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Startseite » Jubiläum

Seltenes Jubiläum ehemaliger Avantgardisten

11. Juni 2026 von Klaus Hennemann

Am 9. Juni feierten „Die Ehemaligen“ in der Gaststätte Hagen ihr 60-jähriges Bestehen.

Der Club „Die Ehemaligen“ besteht aus 11 Mitgliedern und dürfte der älteste bestehende Club dieser Art in Westönnen sein. Seine Mitglieder sind: Udo Mayer, Friedhelm Preker, Peter Selinski, Peter Hirt, Herbert Bonnekoh, Alfons Preker, Paul Linnemann, Günter Düser, Bernhard Sögtrop, Willi Nottebaum und Johannes Müller.

Im Bild von oben li.: Matthias Plattfaut, 2.Brudermeister und Niklas Riemenschneider.

Mitte: Paus Linnemann, Peter Hirt und Peter Selinski.

Unten: Günter Düser, Friedhelm Preker und Bernhard Sögtrop.

Dieser Club gründete sich im Jahr 1966, als die Westönner Schützenbruderschaft unter dem damals neu gewählten Brudermeister Fritz Nieder die Neugründung einer Avantgarde organisierte. 

Bei dieser Neugründung traten 16 junge Männer zwischen 16 und 21 Jahren in die bis heute ohne Unterbrechung bestehenden Westönner Avantgarde ein. Sie trafen sich ab dieser Zeit alle 14 Tagen zum Kegeln. Erst nannte sich dieser Club „Eintracht“, schon kurze Zeit später wurde dieser Name auf Wunsch der Mitglieder auf „Schluckspechte“ geändert.

Zu den Neugründern der Avantgarde gehörten aus diesem Club Friedhelm Preker, Peter Selinski, Peter Hirt, Herbert Bonnekoh, Paul Linnemann, Günter Düser und Bernhard Sögtrop.  In den Jahren 1972 bis 1999 errangen Herbert Bonnekoh, Alfons Preker, Peter Hirt und Günter Düser die Königswürden der Westönner Schützenbruderschaft.

Im Dezember 1970 wurde zur Namensänderung ein passender Wimpel angeschafft, der auf der einen Seite einen Specht mit einem Kegel und auf der anderen Seite den Clubnamen zeigt. Dieser Wimpel existiert noch heute, er wurde lediglich einmal restauriert und mit dem neuen Clubnamen „Die Ehemaligen“ versehen.

In den ersten 25 Jahren ihres Bestehens wurde regelmäßig gekegelt, danach fanden die Treffen abwechselnd bei den Mitgliedern und in zahlreichen Lokalen zwischen Soest und Recklinghausen statt. Seit einigen Jahren trifft sich dieser Club zweimal im Monat in der Gaststätte Hagen und einmal monatlich im Kaffee Hosselmann zum Kaffeeklatsch. Im Sommer und in der Weihnachtszeit werden auch die Frauen zu den gemütlichen Abenden eingeladen.

Zum Jubiläum gab es das traditionelle Schützenfestessen, Currywurst mit Pommes. Und natürlich das gut gekühlte Bierchen bei Erinnerungen zu alten Geschichten und Ereignissen. Zu ihrem Jubiläum hatten die Ehemaligen den Vorstand der Westönner Schützen eingeladen, die durch den 2. Brudermeister Matthias Plattfaut und Niklas Riemenschneider vertreten waren.

Zweifellos stehen die Ehemaligen für Zusammenhalt und gelebte Gemeinschaft, so, wie es von den Schützenbruderschaften bei den verschiedenen Anlässen immer wieder beworben wird. 
Wir gratulieren den Ehemaligen zu ihrem 60-jährigen Bestehen und wünschen ihnen, dass sie auch das 70-jährige Bestehen bei bester Gesundheit zusammen feiern dürfen.

Kategorie: Allgemein, Avantgarde Stichworte: Jubiläum

Westönnen online wurde 25!

