligen Häuschen bei Plattfaut für alle Zeiten in Stand zu halten und wie bisher auszuschmücken; ebenso hat Ankäufer von dem Ackergrundstücke am Mawickerwege das daselbst stehende Kreutz in Stand zu halten“.

Das hier auch erwähnte Kreuz stand früher an der Kreuzung Mawicker Weg/Elwieden, diagonal gegenüber dem alten Heiligenhäuschen von 1750.

Außer dem konkreten Datum von 1896 kann gesagt werden, dass der Stil und die Bauweise des Denkmals auf die Mitte bzw. zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hinweisen. Wir sehen hier typische neugotische Attribute.

Das Foto zeigt das alte Kreuz von vor 1896

Unter anderem das kreuzförmige Satteldach, den typischen gotischen Spitzbogen sowie ein sogenannter Dreipass mit JHS im Giebel. Dies alles deutet darauf hin, dass das Heiligenhäuschen von dem Hofbesitzer Johann Franz Henneman errichtet wurde. Er wurde am 5.Dezember 1800 geboren und starb am 3.August 1874 am Brustfieber. Am 8.Juli 1836 heiratete er Anna Gertrud Deitelhoff aus Mawicke.

Nach dem der Vater von Johann Franz 1852 gestorben war, hatte er wohl mit seiner Frau die Bewirtschaftung des Hofes übernommen.

Aus der Ehe gingen drei Töchter hervor. Maria Theresia, geboren 1838 und gestorben 1846. Elisabeth, geboren 1845 und gestorben 1848. Die zweitgeborene Tochter Angela Franziska, geboren 1841, war die bereits erwähnte Erbin. Sie starb am 19.Juni 1895 im Rochus-Hospital zu Telgte.

Nach diesen Überlegungen könnte das Heiligenhäuschen zwischen 1852 und 1874 errichtet worden sein.

Kategorie: Allgemein, Aus alten Tagen, Historie Stichworte: Allgemein, Aus alten Tagen, Historie

Kreuz 1953

10. September 2020 von Dieter Holtheuer

Im Jahre 1953 erfolgte die zweite Umgestaltung der St. Cäcilia Pfarrkirche Westönnen nach dem Kriege. Bereits 1947/48 hatte der Werler Kirchenmaler Hans Steinhage die Kirche neu ausgemalt.

1953 erfolgte nun eine Höherlegung des Chorraumes, der Altar und die Kommunionbank wurden neu gestaltet und das Christusbild von 1947 in der Apsis mußte der Umgestaltung weichen. Statt dessen erhielt der Chorraum über den Altar ein neues, neuromanisches Kreuz mit überlebensgroßem Corpus. (siehe Foto 1 u. 2)) Der Bildhauer Bernd Hartmann aus Wiedenbrück-Lintel war verantwortlich für die ganze Umgestaltung und hatte auch das Kreuz entworfen. Als Material wählte er Eichenholz und mit einer Blattsilbereinfassung hatte er es belegt.

Bernd Hartmann war ein Vertreter der sogenannten „Wiedenbrücker Schule“. Diese war in ihrer Art einzigartig. Sie bestand aus mehreren Werkstätten und Ateliers, war außerordentlich produktiv und lieferte Kircheneinrichtungen und Kunstwerke in alle Welt. In Westfalen fanden sich Altäre aus Wiedenbrück ebenso wie im Ruhrgebiet, den Niederlanden, Südamerika, den USA oder auch China. Neben den Altarbauern schufen in Wiedenbrück Bildhauer, Maler und andere Künstler sakrale Kunstgegenstände und auch Möbel.

Ein fast gleiches Kreuz, in einer Kreuzigungsgruppe, hat Bernd Hartmann in seiner Heimatstadt in der Wiedenbrücker Kreuzkirche geschaffen. 1962 schnitzte er für die St. Christpherus-Kirche in Hirschberg eine sehr schöne Krippe aus Lindenholz, die in ihrer Ausführung vor allem an die westfälische Heimat erinnert.

