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Ein Gemeindeprotokoll von 1879

21. April 2021 von Klaus Hennemann

Im letzten Jahr wurde an der Ecke Mummelstr. / Westönner Bachstr. eines der letzten alten Häuser aus unserer Ortsmitte abgerissen. Äußerlich war das Haus gar nicht in schlechtem Zustand, aber eine Renovierung auf den heutigen Standard und deren Erfordernisse war nicht mehr wirtschaftlich. Es gab also nur diese Lösung.

Aber wer wohnte dort früher? Elisabeth Tolles, die das Haus mit Ihrer Familie lange Zeit bewohnte, konnte uns hier mit einigen Unterlagen weiterhelfen.

Mit freundlicher Unterstützung von Dieter Holtheuer haben wir eine Kopie des Protokolls einer Gemeinderatssitzung vom 19. Januar 1879 übersetzen können und somit auch den Besitzer aus der Zeit herausgefunden.

Es handelte sich zu der Zeit um den Tagelöhner Bernhard Stoltefaut. Bernhard Stoltefaut hatte am 23.01.1862 die Elisabeth Kerkhoff geheiratet. Er war Knecht in Westönnen und Sohn der verstorbenen u. unverheirateten Catharina Stoltefaut; er war zur Heirat 36 Jahre, 10 Monate und 14 Tg alt. Seine Ehefrau Elisabeth war die Tochter des Tagelöhners Philipp Kerkhoff und der Maria Salome Michel, sie war 26 Jahre, 6 Monate u. 9 Tage alt.

In der Gemeinderatssitzung erklärte sich Bernhard Stoltefaut u.a. bereit, für die Anlage des Westönner Baches zu einem befahrbaren Wege den notwendigen Grund seines Gartens abzugeben.

Weiter entnehmen wir der Übersetzung von Dieter Holtheuer den Originaltext wie folgt:

Es erschien der Tagelöhner Bernhard Stoltefaut von hier und erklärte.

daß er bereit sei den bei Anlage des Westönner Baches zu einem fahrbaren Wege hierzu von seinem angrenzenden Garten nothwendigen Grund und Boden pro Quadr. Ruthen 6 Tha(ler) buchstäblich sechs Thr mit der Bedingung herzugeben, daß sein Garten auf Kosten der Gemeinde Westönnen mit einer neuen Weißdornhecke eingefriedigt und so lange unterhalten werde, bis dieselbe vollständsig zugewachsen resp(ektive) den zum Garten gegen Vieh notwendigen Schutz vollständig gewähren und ausserdem die Anlage des Weges so ausgeführt werde, daß seine beidennicht weit von der Grenze stehenden größten Birnbäume sten bleiben können.

Übersetzung des linken Teils vom Protokoll:

Die Gemeinde Westönnen wird durch den Vorsteher 6 Gemeinde Verortneten und 1 Rittergutsbesitzer vertreten.

Anwesend sind: 1.Vorsteher und Beigeordneter Kerkhoff

Gem.-Verord. Schulte 3. „ Pieper 4. „ Gordes 5. „ W. Stewen 6. „ Plattfaut 7. für Gut Lohe Verwalter Schulte

Im rechten Teil des Protokolls:

In der heutigen durch Currende vom 13. t(en) d(es) M(onats) vorschrift mäßig zusammenberufenen Gemeinde – Versammlung wurde folgendes verhandelt und beschlossen:Nr. 483 Die von dem Tagelöhner abgegebene Erklärung betreffend der zur Anlage des Baches von seinem Garten erforderlichen Grund und Boden, wurde genehmigt und bewilligt, daß derselbe pro Preus. Quadr. Ruthen 6 rt. erhalten, sowie der Graben wie verlangt eingefaßt und unterhalten werde.

Für die Unterstützung zu diesem Bericht danken wir Elisabeth Tolles für die Leihgabe und Einsicht in die Unterlagen und Dieter Holtheuer für die Übersetzung der Urkunden und der Findung des B. Stoltefaut.

Kategorie: Allgemein, Alte Bilder, Aus alten Tagen, Historie

Karneval in Westönnen vor 142 Jahren

11. Februar 2021 von Dieter Holtheuer

Schon 1879, vor 142 Jahren, wurde in Westönnen vielleicht das erste Mal Karneval gefeiert.