19. Dezember 2025 von Tobias Baumann

Westönnen Online wurde 25. Am 4. Dezember 2000, vor 25 Jahren, ging unsere Website westoennen.de ans Netz. Unter dem damaligen Schirmherrn und Ortsvorsteher Willi Sasse (†2024) sowie mit viel Mithilfe von Pfarrer Spannenkrebs (†2016) die beide schon damals den großen Nutzen einer solchen Plattform für alle Westönner erkannten, schaffte das Gründungsteam etwas bis zu jenem Zeitpunkt im gesamten Kreisgebiet Einzigartiges. Das kleine Sauerkrautdorf Westfalens war nun weltweit für jeden Erdenbürger erreichbar. Mit aktuellen Berichten, Vereinsseiten und Informationen in nahezu allen Kategorien etablierte sich westoennen.de schnell als eine der zentralen Anlaufstellen im Dorfleben. Technisch entwickelte sich die Seite stetig weiter. Nach den ersten Jahren in reinem HTML folgte der Umstieg auf TYPO3 und schließlich auf das moderne System WordPress, mit dem wir bis heute arbeiten. Seit unserer Gründung haben sich auch andere Dörfer im Kreis ein Beispiel genommen und eigene Homepages aufgebaut. Seither informieren die Onliner die Gemeindemitglieder nahezu ununterbrochen mit aktuellen Nachrichten aus dem Dorf, kündigen kommende Veranstaltungen an oder lassen vergangene Abende und Ereignisse auf charmante und vertraute Art Revue passieren.

Darüber hinaus sind viele Berichte jedoch nicht nur aus aktueller Sicht interessant. Es ist geplant die Wichtigsten dieser in Form eines Archivs gesondert abzusichern und so die herauszustellenden Ereignisse der kommenden Generationen bereitzustellen. Dies taten bereits unsere früheren Mitglieder Ferdi Newe (†2020), Friedrich Schleep (†2012), und bis heute Dieter Holtheuer. Zwar nicht so digital aber darum umso bedeutender. Ferdi Newe veröffentlichte im Jahr 2010 sein Buch mit dem Titel „Gegen das Vergessen“, in dem an die Westönner Opfer des Zweiten Weltkrieges erinnert wird. Darüber hinaus übersetzte er die Tagebücher des Lehrers Franz Asshoff, der von 1902 bis 1925 in Westönnen tätig war. Diese Aufzeichnungen geben einen eindrucksvollen Einblick in das Leben im Dorf während und um den Ersten Weltkrieg. Aus den Erinnerungen von Friedrich Schleep entstanden im Laufe seines Engagements über 200 Berichte. Sie bilden bis heute die Basis des Archivs Westönnen Offline. Bereits im Jahr 2011 zur Ernennung von Friedrich Schleep zum Ehrenmitglied von Westönnen Online waren sämtliche seiner Berichte digitalisiert. Dieter Holtheuer widmet sich seit langer Zeit der Ahnenforschung in Westönnen. Besonders beachtet wurden seine Arbeiten zu Chroniken wie der der Familie Kerkhoff, zur 200-jährigen Grundsteinlegung der Westönner Pfarrkirche oder der Festschrift über die 350 Jahre dauernde Fußwallfahrt von Westönnen nach Werl. Für sein Engagement wurde er im Jahr 2020 mit der Ehrennadel der Stadt Werl ausgezeichnet.

An dieser Stelle danken wir unseren verdienten und aktiven Mitgliedern sondern auch unseren verstorbenen. Ihre Berichte sind für die Geschichte des dörflichen Lebens in und um Westönnen von unschätzbarem Wert und schaffen darüber hinaus eine gemeinschaftliche Erinnerung, die das Heimatgefühl und die Verbundenheit jedes Westönners mit seinem Heimatort inmitten Westfalens stärkt.

Trotz aller Erfolge gab es in einem Zeitraum von 25 Jahren nicht nur positive Entwicklungen. Nach der Einführung der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) im Jahr 2018 verstummte die Seite für beinahe ein Jahr. Aufgrund der unsicheren Rechtslage beschloss der damalige Vorstand um Manfred Zeppenfeld, die Seite bis zu neuen gesetzlichen Entscheidungen vorübergehend abzuschalten. Dadurch gelangte westoennen.de am 22.05.2018 sogar in die Tagesthemen der ARD. Nur zwei Jahre später folgte die nächste Herausforderung. Das nahezu vollständige Erliegen des Dorflebens während der Coronapandemie führte auch bei Westoennen.de zu einer ruhigen und ereignislosen Zeit. Über drei Jahre hinweg konnten keine Veranstaltungen begleitet werden, die das sonst so lebendige Dorfleben und unseren Internetauftritt prägten. Diese zwangsläufige Pause brachte zusätzliche Probleme mit sich, denn sowohl im Vorstand als auch in der Redaktion wurden Posten frei, die in der damaligen Vereinsstruktur nicht hätten kompensiert werden können. Westönnen Online stand Ende 2021 bereits kurz vor dem Aus.