Bernhard Hartmann ist 1905 in Wiedenbrück geboren und dort auch 1972 gestorben. Nach seiner Bildhauerausbildung 1920 – 1924 war er in Osnabrück, Kleve und Düsseldorf tätig. Anschließend studierte er in München. 1956 heiratete er die bekannte Künstlerin Ima Rochelle, die im März 2013 mit 86 Jahren in München starb. Beide hatten in Jerusalem u.a. die Taufkapelle der Verkündigungskirche ausgestattet.

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Zurück zum Kreuz in der unserer Pfarrkirche. In den Jahren 1968/1969 erfolgte, unter Pfarrer Witte, eine weitere Innenrenovierung der Pfarrkirche. Das Kreuz war offensichtlich bei den Gemeindemitgliedern nicht sehr beliebt und wurde deswegen nicht mehr mit in die Neugestaltung des Kirchenraumes einbezogen.

Der Hemmerder Künstler Josef Baron schuf nun neuen in Bronze gegossenen kostbaren Altarschmuck, einen Tabernakel, ein Hängekreuz, ein Ambo, sowie sechs Altarleuchter.

Unser altes Kreuz fand zuerst eine neue Heimat im Chorraum der St. Vitus Kirche in Bontkirchen am Diemelsee. Heute befindet es sich seit ca 1987 an der Chorwand, als Dauerleihgabe von Bontkirchen, in der St. Karl Borromäus Kirche in Dortmund-Dorstfeld, umgeben von fünfzehn alten russischen Ikonen.

Kategorie: Alte Bilder, Geschichte, Kirche Stichworte: Alte Bilder, Geschichte, Kirche

PRÄLAT EBERHARD DROSTE

18. Juli 2020 von Dieter Holtheuer

Im Jahrbuch 2004 des Soester Anzeiger wird unter dem Titel: „Kirche hinter Stacheldraht“ Ein hochinteressanter Beitrag vorgestellt. Er beschreibt Erinnerungen aus der Kriegsgefangenschaft nach dem letzten Weltkrieg in den USA.

Unter den Gefangenen befand sich auch der ehemalige Vikar Eberhard Droste. Nach der Entlassung aus der Gefangenschaft war er von April 1946 bis Februar 1949 er als Vikar in der Pfarrei St. Cäcilia Westönnen tätig.

Hermann Josef Dregger aus Körbecke hat uns für diesen Bericht einen ausführlichen Lebenslauf des Priesters Eberhard Droste recherchiert und zusammengestellt.

Prälat Eberhard Droste (1910 –2005)

Eberhard Droste wurde am 06. August 1910 als zweites von acht Kindern der Eheleute Franz Wilhelm Droste (1877 – 1936) und Theresia geb. Kametz (1874 – 1951) in Allagen geboren und in der dortigen Pfarrkirche St. Johannes Baptist am 10. August 1910 getauft. Sein Vater war Kettenschmied in einer kleinen Heimschmiede am Stukenweg. Seine Mutter hatte bereits fünf Kinder aus ihrer ersten Ehe mit Joseph Franz Kaspar Störmann, der am 24. August 1903 verstorben war.

Nach dem Abitur und dem Studium der Philosophie und der katholischen Theologie in Freiburg (Breisgau) und Paderborn, empfing er am 13. März 1937 im Hohen Dom in Paderborn die Priesterweihe. Seine erste Vikarsstelle trat er am 31. März 1937 in der Pfarrei St. Antonius in Ickern, im Nordosten Castrop-Rauxels, an. Währenddessen erfolgte 1938 eine Haussuchung und 1939 ein Verhör durch die Geheime Staatspolizei (Gestapo).

Im Bild Vikar Eberhard Droste am Tag seiner Heimatprimiz in Allagen am Ostermontag, 29. März 1937

Am 15. Januar 1940 wurde er zum Heeresdienst einberufen und nahm bis 1945 als Sanitätsunteroffizier und Priester am 2. Weltkrieg teil. Im Reservelazarett erhielt er Predigtverbot, weil der Vikar einem sterbenden SS-Mann (Schutzstaffel) christlichen Zuspruch erteilt hatte. Daraufhin erfolgten Verhöre und die Strafversetzung zum Feldheer. Während der einjährigen amerikanischen Kriegsgefangenschaft in Pow Camp Fort Devens im US-Bundesstaat Massachusetts, unweit der Bischofsstadt Boston, wirkte er sehr segensreich als Lagerkaplan und stand manchem seiner Mitgefangenen in schwieriger Lebenslage bei. Außerdem gründete er dort einen Gesellenverein.

