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PRÄLAT EBERHARD DROSTE

18. Juli 2020 von Dieter Holtheuer

Im Jahrbuch 2004 des Soester Anzeiger wird unter dem Titel: „Kirche hinter Stacheldraht“ Ein hochinteressanter Beitrag vorgestellt. Er beschreibt Erinnerungen aus der Kriegsgefangenschaft nach dem letzten Weltkrieg in den USA.

Unter den Gefangenen befand sich auch der ehemalige Vikar Eberhard Droste. Nach der Entlassung aus der Gefangenschaft war er von April 1946 bis Februar 1949 er als Vikar in der Pfarrei St. Cäcilia Westönnen tätig.

Hermann Josef Dregger aus Körbecke hat uns für diesen Bericht einen ausführlichen Lebenslauf des Priesters Eberhard Droste recherchiert und zusammengestellt.

Prälat Eberhard Droste (1910 –2005)

Eberhard Droste wurde am 06. August 1910 als zweites von acht Kindern der Eheleute Franz Wilhelm Droste (1877 – 1936) und Theresia geb. Kametz (1874 – 1951) in Allagen geboren und in der dortigen Pfarrkirche St. Johannes Baptist am 10. August 1910 getauft. Sein Vater war Kettenschmied in einer kleinen Heimschmiede am Stukenweg. Seine Mutter hatte bereits fünf Kinder aus ihrer ersten Ehe mit Joseph Franz Kaspar Störmann, der am 24. August 1903 verstorben war.

Nach dem Abitur und dem Studium der Philosophie und der katholischen Theologie in Freiburg (Breisgau) und Paderborn, empfing er am 13. März 1937 im Hohen Dom in Paderborn die Priesterweihe. Seine erste Vikarsstelle trat er am 31. März 1937 in der Pfarrei St. Antonius in Ickern, im Nordosten Castrop-Rauxels, an. Währenddessen erfolgte 1938 eine Haussuchung und 1939 ein Verhör durch die Geheime Staatspolizei (Gestapo).

Im Bild Vikar Eberhard Droste am Tag seiner Heimatprimiz in Allagen am Ostermontag, 29. März 1937

Am 15. Januar 1940 wurde er zum Heeresdienst einberufen und nahm bis 1945 als Sanitätsunteroffizier und Priester am 2. Weltkrieg teil. Im Reservelazarett erhielt er Predigtverbot, weil der Vikar einem sterbenden SS-Mann (Schutzstaffel) christlichen Zuspruch erteilt hatte. Daraufhin erfolgten Verhöre und die Strafversetzung zum Feldheer. Während der einjährigen amerikanischen Kriegsgefangenschaft in Pow Camp Fort Devens im US-Bundesstaat Massachusetts, unweit der Bischofsstadt Boston, wirkte er sehr segensreich als Lagerkaplan und stand manchem seiner Mitgefangenen in schwieriger Lebenslage bei. Außerdem gründete er dort einen Gesellenverein.

Durch die Strapazen der Gefangenschaft gezeichnet, kam er am 17. April 1946 als Vikar in die Pfarrei St. Cäcilia in Westönnen. Nach seiner Genesung war er vom 03. Februar 1949 bis Dezember 1954 als Vikar in der Propsteigemeinde St. Walburga in Werl tätig.

Am 31. Dezember 1954 trat er seinen Dienst als Vikar an der Propsteigemeinde St. Gertrud in Wattenscheid an. Bereits am 08. Dezember 1956 erfolgte seine Ernennung zum ersten Pfarrer der neugegründeten Kirchengemeinde St. Pius in Wattenscheid, deren Aufbau ihm anvertraut wurde. Dort erbaute er die Kirche, das Pfarrhaus, das Pfarrheim, den Kindergarten und das Jugendheim.

Zusätzlich wurde ihm am 17. Dezember 1962 die Aufgabe des Definitors des Stadtdekanates Wattenscheid übertragen. Für die Jahre 1979 bis 1985 wählten ihn die Seelsorger des Dekanates Wattenscheid zum Stadtdechanten und Dechanten des Stadtdekanates Wattenscheid.