In einer offenen Diskussionsrunde im Christophorusheim am Ende desselben Jahres wurden zwei Möglichkeiten besprochen. Die erste bestand in der vollständigen Abschaltung der Website. Die zweite Möglichkeit war eine Reduzierung der Seite auf einen einfachen Blog. Beide Varianten hätten eine Auflösung des Vereins zur Folge gehabt. Glücklicherweise wurden diese Optionen verworfen. Stattdessen wurde der Verein sowohl im Vorstand als auch in der Redaktion verjüngt und neu strukturiert. Das neue Team um Jens Gremmer, der seit 25.05.2022 als erster Vorsitzender die Verantwortung trägt, hält seitdem die redaktionelle Arbeit und das tägliche Geschäft aufrecht. Dadurch bleibt allen Westönnern weiterhin die Möglichkeit erhalten, sich online über ihr Dorfleben zu informieren.

Darüber hinaus freuen wir uns sehr über neue engagierte Mitglieder, die ihre Interessen und Stärken in die Arbeit von Westönnen Online in welcher Form auch immer einbringen möchten. Sprecht unsere aktiven Mitglieder gern an oder sendet uns eine E-Mail an berichte@westoennen.de

Bericht: Soester Anzeiger

Zu guter Letzt noch ein Originalartikel über die Liveschaltung unserer Website in voller Länge für alle Wissbegierigen. In gewissermaßen bereits selbst ein Stück Geschichte…

„Hätten Sie’s gewusst? Dass etwa drei Philippinos im schönen Westönnen wohnen? Oder sieben Briten? Oder ein Kubaner? „Multi-Kulti – bei uns funktioniert’s ohne Probleme“, formulieren die Initiatoren von www.westoennen.de, das in der Nacht zu heute ans Netz ging. Seither ist Werls zweitgrößter Stadtteil weltweit per Website zu erleben – und es gilt zu attestieren:

Was das Team da in den vergangenen Monaten zustande gebracht hat, ist aller Ehren wert. Kreisweit zumindest dürfte es nichts Vergleichbares geben. Der Internet-Auftritt Westönnens, offiziell gestern Abend in der Gaststätte Hagen ins Leben gerufen, besticht durch eine wissenswerte, nicht zu trockene, pfiffige Auflistung dessen, was Gott und die Welt über das Sauerkrautdorf erfahren sollen. Etwas so Interessantes wie die Einwohnerstruktur. 2630 Bewohner zählt der Ort zurzeit – und immerhin sind das Menschen aus 18 Nationen. Die ältesten Bewohner seien 97, 96 und 95 Jahre alt, steht dort zu lesen. „Bei uns kann man also sehr alt werden“, schlussfolgern die Internet-Akteure. Als der ANZEIGER neulich mal den Initiatoren über die Schulter schaute, lautete die spontane Frage: Wie viele Unternehmen gibt es denn wohl bei uns? Gar nicht so einfach zu schätzen; die Internet-Side gibt auch hier präzise Auskunft: 129 sind das, von Einzelhandel über Gastgewerbe und Landverkehr bis hin zu Datenverarbeitung. Promis kennt man auch im Ort, sechs davon werden aufgeführt. Philipp Rosenthal etwa, Vorfahre der berühmten Porzellanmanufaktur, steht ganz vorn in der Liste. Ein Heinrich Buchgeister ist dabei, Alfred Dregger, Karikaturist Jürgen Tomicek, Sasha und – Ralf König. Bei dem, das geben wir ehrlich zu, haben auch wir gestern zunächst gestutzt. Und auch hier hilft www.westoennen.de auf die Sprünge. Der junge Mann ist Bundesfilmpreisträger, geboren 1960, in Westönnen aufgewachsen und zur Schule gegangen. Die Filme „Der bewegte Mann“ und „Das Kondom des Grauens“ stammen ebenso aus seiner Feder wie viele Comics. Er sei der „erfolgreichste Autor der Gegenwart in der Schwulenszene“, wird in der Biografie ebenfalls nicht verschwiegen. Ausgesprochen ideenreich, was Wolfgang Nentwig einfiel. 20 Fragen hat der Westönner zusammengetragen, natürlich über sein Dorf.