Durch die Strapazen der Gefangenschaft gezeichnet, kam er am 17. April 1946 als Vikar in die Pfarrei St. Cäcilia in Westönnen. Nach seiner Genesung war er vom 03. Februar 1949 bis Dezember 1954 als Vikar in der Propsteigemeinde St. Walburga in Werl tätig.

Am 31. Dezember 1954 trat er seinen Dienst als Vikar an der Propsteigemeinde St. Gertrud in Wattenscheid an. Bereits am 08. Dezember 1956 erfolgte seine Ernennung zum ersten Pfarrer der neugegründeten Kirchengemeinde St. Pius in Wattenscheid, deren Aufbau ihm anvertraut wurde. Dort erbaute er die Kirche, das Pfarrhaus, das Pfarrheim, den Kindergarten und das Jugendheim.

Zusätzlich wurde ihm am 17. Dezember 1962 die Aufgabe des Definitors des Stadtdekanates Wattenscheid übertragen. Für die Jahre 1979 bis 1985 wählten ihn die Seelsorger des Dekanates Wattenscheid zum Stadtdechanten und Dechanten des Stadtdekanates Wattenscheid.

Auf Grund seines vielfältigen Engagements und seiner Treue zur Kirche ernannte ihn Papst Johannes Paul II. (1920 – 2005) am 28. Oktober 1983 zum Päpstlichen Ehrenkaplan mit dem Titel Monsignore. Als weitere Ehrung seitens der Stadt Wattenscheid wurde Prälat Droste das Bundesverdienstkreuz am Bande und der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Nach seiner Versetzung in den Ruhestand am 01. Juni 1992 half er in der Pfarrei St. Pius Wattenscheid, als Pfarrer im besonderen Dienst weiter seelsorglich mit.

Im Mai 2003 verlegte Prälat Eberhard Droste seinen Wohnsitz in die Seeufer-Residenz nach Möhnesee-Wamel, in der Nähe seiner geliebten sauerländischen Heimat Allagen. Anfang Januar 2004 zog er in das St. Elisabeth Wohn- und Pflegeheim in Möhnesee-Körbecke.

Nach seiner Versetzung in den Ruhestand am 01. Juni 1992 half er in der Pfarrei St. Pius Wattenscheid, als Pfarrer im besonderen Dienst weiter seelsorglich mit. Im Mai 2003 verlegte Prälat Eberhard Droste seinen Wohnsitz in die Seeufer-Residenz nach Möhnesee-Wamel, in der Nähe seiner geliebten sauerländischen Heimat Allagen. Anfang Januar 2004 zog er in das St. Elisabeth Wohn- und Pflegeheim in Möhnesee-Körbecke.

Nach kurzer schwerer Krankheit verstarb er am Sonntag, 02. Januar 2005 im hohen Alter von 94 Jahren im Marienkrankenhaus in Soest.

Im Totenbrief des Bistums Essens schreibt Diözesanbischof Dr. Felix Genn: „Ein erfülltes Priesterleben hat seine Vollendung gefunden. Mit beeindruckendem Engagement hat Prälat Droste fast 68 Jahre lang mit großer Treue und Gewissenhaftigkeit seinen priesterlichen Dienst erfüllt und die Pfarrei St. Pius auferbaut. Dank seiner guten Gesundheit war er unermüdlich bis ins hohe Alter seelsorglich tätig. Seine frohe Glaubenshaltung, seine Liebenswürdigkeit und stete Freundlichkeit überzeugten alle. Nicht nur um seine ihm anvertraute Gemeinde, sondern auch um die Belange des Stadtdekanates Wattenscheid und die dort tätigen Mitbrüder hat er sich mit Umsicht und großer Herzensgüte gekümmert.“

Die Totenvesper wurde am Donnerstag, 06. Januar 2005 um 18.00 Uhr in der Pfarrkirche St. Pius in Bochum-Wattenscheid gebetet. Zeitgleich fand in der Pfarrkirche St. Pankratius zu Körbecke ein Vespergottesdienst mit anschließender Eucharistiefeier statt.