Auf Grund seines vielfältigen Engagements und seiner Treue zur Kirche ernannte ihn Papst Johannes Paul II. (1920 – 2005) am 28. Oktober 1983 zum Päpstlichen Ehrenkaplan mit dem Titel Monsignore. Als weitere Ehrung seitens der Stadt Wattenscheid wurde Prälat Droste das Bundesverdienstkreuz am Bande und der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Nach seiner Versetzung in den Ruhestand am 01. Juni 1992 half er in der Pfarrei St. Pius Wattenscheid, als Pfarrer im besonderen Dienst weiter seelsorglich mit.

Im Mai 2003 verlegte Prälat Eberhard Droste seinen Wohnsitz in die Seeufer-Residenz nach Möhnesee-Wamel, in der Nähe seiner geliebten sauerländischen Heimat Allagen. Anfang Januar 2004 zog er in das St. Elisabeth Wohn- und Pflegeheim in Möhnesee-Körbecke.

Nach seiner Versetzung in den Ruhestand am 01. Juni 1992 half er in der Pfarrei St. Pius Wattenscheid, als Pfarrer im besonderen Dienst weiter seelsorglich mit. Im Mai 2003 verlegte Prälat Eberhard Droste seinen Wohnsitz in die Seeufer-Residenz nach Möhnesee-Wamel, in der Nähe seiner geliebten sauerländischen Heimat Allagen. Anfang Januar 2004 zog er in das St. Elisabeth Wohn- und Pflegeheim in Möhnesee-Körbecke.

Nach kurzer schwerer Krankheit verstarb er am Sonntag, 02. Januar 2005 im hohen Alter von 94 Jahren im Marienkrankenhaus in Soest.

Im Totenbrief des Bistums Essens schreibt Diözesanbischof Dr. Felix Genn: „Ein erfülltes Priesterleben hat seine Vollendung gefunden. Mit beeindruckendem Engagement hat Prälat Droste fast 68 Jahre lang mit großer Treue und Gewissenhaftigkeit seinen priesterlichen Dienst erfüllt und die Pfarrei St. Pius auferbaut. Dank seiner guten Gesundheit war er unermüdlich bis ins hohe Alter seelsorglich tätig. Seine frohe Glaubenshaltung, seine Liebenswürdigkeit und stete Freundlichkeit überzeugten alle. Nicht nur um seine ihm anvertraute Gemeinde, sondern auch um die Belange des Stadtdekanates Wattenscheid und die dort tätigen Mitbrüder hat er sich mit Umsicht und großer Herzensgüte gekümmert.“

Die Totenvesper wurde am Donnerstag, 06. Januar 2005 um 18.00 Uhr in der Pfarrkirche St. Pius in Bochum-Wattenscheid gebetet. Zeitgleich fand in der Pfarrkirche St. Pankratius zu Körbecke ein Vespergottesdienst mit anschließender Eucharistiefeier statt.

Seine letzte irdische Ruhestätte fand er in Wattenscheid, wo er fast 50 Jahre gewirkt hat. Das Requiem war am Freitag, 07. Januar 2005 um 14.00 Uhr in der Pfarrkirche St. Pius und um 16.00 Uhr die Beisetzung in der Priestergruft des Propsteifriedhofs in der Saarlandstraße.

Quellennachweise:

– Geschichte des Kirchspiels Allagen – Ein Heimatbuch von Hautlehrer a. d. Bernhard Kraft, Herausgegeben von der Gemeinde Allagen, 1967, Seite 106f

– Priester unter Hitlers Terror, Eine biographische und statistische Erhebung, Band II, herausgegeben von Ulrich von Hehl und Christoph Kösters, Petra Stenz-Maur und Elisabeth Zimmermann, 1996, Seite 1152

– Totenbrief des Bistums Essen vom 03. Januar 2005

– Presseartikel „Prälat Eberhard Droste verstorben“ im „Soester Anzeiger“ von Mittwoch, 05. Januar 2005

– Pfarrnachrichten Nr. 1 (2005) für die Zeit vom 08. Januar bis zum 23. Januar 2005 Pastoralverbund Möhnesee, Pfarrer Dr. Gerhard Best, 2005

– Freundliche Auskunft mit Angaben und Fotos durch Dr. Ferdinand Ferber, Gruppe Familienforschung und Heimatpflege Allagen