Das „Dumme“: Die Hälfte der vorgegebenen Antworten ist falsch. Man kann also sein Grundwissen über den Ort prächtig testen (und Sie werden erfahren, dass Sie längst nicht alles korrekt beantworten . . .)

Man wolle und könne natürlich keine Konkurrenz zur Tageszeitung sein – „der ANZEIGER bleibt für uns unverzichtbar“, lachen die Autoren der Website beim Besuch. Unter dem Stichwort „aktuell“ können sich die Nutzer denn auch ab sofort durchklicken zur Homepage der auflagenstärksten Werler Tageszeitung. Internet und Zeitung – das verträgt sich durchaus, wie man nicht erst seit gestern Abend weiß. Den Machern von www.westoennen.de jedenfalls ein dickes Kompliment: Sich gestern durch den Internet-Auftritt zu tasten, war pures Vergnügen.                                                       Werler Anzeiger vom 05.12.2000

Und weiter heißt es…… Wenn Heiner Schulte nicht schon gebaut hätte, würde er gerne nach Westönnen ziehen – wegen der tollen Dorfgemeinschaft. Frank Nys teilt dem „www.westoennen.de“-Team mit, dem dörflichen Ruhm im Internet stehe wohl nichts mehr im Wege – allein wegen des Links auf die Sasha-Homepage. Ansonsten hat es seit Montag im Gästebuch vor allem eines gegeben: Glückwünsche zum gelungenen Internetauftritt. Rund 125 Besucher aus allen Altersschichten erlebten am Montag den Westönner Start ins world-wide-web mit (wir berichteten). Begeisterung auch bei Bürgermeister Michael Grossmann, der bei den Initiatoren der Homepage einen Link auf die städtischen Seiten anregte. Einbinden wollen sich künftig auch die Ortsvorsteher von Niederbergstraße und Mawicke, Veronika Hünnies und Hans Hausmann. Westönnen macht offensichtlich neugierig: Rund 200 Besucher mehr wurden seit dem offiziellen Start auf der Seite registriert.

                                        Werler Anzeiger vom 06.12.2000

Manfred Zeppenfeld 7.12.2000

Ein paar Impressionen aus der Geschichte der Seite:

Kleinen Geburtstag feiert Westönnen Online. Der Große folgt im Februar.
Kleinen Geburtstag feiert Westönnen Online. Der Große folgt im Februar.
Unprofessioneller Charme
Altes Design
Großes Lob erhält Westönnen Online von Roger Lortie, der die Werler Internetseiten testet.
Großes Lob erhält Westönnen Online von Roger Lortie, der die Werler Internetseiten testet.

Kategorie: Online Stichworte: Jubiläum, Westönnen Online e.V.

50 Jahre – Kaiser neuer König – Bernhard Kaiser & Christel Schulte

25. Juli 2025 von L L

Trotz wechselhaften Wetters ließen sich die Schützen und ihre Gäste das Feiern nicht nehmen. Rund 1.000 Zuschauer verfolgten am Schützenfestsamstag 1975 das traditionelle Vogelschießen in Westönnen. Zwischen strahlendem Sonnenschein und plötzlichen Regenschauern wechselte das Wetter ständig hin und her, doch das tat der Stimmung keinen Abbruch.

Eine besondere Tradition prägte in diesem Jahr den Auftakt: Die ersten beiden Schüsse auf den hölzernen Vogel gab nicht, wie üblich, ein männlicher Schütze ab, sondern die scheidende Königin und die Kaiserin des Jubeljahres 1974. Grund dafür war das Motto des Jahres: „1975 – Das Jahr der Frau“.

Eine Lokalzeitung schrieb damals: „Vielleicht kann etwas mehr Training der Damen in einigen Jahren mal zu einer Sensation führen; nämlich dann, wenn sich die Königin einen König suchen muss.“ Damals als Sensation betitelt, ist dies 50 Jahre später möglich.