Dies berichtet uns eine interessante Anzeige im CENTRAL-VOLKSBLATT für den Regierungsbezirk Arnsberg vom 22. Februar 1879. Die erste närrische Sitzung sollte am gleichen Tag um acht Uhr beginnen. Gefeiert wurde im Saal des Herrn Wulf. Es handelt sich hier um einen Vorbesitzer der heutigen Gaststätte Hagen.

Das Motto der Westönner Karnevalisten lautete:

„Keiner draf no achte kummen,

süs wät vom Narren übel nommen.“

Auf gut Deutsch heißt das: „Keiner darf zu spät oder nach acht Uhr erscheinen, sonst wird es einem von den Narren übelgenommen. Alle sollen pünktlich sein.“ Die Damen hatten sogar freien Eintritt.

Übrigens: Das CENTRAL-VOLKSBLATT erschien erstmalig am 1. Januar 1856 mit einer Auflage von 3000 Stck für den Regierungsbezirk Arnsberg. Gegründet und verlegt wurde die Zeitung von dem Werler Buchhändler Anton Stein.

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Ansichtskarte Ostönnen

2. Februar 2021 von Dieter Holtheuer

Heute möchten wir einmal eine Postkarte aus unserer Nachbarschaft vorstellen. Es handelt sich um unsere östliche Nachbargemeinde Ostönnen.

Die Bildseite zeigt uns vier kolorierte Motive aus Ostönnen. Es handelt sich um den Kleinbahnhof, die Molkerei und das Pastorat; sowie die Ringofenziegelei W.Berghoff.

Eine Elisabeth sendet die herzlichen Grüße am 28. April 1900 an Christin Barth in Elberfeld – Hofkrug.

Interessant ist die Abstempelung. Sie erfolgte nicht in Ostönnen, sondern in Elberfeld.

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Vor 50 Jahren – schwerer LKW-Unfall auf der alten B1

26. November 2020 von Alfred Risse

Vor 50 Jahren schrieb die WP von einem schweren LKW-Unfall auf der alten B1. Zum Glück gab es bei dem Unfall keine Verletzten, obwohl das Bild einen anderen Eindruck erweckt.

Mit diesem Bericht, der vor 50 Jahren in der Lokalzeitung erschien, setzen wir die Serie fort, mit der wir an Ereignisse erinnern, die in früherer Zeit in verschiedenen Zeitungen veröffentlicht wurden. Die Zeitungsberichte wurden uns dankenswerterweise von Alfred Risse zur Verfügung gestellt, der schon seit einiger Zeit in den bekannten Zeitungsarchiven nach Berichten aus dem Kirchspiel sucht und umfangreich fündig geworden ist.

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Kapitale Hirsche in Ungarn erlegt

29. September 2020 von Alfred Risse

Westönner erlegten zwei kapitale Hirsche in Ungarn

In ihrer Ausgabe vom 24. Sept. 1970 berichtet die Westfalenpost über den Jagdausflug von Heinz Dohe und Theo Hering nach Ungarn. Zwei schwere Geweihe brachten sie aus dem Land, das damals noch zum Warschauer Pakt gehörte, mit. Für ihre Abschüsse erhielten die Jagdfreunde zusätzlich noch eine Medaille. Das Bild zeigt die Beiden vor ihren Trophäen. Es stellt sich die Frage ob die Geweihe heute noch existieren.

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Dorfabend der Schützenbruderschaft Mawicke vor 50 Jahren

15. September 2020 von Alfred Risse

Auch in Mawicke wurde immer schon gut und gerne gefeiert. So auch im Jahr 1970, als die Mawicker Schützenbruderschaft zu einem recht gut besuchten Dorfabend geladen hatte.

Mit diesem Bericht, der vor 50 Jahren in der Westfalenpost erschien, setzen wir die Serie über Geschehnisse in unserem Kirchspiel fort, über die früher in den Lokalzeitungen berichtet wurde. Unser Dank richtet sich an Alfred Risse, der in unermüdlicher Arbeit die Berichte aus alter Zeit wieder zu Tage bringt.

Kategorie: Allgemein, Alte Bilder, Historie

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