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Startseite » Archive für Dieter Holtheuer » Seite 5

Van Dage gifft et Siuermius

7. August 2021 von Dieter Holtheuer

Vor ca 30 Jahren erschien in der Schrift „Unser Westfalen“ Jahrbuch 1982/83; S. 110/111; vom Westf. Heimatverlag Hamm, ein Beitrag von einem „Sauerkrautdorf“ in der Soester Börde.

Der Titel lautet: Van Dage gifft et Siuermius. Auf gut Deutsch heißt dies: Heute gibt es Sauerkraut.

Passend zur bald beginnender Kohlernte möchten wir den zitierten Artikel nochmals vorstellen.

Kategorie: Allgemein, Aus alten Tagen Stichworte: Allgemein, Aus alten Tagen

Doppelhochzeit von 100 Jahren

23. April 2021 von Dieter Holtheuer

Braut, Bräutigam und Trauung mal zwei ist ein nicht alltägliches Ereignis. Dies geschah aber vor fast genau 100 Jahren in Westönnen. Zwei Geschwister aus Westönnen gaben sich in der hiesigen Pfarrkirche das Ja-Wort.

Am 20. April 1921 fand also eine sogenannte Doppelhochzeit statt. Die Geschwister Elisabeth und Eberhard Luig-Kaune aus der Kirchstraße, 25 und 24 Jahre alt, Kinder des Landwirts Ferdinand Luig-Kaune und seiner Frau Anna geborene Hollmann, waren die glücklichen Brautleute.
Elisabeth ehelichte den Landwirt Franz Christian Vogelsang aus Sintel bei Wiedenbrück, Sohn des Bernhard Vogelsang und der Christina Heihaus.

Eberhard heiratete die Maria Menne aus Liesborn. Sie war die Tochter des Landwirts Gerhard Menne und der Anna Senger. Es war sicherlich eine große Bauernhochzeit mit sehr vielen Gästen.

Von dieser Feier ist ein interessantes Schriftstück erhalten geblieben. Es handelt sich um ein kleines Liederheft mit zehn Liedern, die auf der Hochzeitsfeier gesungen wurden.

Die einzelnen Lieder waren betitelt:

Hochzeitshymne – Dem Brautpaare – Den Eltern – Den Gästen – Den Damen – Junggesellenlied – Trinklied – Westfalenlied – Abschied vom Brautpaar – Schlußkantus.

Kategorie: Aus alten Tagen, Historie Stichworte: Aus alten Tagen, Historie

Karneval in Westönnen vor 142 Jahren

11. Februar 2021 von Dieter Holtheuer

Schon 1879, vor 142 Jahren, wurde in Westönnen vielleicht das erste Mal Karneval gefeiert.

Dies berichtet uns eine interessante Anzeige im CENTRAL-VOLKSBLATT für den Regierungsbezirk Arnsberg vom 22. Februar 1879. Die erste närrische Sitzung sollte am gleichen Tag um acht Uhr beginnen. Gefeiert wurde im Saal des Herrn Wulf. Es handelt sich hier um einen Vorbesitzer der heutigen Gaststätte Hagen.

Das Motto der Westönner Karnevalisten lautete:

„Keiner draf no achte kummen,

süs wät vom Narren übel nommen.“

Auf gut Deutsch heißt das: „Keiner darf zu spät oder nach acht Uhr erscheinen, sonst wird es einem von den Narren übelgenommen. Alle sollen pünktlich sein.“ Die Damen hatten sogar freien Eintritt.

Übrigens: Das CENTRAL-VOLKSBLATT erschien erstmalig am 1. Januar 1856 mit einer Auflage von 3000 Stck für den Regierungsbezirk Arnsberg. Gegründet und verlegt wurde die Zeitung von dem Werler Buchhändler Anton Stein.

Kategorie: Alte Bilder, Aus alten Tagen, Historie Stichworte: Alte Bilder, Aus alten Tagen, Historie

Ansichtskarte Ostönnen

2. Februar 2021 von Dieter Holtheuer

Heute möchten wir einmal eine Postkarte aus unserer Nachbarschaft vorstellen. Es handelt sich um unsere östliche Nachbargemeinde Ostönnen.

Die Bildseite zeigt uns vier kolorierte Motive aus Ostönnen. Es handelt sich um den Kleinbahnhof, die Molkerei und das Pastorat; sowie die Ringofenziegelei W.Berghoff.

Eine Elisabeth sendet die herzlichen Grüße am 28. April 1900 an Christin Barth in Elberfeld – Hofkrug.

Interessant ist die Abstempelung. Sie erfolgte nicht in Ostönnen, sondern in Elberfeld.

Kategorie: Allgemein, Alte Bilder, Historie Stichworte: Allgemein, Alte Bilder, Historie

Westönner Ansichtskarte von 1907

27. Januar 2021 von Dieter Holtheuer

Heute möchten wir eine alte Postkarte von Westönnen, geschrieben im Jahre 1907, vorstellen.