1975 wurden die ersten beiden Schüsse auf den Vogel, damals ausnahmsweise, von zwei Frauen abgefeuert

Nach einem spannenden Wettbewerb gelang es schließlich Bernhard Kaiser, mit dem 183. Schuss den Vogel von der Stange zu holen. Er wurde unter großem Jubel zum neuen Schützenkönig proklamiert. Als Königin an seiner Seite regierte Christel Schulte.

Auch die heimischen Landwirte feierten kräftig mit. Der Regen hatte ihnen die schwere Entscheidung abgenommen, ob die Gerstenernte Vorrang hat oder nicht. Statt auf dem Feld zu stehen, wurde deshalb „feucht-fröhlich“ in der Schützenhalle getanzt und bis in die Nacht hinein gefeiert.

Kategorie: Schützenbruderschaft St. Sebastianus Westönnen Stichworte: Jubiläum

Schützenfest 1985 – Michael Wegener und Sabine Adler – Als die Jugend den Vogel holte

24. Juli 2025 von L L

1985 war für Michael Wegener und seine Clique ein ganz besonderes Jahr und für das Schützenfest in Westönnen ein Jahr des Umbruchs. Für Michael Wegener und seine Freunde waren es gefühlt meist ältere Herren oder angesehene Geschäftsleute, die die Königswürde errangen. Das wollte Michaels Clique ändern.

„Was braucht man eigentlich, um Schützenkönig zu werden?“, hatte Michael Wegener bereits ein Jahr zuvor den Brudermeister Fritz Nieder gefragt. Dessen Antwort war knapp: „Gut schießen können.“ Es verging ein Jahr, doch der Gedanke, als junger Mann die Königswürde zu erringen, blieb, auch wenn das Vorhaben nie ganz konkret war.

Nach der Generalversammlung 1985 nahm die Idee plötzlich Fahrt auf. Auf dem gemeinsamen Heimweg in die Kolpingstraße, dort traf man sich häufig nach dem Feiern noch auf einen Absacker, erzählte Michael Wegener Vorstandsmitglied Heinrich Gerke von dem Plan. Dieser war sofort begeistert und machte Mut.

Als dann beim Vogelschießen 1985 alle Insignien bereits aus dem Kugelfang geholt waren, trat Heinrich Gerke an Michael Wegener heran und sagte: „Wenn du König werden willst, dann jetzt!“. Ein Problem gab es allerdings: Michaels damalige Freundin, die verletzungsbedingt auf Krücken unterwegs war, fiel als zukünftige Königin aus. Doch Heinrich Gerke beruhigte ihn: „Es gibt genug Frauen auf dem Schützenfest, die gerne einmal Königin werden wollen. Das bekommen wir hin.“

Also wurde auf den Vogel angelegt. Mit tatkräftiger Unterstützung des scheidenden Königs Franz Sauer, der als fachkundiger Schütze mithalf, holte Michael schließlich den Vogel von der Stange. Sabine Adler, ebenfalls Mitglied der Clique, wurde seine Königin.

Viele Nachbarn und Freunde waren völlig überrascht von der Aktion, doch alle waren spontan genug und machten sofort mit. Gefeiert wurde, wie es sich für eine junge Clique gehört: vielleicht etwas wilder als üblich, ausgelassen und voller Lebensfreude.

Aus diesem Hofstaat entstand später der Kegelverein „Lovemachines“, der sich bis heute aktiv trifft. Die Jubiläumskegeltour zum 40-jährigen Bestehen ist bereits fest eingeplant

