Vor einiger Zeit konnte ich eine für Westönnen hochinteressante Postkarte aus Frankreich erwerben.
Es handelt sich um eine Karte, als Kriegsgefangenensendung vom Oktober 1916; also aus der Zeit des dritten Jahres des 1. Weltkrieges. Postalisch gestempelt in Westönnen am 16.10.1916. Die Karte zeigt auf der Bildseite das Foto einer Gruppe von Rotten- oder Gleisarbeitern.

Auf der Schriftseite ist nachstehender Text zu lesen:
| Westönnen den 14/10.16 Lieber Bruder. Die besten Grüße sendet dir die ganze Rotten Arbeiter hoffent- lich kennst ver- schiedene. Es grüßt Mein Christian Vatter Sofi Bernhard Heini Silga Theodor Losegf. (quer: Auf Wiedersehen) | Kriegsgefangenensendung Musketier Philipp Draisbach deutscher Kriegsgefangener in Frankreich Infanterie – Rgt. 57 9 ere Cie Bureaer desnensei queusents militaries an familles Ministere de la Guerre Paris |
Philipp Draisbach war also als Soldat der deutschen Infanterie in französischer Gefangenschaft geraten. Diese hatte er offensichtlich überstanden, denn er wohnte später in Westönnen mit seiner Frau Theresia Elisabeth Korff in der Oststraße Nr. 59. Beide hatten am 27. November 1920 in der Westönner Pfarrkirche geheiratet.
Dem Paar wurden drei Kinder; 1922 Elisabeth, 1925 Anna Theresia und 1926 Franz Philipp; geboren. Die Mutter starb am 02. Februar 1968 in Westönnen.
Über den Tod von Philipp Draisbach berichtet Ferdinand Newe (+) 2010 in seinem Buch „GEGEN DAS VERGESSEN“:
Georg Philipp Draisbach Westönnen, geb. 22.04.1892 in Frankfurt, gest. 16.02.1945 nahe Hemmerde/Unna bei Luftangriff auf einen Zug.