Am 25. September wurde sie in Westönnen aufgegeben und erreichte bereits einen Tag später ihren Bestimmungsort Metz in Lothringen. Metz gehörte derzeit noch bis 1918 zu Deutschland. Man beachte die kurze Laufzeit der Karte!

Die Postkarte zeigt uns drei kolorierte Motive von Westönnen. Erstens die 1904 erbaute Schule mit Lehrern und Schulkindern. Im Hintergrund die Kirche und den Hof Grae. Zweitens die 1889 erbaute Molkerei. Und letztlich das Gast- und Geschäftshaus Kappen westlich der Pfarrkirche.

Leider ist die Schrift der Karte mit Bleistift geschrieben, verblichen und schwer lesbar. Trotzdem ist noch folgendes zu entziffern.

Auf der Anschriftseite:

Herrn

Wolfgang Schnuldt

Hochwohlgeboren

Metz

Kaiser Wilhelms Weg Nr.13

Auf der li.Seite steht: Lebe Wohl und darunter Auf Wiedersehen

Auf der Bildseite:

Oberhalb der Bilder Gruß an Maria

Lieber Wolfgang

Ich habe Luig erst besucht.

Deine Grüße habe ich bestellt.

Es grüßt Franz Rehagen.

Die herzlichten Grüße von

Ihrem früherem Burschen F. Luig

Kategorie: Allgemein, Historie Stichworte: Allgemein, Historie

Bahnhofsbau in Westönnen 1901

10. Januar 2021 von Dieter Holtheuer

Dieter Holtheuer hat im Landesarchiv NRW Abt. Rheinland; unter Bahndirektion Essen BR 1200/Nr. 906-907; diese interessanten Zeichnungen entdeckt. Die Bauzeichungen zeigen das Empfangsgebäude und den Güterschuppen für die Haltestelle Westönnen.

Aus diesem Anlass veröffentlichen wir an dieser Stelle den Text aus dem Werk „HEIMATBUCH DES KIRCHSPLELS WESTÖNNEN“ von Heinrich Westhues 1966/S.31-32:

„In den Jahren 1853 und 54 wurde die an Westönnen vorbeiführende Eisenbahn Unna-Werl-Soest als „Bergisch-Märkische Eisenbahn“ gebaut und am 9. Juli 1855 in Betrieb genommen. Bei den Bewohnern der an der neuen Eisenbahnstrecke gelegenen Städte und Dörfer herrschte über die nunmehr so bequeme Gelegenheit zum Reisen große Freude. Alle gingen daran, da die Eisenbahnverwaltung für den Bau eines Bahnhofsgebäudes einen Zuschuß von der Stadt bzw. dem Dorf forderte, diesen beizeiten aufzubringen, damit auch ihr Ort Haltestelle werde. Einige Westönner schienen dafür keinen Sinn zu haben. „Man wollte das Dorf vor fremden und bösen Einflüssen bewahren.“

Erst in den Jahren 1898/99 gelang es den Bemühungen das damaligen Vorstehers Kaspar Kerkhoff trotz der hier und da bestehenden Abneigung, die Mittel aufzubringen. Am 3. Februar 1898 wurde eine Liste zur freiwilligen Spende aufgelegt. 70 Personen zeichneten 6645 Mark, die die Gemeindevertretung auf 6700 Mark erhöhte. Außerdem bewilligte sie noch 8000 Mark und nahm 1899 ein Darlehen in Höhe von 16700 Mark bei der Sparkasse der Ämter Werl und Bremen zu 4 Prozent Zinsen und 1 Prozent Amortisation auf.

Oberbergstraße erklärte sich bereit, einen Beitrag von 2000 Mark zu leisten, wenn ein direkter Fußweg von dort zum neuen Bahnhof durch die Westönner Gemeindewiesen angelegt würde. Dem stand nichts im Wege. Auch die erforderlichen Grundstücke für die Bahnhofsanlage wurden von der Gemeinde Westönnen zur Verfügung gestellt.

Nach vielen persönlichen Bemühungen und eingehenden Schriftstücken über die Notwendigkeit und Rentabilität des Bahnhofs und die Bereitwilligkeit der Gemeinde in der Kostenfrage wurde der Bau der neuen Haltestelle für den Personen- und Güterverkehr Ende 1899 von der Königlichen Eisenbahndirektion Elberfeld genehmigt. Sofort ging man ans Werk, und Mitte September 1901 waren die Bauarbeiten beendet. Bauunternehmer war Buchgeister in Westönnen. Am 1. Oktober desselben Jahres hielten zum erstenmal planmäßig die Personenzüge auf dem neuen Bahnhof.

Es war ein großer Tag für Westönnen. Ein jahrelanger Wunsch der Gemeinde, der mit großen Opfern erkämpft war, hatte sich erfüllt.

Der erste Fahrgast, der auf dem Bahnhof Westönnen seinerzeit ausstieg, war Franz Plattfaut, der nach beendeter Militärdienstzeit als Reservist mit dem üblichen Reservestock und mit Blumen geschmückt, in seinen geliebten Heimatort Westönnen zurückkehrte.“

Kategorie: Allgemein, Historie Stichworte: Allgemein, Historie

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