Kategorie: Schützenfest Stichworte: Jubiläum

100 Jahre St. Josephs-Verein in Niederbergstraße e.V.

12. Juli 2025 von Tobias Baumann

Am 21.06.1925 wurde der St. Josephs-Verein in der Gastwirtschaft Beyer in Niederbergstraße von insgesamt 36 Mitgliedern gegründet. Zu den damaligen Gründungsvorstandsmitgliedern gehörten: der Westönner Pfarrer Körnecke, die Herren Wilhelm Kook, Josef Hagen und Josef Ewald sowie Hermann Bierbaum als Schrift- und Kassenführer. Der damalige Satzungszweck liest sich aus heutiger Sicht möglicherweise etwas „schräg“: „Der Verein verfolgt den Zweck, für die religiösen Bedürfnisse der Filiale Niederbergstraße zu sorgen.“ Dies ist mit Satzungsänderung in 1980 etwas „geschmeidiger“ formuliert worden: „Der Verein verfolgt den Zweck, das katholisch-religiöse Leben in dem Ortsteil Niederbergstraße zu fördern. Dies geschieht insbesondere durch Unterhaltung des Gotteshauses und sonstiger kirchlicher Institutionen.“ Gleichwohl leben heute die Vorstands- und Vereinsmitglieder darüber hinaus das ökumenische Zusammenleben im Dorf Niederbergstraße und dem Kirchspiel Westönnen. Einige Beispiele: Organisation des jährlichen Königssingen in Ober- und Niederbergstraße, die Organisation des beliebten jährlichen Kapellenfestes. Die monatliche Feier des Gottesdienstes in der Kapelle je am 4. Samstag. Lag der ursprüngliche Vereinsbeitrag bei 3 Mark, wurde dieser am 25.2.1964 auf 6 DM und mit Beschluss vom 29.2.1980 auf 30 DM erhöht. Dieser Beitrag wurde mit Euro-Einführung auf 15 Euro abgerundet und gilt bis heute. Der Gründungsvorstand war bis zum 06.01.1930 im Amt, ersetzten Heinrich Kook und Eberhard Schäfer die Herren Wilhelm Kook und Josef Ewald. Allgemein ist Kontinuität im Vorstand eine bemerkenswerte Konstante im Verein, sind doch die jetzigen Vorstandsmitglieder Franzis Holthoff seit 1980 (!!), Hubertus Scheele seit 2001, Thomas Hagen und Oliver Lülf seit 2005 und Bernd Müller seit 2007 aktiv. Die aktuelle Mitgliederzahl beträgt 109.

Gefeiert wird das 100jährige Jubiläum im Rahmen des diesjährigen Patronatsfestes am 20. Juli 2025 beginnend mit der Messe um 10 Uhr.

Text und Bild: Steffen Hünnies

Kategorie: Niederbergstraße Stichworte: Josefsverein, Jubiläum, Kapelle Niederbergstraße

100 Jahre Schützenhalle – Teil 4: Die Jahre 1999-heute

17. Juni 2025 von Tobias Baumann

2003 wurde an allen Tischen und Bänken eine gründliche Renovierung durchgeführt. Die mittlerweile 33 Jahre alte Vogelstange war in die Jahre gekommen und entsprach nicht mehr den rechtlichen und technischen Vorgaben. Somit hatte der Vorstand den Auftrag, bis zum Vogelschießen 2004 eine neue modernere Anlage zu montieren. Im Jahr 2004 wurde die restliche Fahrfläche des Parkplatzes gepflastert und ein neuer Schaltschrank für die Heizung angeschafft. Erstmalig wurde zum Schützenfest auf die neue Vogelstange geschossen. In den ersten Monaten des Jahres 2005 hatten Vorstand und Avantgarde weitere Arbeiten in und an der Schützenhalle zu erledigen. Die Heizung wurde von Öl auf Gas umgestellt und diverse Holz- und Dacharbeiten durchgeführt. Der Speisesaal wurde renoviert und die beschädigte Pflasterflächen ausgebessert. Die Garderobenständer wurden überarbeitet und der Avantgardenkeller gründlich renoviert. Außerdem wurde die Außenbeleuchtung über den Türen erneuert und am Eingangstor eine Tafel aufgestellt.

Anfang März 2009 begann der Vorstand und einige freiwillige Helfer mit der Montage einer Photovoltaikanlage auf dem Dach der Schützenhalle. Schneller als gedacht, konnte die 34,5 KWP Anlage am 20. März ihren Betrieb aufnehmen. Der Vorstand hatte sich für diese Investition entschieden, um einen Beitrag im Bereich erneuerbarer Energien zum Umweltschutz zu leisten. Darüber hinaus sollte für die Zukunft eine neue Einnahmequelle erschlossen werden, welche den Bestand der Halle weiter absichern sollte.