Kategorie: Allgemein, Geschichte, Historie, Kirche Stichworte: Allgemein, Geschichte, Historie, Kirche

12. Juli 1970 – Auch Welver strauchelt am Bahndamm

13. Juli 2020 von Alfred Risse

Mit einem 2:1 Sieg gegen den SV Welver erreichte Westönnen die zweite Pokalrunde auf Kreisebene. Die Begegnung begann mit einem Paukenschlag. Schon in der 3. Minute erzielte Werner Schulte nach einem Alleingang das 1:0 für seine Farben. Welver konnte bis zur Pause seine Überlegenheit nicht in Tore ummünzen. RWW verteidigte mit Geschick.

Nach dem Wechsel erhöhte Welver den Druck und kam zu guten Chancen. Dann war es aber so weit. Manni Brill erzielte per Kopf den Ausgleich. In der regulären Spielzeit fiel kein weiterer Treffer. Zumal auch der Pfosten Westönnen half. In der Verlängerung konnte RWW das Spiel wieder ausgeglichener gespalten. Und dann kam der große Auftritt des wiederum eingewechselten Willi Kirchhoff.

Er erlief sich einen Pass und nezte zum 2:1 Siegtreffer ein. Kurz vor dem Ende dann der unrühmliche Höhepunkt der Begegnung. Nach einer Attacke der Welveraner Torhüters Jürgen Kühmel musste Klaus Glade, der auf das Tor des Gegners zugeeilt war, mit einem Schienbeinbruch ins Krankenhaus gebracht werden.

Kategorie: Allgemein, Fussball, Historie

12. Juli 1970 – Nächster Pokalfight in Westönnen

9. Juli 2020 von Alfred Risse

Mit diesem Bericht, der vor 50 Jahren in der Lokalzeitung erschien, setzen wir die Serie fort, mit der wir an Ereignisse erinnern, die in früher Zeit in verschiedenen Zeitungen veröffentlicht wurden. Die Zeitungsberichte wurden uns dankenswerterweise von Alfred Risse zur Verfügung gestellt, der schon seit einiger Zeit in den bekannten Zeitungsarchiven nach Berichten aus dem Kirchspiel sucht und umfangreich fündig geworden ist.

Am 12. 7. 1970 gastierte der SV Welver in Westönnen. Welver spielte in der damaligen Zeit in der Landesliga. Westönnen hoffte wie auch schon gegen Hamm auf die Unterstützung seiner Fans um vielleicht ein weiteres Fußballwunder zu vollbringen. Man durfte gespannt sein. Das war die erste Runde auf Kreisebene in der Saison 1970/71.

Auch der Gegner für die nächste Runde auf Landesebene stand fest. Es waren die Amateure von Borussia Dortmund.

Kategorie: Aus alten Tagen, Fussball, Historie

1970: Pokalsensation in Westönnen – RWW besiegt Verbandsligisten Hamm

6. Juli 2020 von Alfred Risse

Mit diesem Bericht, der vor 50 Jahren in der Lokalzeitung erschien, setzen wir die Serie fort, mit der wir an Ereignisse erinnern, die in früher Zeit in verschiedenen Zeitungen veröffentlicht wurden. Die Zeitungsberichte wurden uns dankenswerterweise von Alfred Risse zur Verfügung gestellt, der schon seit einiger Zeit in den bekannten Zeitungsarchiven nach Berichten aus dem Kirchspiel sucht und umfangreich fündig geworden ist.

Was kaum einer der Westönner Fußballfans am 5. Juli 1970 erwartet hatte wurde Realität. Westönnen wirft den Verbandsligisten aus dem Pokal. Der Underdog aus Westönnen hatte in dem Spiel auch die besseren Chancen. Doch diese konnten nicht verwertet werden.

Zu Ende der regulären Spielzeit erhöhte Hamm den Druck. Doch im Westönner Tor stand Rolf Pawelletz, der an diesem Nachmittag nicht zu bezwingen war. Es ging in die Verlängerung. In dieser wurde Willi Kirchhoff eingewechselt. Ihm gelang in der 116. Spielminute der viel umjubelte Siegtreffer. RWW bezwang die Hammer SpVg mit 1:0 nach Verlängerung.

Im Westönner Lager erwartete man nun im Pokalwettbewerb 1969/70 den nächsten großen Gegner.