Seine letzte irdische Ruhestätte fand er in Wattenscheid, wo er fast 50 Jahre gewirkt hat. Das Requiem war am Freitag, 07. Januar 2005 um 14.00 Uhr in der Pfarrkirche St. Pius und um 16.00 Uhr die Beisetzung in der Priestergruft des Propsteifriedhofs in der Saarlandstraße.

Quellennachweise:

– Geschichte des Kirchspiels Allagen – Ein Heimatbuch von Hautlehrer a. d. Bernhard Kraft, Herausgegeben von der Gemeinde Allagen, 1967, Seite 106f

– Priester unter Hitlers Terror, Eine biographische und statistische Erhebung, Band II, herausgegeben von Ulrich von Hehl und Christoph Kösters, Petra Stenz-Maur und Elisabeth Zimmermann, 1996, Seite 1152

– Totenbrief des Bistums Essen vom 03. Januar 2005

– Presseartikel „Prälat Eberhard Droste verstorben“ im „Soester Anzeiger“ von Mittwoch, 05. Januar 2005

– Pfarrnachrichten Nr. 1 (2005) für die Zeit vom 08. Januar bis zum 23. Januar 2005 Pastoralverbund Möhnesee, Pfarrer Dr. Gerhard Best, 2005

– Freundliche Auskunft mit Angaben und Fotos durch Dr. Ferdinand Ferber, Gruppe Familienforschung und Heimatpflege Allagen

Kategorie: Allgemein, Geschichte, Historie, Kirche Stichworte: Allgemein, Geschichte, Historie, Kirche

Schwerer Unfall bei der Rübenkrautherstellung

30. Juni 2020 von Dieter Holtheuer

Die örtliche Presse, das Soester Kreisblatt und das Centrale Volksblatt, berichteten 1896 von einem schrecklichen Unfall in Westönnen. In der Rübenkrautfabrik hatte sich ein schwerer Unfall ereignet.

Dieser geschah vor 124 Jahren bei der Firma C. Kerkhoff. Lange bevor die Firma Kerkhoff mit der Sauerkrautproduktion begann, hatte sie sich schon seit 1854 mit der Herstellung von Rübenkraut beschäftigt.

Heinrich Westhues schreibt dazu im Westönner Heimatbuch: „Die erste und einzige Rübenkrautfabrik in Westönnen wurde 1854 auf dem Kerkhoffschen Hof errichtet, aber 1910 wieder aufgegeben. Das in damaliger Zeit viel begehrte, besonders von Kindern gern gegessene Rübenkraut mußte der Margarine und Marmelade, die immer mehr den Markt eroberten, weichen.“

Die genannten Zeitungen schrieben am 7. und 8. Oktober 1896 über den Vorfall. Siehe die beigefügten Ausschnitte. Es wird dokumentiert, dass eine siedend heiße Rübenmasse von ca.12 Zentnern, auf Grund eines Materialfehlers, aus einem Dampfkessel austrat. Der 52jährige Mitarbeiter Peter Bonnekoh wurde von der Krautmasse erfaßt und verunglückte dadurch tödlich.

Im Sterberegister der Westönner Pfarrei hat Pfarrer Anton Aßmann notiert:„ 06.10.1896; morgens um 11 ¾ Uhr verunglückte der Tagelöhner Peter Bonnekoh. Er hinterläßt die Witwe und drei Kinder.“

Peter Bonnekoh war der Sohn des Tagelöhners Ferdinand Bonnekoh und seiner dritten Ehefrau Maria Theresia Stratmann. Am 14. September 1844 wurde er als erstes Kind dieser Ehe geboren und einen Tag später getauft.

Mit 25 Jahren heiratete er in der Westönner Pfarrkirche die 24 jährige Angela Elisabeth Göers am 18. November 1869. Sie stammte aus Wambeln und war die Tochter des Tagelöhners Caspar Anton Göers und Elisabeth Lükenkemper. Dem Paar wurden zwischen 1870 und 1888 fünf Söhne geboren. Zwei dieser Kinder, Anton und Wilhelm, starben schon recht früh als Kleinkinder 1877 und 1878 an Masern und Krämpfen.

Kategorie: Allgemein, Alte Herren, Historie Stichworte: Allgemein, Historie

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