Mit dem käuflichen Erwerb des Parkplatzgrundstücks bestand für die Bruderschaft die Möglichkeit, hinter der Halle ein angrenzendes Grundstück aus dem Besitz der Familie Busemann anzupachten. Die ca. 5000 qm große, bis dahin noch als Ackerfläche genutzte Fläche, sollte für die Zukunft als idealer Ort für eine Paradewiese in direkter Nachbarschaft der Halle hergerichtet werden. Folglich standen in den Monaten März bis Mai 2010 zahlreiche Arbeiten auf und an der Paradewiese an. Die Wiese wurde geebnet, gewalzt und eingesät, die Zugänge mit einer Bruchsteinmauer eingefasst und gepflastert. Des
Weiteren wurde die Pflasterfläche hinter der Schützenhalle verbreitert um ausreichend Platz für die größeren Kühlwagen zu bekommen. Außerdem wurden zwei Stehtische, ebenfalls aus Grünsandstein, auf dem Vorplatz erstellt. Zusätzlich wurden bauliche Auflagen, hinsichtlich der Fluchtwegsituation auf dem Schießstand umgesetzt. Umfangreiche Arbeiten an der Beleuchtung wurden durch die Elektriker der Bruderschaft ausgeführt. So konnte z.B. eine neue Werbebeleuchtung der VeltinsBrauerei über den Theken installiert werden.

Auch 2011 wurden wieder zahlreiche Arbeiten in und an der Schützenhalle durchgeführt. Dazu kam die Anschaffung von 200 gepolsterten Stühlen zur Erweiterung der Hallenbestuhlung. Die Erneuerung der Außentüren, sowie die Anfertigung zweier Vordächer an der Hausmeisterwohnung und am Speisesaal, ebenso die Renovierung des Treppenaufgangs zur Hausmeisterwohnung. Das Jahr 2012 stand neben den turnusmäßigen Veranstaltungen auch ganz im Zeichen vieler Bau und Investitionsmaßnahmen. Der Holzfußboden im kleinen Saal wurde komplett erneuert. Dazu wurden neue Tische angeschafft.

Teile der Elektroinstallation, sowie die Lautsprecheranlage wurden auf den neuesten Stand gebracht. Nach dem Schützenfest 2013 begannen die Vorstandsmitglieder mit dem Verlegen eines neuen Holzfußbodens im großen Saal der Schützenhalle. Die Treppenaufgänge zur Bühne und die Fensterseite im kleinen Saal wurden mit „Natursteinen“ verkleidet. Neben der Neuinstallation einer Gastherme in der Hausmeisterwohnung wurde eine neue Fußbodenreinigungsmaschine angeschafft. Der Schützenbruder und Künstler Michael Schütz fertigte an der Außenwand der Schützenhalle ein Porträt an, welches die Schützenbrüder im Jahre 1925 im Kerkhoffschen Steinbruch beim Abbau, der für den Bau der Halle so wichtigen Grünsandsteine zeigt.

Noch vor der Generalversammlung 2015 startete die nächste größere Baumaßnahme. Die gesamte Maßnahme sollte in den Monaten Januar bis Mai durchgeführt werden. So wurde in dieser Zeit die gesamte Vorplatz-Oberfläche erneuert. Dazu entstanden Einfassungen und Baumscheiben, welche dem Erhalt des wertvollen Baumbestandes dienen sollten. Dazu wurden Versorgungsschächte und Leitungen montiert, Fußwege gepflastert und 18 Bodenstrahler zum Anleuchten der Bäume eingebaut. So wurden Stromverteiler verlegt und die Ansteuerung der Außenbeleuchtung zentral zusammengelegt. Ein weiterer Schwerpunkt war der Bau neuer Tordurchfahrten im ortsüblichen Grünsandstein, einschließlich der Montage schmiedeeiserner Tore und Geländer. Auf der Ecke zur Schützenstraße/Mawicker Weg wurde ein Grünsandsteindenkmal mit einem eingefassten Sebastianausbildnis erstellt. Der Westönner Neupriester Martin Hufelschulte hatte dafür die Patenschaft übernommen. Parallel zur Maßnahme im Außenbereich, wurden durch den Schützenbruder Willi Schulte weitere Abschnitte der Innenwände in der Schützenhalle mit Natursteinnachbildungen verkleidet.