Doch zunächst folgte die Pokalbegegnung im Wettbewerb 1970/71 gegen den damaligen Landesligisten SV Welver.

Kategorie: Allgemein, Fussball, Historie

Stark besetzte Musik beim Schützenfest 1845

3. Juli 2020 von Alfred Risse

Mit diesem Bericht, der am 3.7.1845 in der Lokalzeitung erschien, setzen wir die Serie fort, mit der wir an Ereignisse erinnern, die in früher Zeit in verschiedenen Zeitungen veröffentlicht wurden. Die Zeitungsberichte wurden uns dankenswerterweise von Alfred Risse zur Verfügung gestellt, der schon seit einiger Zeit in den bekannten Zeitungsarchiven nach Berichten aus dem Kirchspiel sucht und umfangreich fündig geworden ist.

Am 3. 7. 1845 lud der Schützenvorstand der Schützenbruderschaft Westönnen per Anzeige im Soester Kreisblatt zum Schützenfest ein.

Es fand am 12. (Samstag), 13. und 14. Juli bei Colon Schulte statt. Um welche Art von Bequemlichkeiten es sich handelt, kann nicht geklärt werden. Auch wer die stark besetzte Musik war ist nicht bekannt. König Joseph Schlöter aus Bergstraße hatte sich als Königin Theresia Kleine aus Mawicke erwählt. Überraschend ist, dass an drei Tagen gefeiert wurde, da sonst nur an zwei Tagen das Fest stattfand.

Kategorie: Historie, Schuetzen

Schwerer Unfall bei der Rübenkrautherstellung

30. Juni 2020 von Dieter Holtheuer

Die örtliche Presse, das Soester Kreisblatt und das Centrale Volksblatt, berichteten 1896 von einem schrecklichen Unfall in Westönnen. In der Rübenkrautfabrik hatte sich ein schwerer Unfall ereignet.

Dieser geschah vor 124 Jahren bei der Firma C. Kerkhoff. Lange bevor die Firma Kerkhoff mit der Sauerkrautproduktion begann, hatte sie sich schon seit 1854 mit der Herstellung von Rübenkraut beschäftigt.

Heinrich Westhues schreibt dazu im Westönner Heimatbuch: „Die erste und einzige Rübenkrautfabrik in Westönnen wurde 1854 auf dem Kerkhoffschen Hof errichtet, aber 1910 wieder aufgegeben. Das in damaliger Zeit viel begehrte, besonders von Kindern gern gegessene Rübenkraut mußte der Margarine und Marmelade, die immer mehr den Markt eroberten, weichen.“

Die genannten Zeitungen schrieben am 7. und 8. Oktober 1896 über den Vorfall. Siehe die beigefügten Ausschnitte. Es wird dokumentiert, dass eine siedend heiße Rübenmasse von ca.12 Zentnern, auf Grund eines Materialfehlers, aus einem Dampfkessel austrat. Der 52jährige Mitarbeiter Peter Bonnekoh wurde von der Krautmasse erfaßt und verunglückte dadurch tödlich.

Im Sterberegister der Westönner Pfarrei hat Pfarrer Anton Aßmann notiert:„ 06.10.1896; morgens um 11 ¾ Uhr verunglückte der Tagelöhner Peter Bonnekoh. Er hinterläßt die Witwe und drei Kinder.“

Peter Bonnekoh war der Sohn des Tagelöhners Ferdinand Bonnekoh und seiner dritten Ehefrau Maria Theresia Stratmann. Am 14. September 1844 wurde er als erstes Kind dieser Ehe geboren und einen Tag später getauft.

Mit 25 Jahren heiratete er in der Westönner Pfarrkirche die 24 jährige Angela Elisabeth Göers am 18. November 1869. Sie stammte aus Wambeln und war die Tochter des Tagelöhners Caspar Anton Göers und Elisabeth Lükenkemper. Dem Paar wurden zwischen 1870 und 1888 fünf Söhne geboren. Zwei dieser Kinder, Anton und Wilhelm, starben schon recht früh als Kleinkinder 1877 und 1878 an Masern und Krämpfen.

Kategorie: Allgemein, Alte Herren, Historie Stichworte: Allgemein, Historie

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