Ende 2017 fasste der Vorstand der Bruderschaft den Entschluss, weitere umfangreiche Baumaßnahmen einzuleiten. Dank guter wirtschaftlicher Voraussetzungen, bedingt durch erfolgreiche Veranstaltungen, einer plötzlichen Erbschaft, sowie durch Einnahmen aus der Photovoltaikanlage, hatte der Vorstand diese Absicht ins Auge gefasst. Darüber hinaus ergab sich die Möglichkeit, nicht unerhebliche öffentliche Mittel in Anspruch zu nehmen. Im Vergleich zu den großen Baumaßnahmen Anfang der neunziger Jahre, welche ein absolutes Muss darstellten, um die Halle für deren Fortbestand weiterhin wirtschaftlich nutzen
zu können, präsentierte sich nun eine wesentlich komfortablere Situation. Mit den neuen Vorhaben sollte die Infrastruktur der gesamten Anlage hinsichtlich Funktionalität und Barrierefreiheit räumlich und technisch optimiert werden.

Folgende Einzelgewerke sollten bis zum Jahresende 2022 erstellt werden:

Der Neubau einer 70qm großen Doppelgarage als Lager und Funktionsraum, unter Einbezug des ortsüblichen Grünsandsteines. Dazu der Neubau eines modernen 150 qm großen Veranstaltungsraumes mit modernster Technik. Die Anpassung der Heizung, sowie Be- und Entlüftung im neuen Teil. Des Weiteren die Schaffung eines Stuhllagers im Erdgeschoss mit Umstellung der Stühle und Tische auf stapelbare Lagerung. Der Neubau eines modernen elektronischen sechs Bahnen Schießstandes für Luftdruckwaffen, sowie eines Laserschießstandes. Darüber hinaus der Neubau eines Verbindungsflurs zu den neu entstandenen Räumen, sowie der Ausbau und die Einrichtung einer neuen Küche. Dazu der Neubau eines zweiten Behinderten WC, die komplette Erneuerung und Neugestaltung des „großen“ Herren WCs und der Neubau eines weiteren Damen WCs. Aufgrund eines für den Umbau notwendigen Brandschutzkonzeptes wurden noch viele weitere kleinere bauliche Anpassungen im älteren Hallenbestand vorgenommen.

Im September 2018 startete der Neubau eines Gebäudes auf dem Parkplatz der Schützenhalle. Noch vor den Wintermonaten war der neuen Lager- und Funktionsraum inklusive einer PKW-Garage für die Hausmeisterfamilie bereits wetterfest. Ohne die zahlreiche Unterstützung vieler engagierter Schützenbrüder wäre die Umsetzung der ersten Baumaßnahme so schnell nicht möglich gewesen. Die Restarbeiten wurden im Frühling 2019 fertiggestellt.

Über das ganze Jahr verteilt konnten aber trotzdem Schritt für Schritt weitere Etappen der Investitionsmaßnahme in Angriff genommen werden. Zunächst wurde der Rohbau durch die Firma Rinsche Bau GmbH hergestellt. Hatte man in den zurückliegenden Jahrzehnten fast alle Baumaßnahmen in Eigenleistung umgesetzt, so war es beim Rohbau alternativlos, aufgrund hoher bautechnischer Anforderungen und Gewährleistungsthemen, ein Fachunternehmen hinzuzuziehen. Trotz oder vielleicht auch wegen Corona konnten der Anbau an die alte Garage und der Anschluss zur Schützenhalle schnell fertig gestellt werden. Bereits im Frühsommer wurde Richtfest gefeiert. Da Aufgrund der Pandemie eine Vermietung der Schützenhalle nicht möglich war, gingen die Bauarbeiten bis ins nächste Jahr weiter zügig voran.

Fertigstellung aller Baumaßnahmen und Nutzung der Räumlichkeiten war im Herbst 2022.

Die Schützenhalle hat sich in den letzten 100 Jahren ständig weiterentwickelt und den Anforderungen und Bedürfnissen angepasst und wird dies auch in den nächsten Jahren immer wieder tun.

Text und Bilder: Schützenbruderschaft Westönnen

Kategorie: Schützenbruderschaft St. Sebastianus Westönnen Stichworte: 100 Jahre, Jubiläum, Schützenhalle

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