Westönnen Online wurde 25. Am 4. Dezember 2000, vor 25 Jahren, ging unsere Website westoennen.de ans Netz. Unter dem damaligen Schirmherrn und Ortsvorsteher Willi Sasse (†2024) sowie mit viel Mithilfe von Pfarrer Spannenkrebs (†2016) die beide schon damals den großen Nutzen einer solchen Plattform für alle Westönner erkannten, schaffte das Gründungsteam etwas bis zu jenem Zeitpunkt im gesamten Kreisgebiet Einzigartiges. Das kleine Sauerkrautdorf Westfalens war nun weltweit für jeden Erdenbürger erreichbar. Mit aktuellen Berichten, Vereinsseiten und Informationen in nahezu allen Kategorien etablierte sich westoennen.de schnell als eine der zentralen Anlaufstellen im Dorfleben. Technisch entwickelte sich die Seite stetig weiter. Nach den ersten Jahren in reinem HTML folgte der Umstieg auf TYPO3 und schließlich auf das moderne System WordPress, mit dem wir bis heute arbeiten. Seit unserer Gründung haben sich auch andere Dörfer im Kreis ein Beispiel genommen und eigene Homepages aufgebaut. Seither informieren die Onliner die Gemeindemitglieder nahezu ununterbrochen mit aktuellen Nachrichten aus dem Dorf, kündigen kommende Veranstaltungen an oder lassen vergangene Abende und Ereignisse auf charmante und vertraute Art Revue passieren.
Darüber hinaus sind viele Berichte jedoch nicht nur aus aktueller Sicht interessant. Es ist geplant die Wichtigsten dieser in Form eines Archivs gesondert abzusichern und so die herauszustellenden Ereignisse der kommenden Generationen bereitzustellen. Dies taten bereits unsere früheren Mitglieder Ferdi Newe (†2020), Friedrich Schleep (†2012), und bis heute Dieter Holtheuer. Zwar nicht so digital aber darum umso bedeutender. Ferdi Newe veröffentlichte im Jahr 2010 sein Buch mit dem Titel „Gegen das Vergessen“, in dem an die Westönner Opfer des Zweiten Weltkrieges erinnert wird. Darüber hinaus übersetzte er die Tagebücher des Lehrers Franz Asshoff, der von 1902 bis 1925 in Westönnen tätig war. Diese Aufzeichnungen geben einen eindrucksvollen Einblick in das Leben im Dorf während und um den Ersten Weltkrieg. Aus den Erinnerungen von Friedrich Schleep entstanden im Laufe seines Engagements über 200 Berichte. Sie bilden bis heute die Basis des Archivs Westönnen Offline. Bereits im Jahr 2011 zur Ernennung von Friedrich Schleep zum Ehrenmitglied von Westönnen Online waren sämtliche seiner Berichte digitalisiert. Dieter Holtheuer widmet sich seit langer Zeit der Ahnenforschung in Westönnen. Besonders beachtet wurden seine Arbeiten zu Chroniken wie der der Familie Kerkhoff, zur 200-jährigen Grundsteinlegung der Westönner Pfarrkirche oder der Festschrift über die 350 Jahre dauernde Fußwallfahrt von Westönnen nach Werl. Für sein Engagement wurde er im Jahr 2020 mit der Ehrennadel der Stadt Werl ausgezeichnet.
An dieser Stelle danken wir unseren verdienten und aktiven Mitgliedern sondern auch unseren verstorbenen. Ihre Berichte sind für die Geschichte des dörflichen Lebens in und um Westönnen von unschätzbarem Wert und schaffen darüber hinaus eine gemeinschaftliche Erinnerung, die das Heimatgefühl und die Verbundenheit jedes Westönners mit seinem Heimatort inmitten Westfalens stärkt.
Trotz aller Erfolge gab es in einem Zeitraum von 25 Jahren nicht nur positive Entwicklungen. Nach der Einführung der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) im Jahr 2018 verstummte die Seite für beinahe ein Jahr. Aufgrund der unsicheren Rechtslage beschloss der damalige Vorstand um Manfred Zeppenfeld, die Seite bis zu neuen gesetzlichen Entscheidungen vorübergehend abzuschalten. Dadurch gelangte westoennen.de am 22.05.2018 sogar in die Tagesthemen der ARD. Nur zwei Jahre später folgte die nächste Herausforderung. Das nahezu vollständige Erliegen des Dorflebens während der Coronapandemie führte auch bei Westoennen.de zu einer ruhigen und ereignislosen Zeit. Über drei Jahre hinweg konnten keine Veranstaltungen begleitet werden, die das sonst so lebendige Dorfleben und unseren Internetauftritt prägten. Diese zwangsläufige Pause brachte zusätzliche Probleme mit sich, denn sowohl im Vorstand als auch in der Redaktion wurden Posten frei, die in der damaligen Vereinsstruktur nicht hätten kompensiert werden können. Westönnen Online stand Ende 2021 bereits kurz vor dem Aus.
In einer offenen Diskussionsrunde im Christophorusheim am Ende desselben Jahres wurden zwei Möglichkeiten besprochen. Die erste bestand in der vollständigen Abschaltung der Website. Die zweite Möglichkeit war eine Reduzierung der Seite auf einen einfachen Blog. Beide Varianten hätten eine Auflösung des Vereins zur Folge gehabt. Glücklicherweise wurden diese Optionen verworfen. Stattdessen wurde der Verein sowohl im Vorstand als auch in der Redaktion verjüngt und neu strukturiert. Das neue Team um Jens Gremmer, der seit 25.05.2022 als erster Vorsitzender die Verantwortung trägt, hält seitdem die redaktionelle Arbeit und das tägliche Geschäft aufrecht. Dadurch bleibt allen Westönnern weiterhin die Möglichkeit erhalten, sich online über ihr Dorfleben zu informieren.
Darüber hinaus freuen wir uns sehr über neue engagierte Mitglieder, die ihre Interessen und Stärken in die Arbeit von Westönnen Online in welcher Form auch immer einbringen möchten. Sprecht unsere aktiven Mitglieder gern an oder sendet uns eine E-Mail an berichte@westoennen.de

Zu guter Letzt noch ein Originalartikel über die Liveschaltung unserer Website in voller Länge für alle Wissbegierigen. In gewissermaßen bereits selbst ein Stück Geschichte…
„Hätten Sie’s gewusst? Dass etwa drei Philippinos im schönen Westönnen wohnen? Oder sieben Briten? Oder ein Kubaner? „Multi-Kulti – bei uns funktioniert’s ohne Probleme“, formulieren die Initiatoren von www.westoennen.de, das in der Nacht zu heute ans Netz ging. Seither ist Werls zweitgrößter Stadtteil weltweit per Website zu erleben – und es gilt zu attestieren:
Was das Team da in den vergangenen Monaten zustande gebracht hat, ist aller Ehren wert. Kreisweit zumindest dürfte es nichts Vergleichbares geben. Der Internet-Auftritt Westönnens, offiziell gestern Abend in der Gaststätte Hagen ins Leben gerufen, besticht durch eine wissenswerte, nicht zu trockene, pfiffige Auflistung dessen, was Gott und die Welt über das Sauerkrautdorf erfahren sollen. Etwas so Interessantes wie die Einwohnerstruktur. 2630 Bewohner zählt der Ort zurzeit – und immerhin sind das Menschen aus 18 Nationen. Die ältesten Bewohner seien 97, 96 und 95 Jahre alt, steht dort zu lesen. „Bei uns kann man also sehr alt werden“, schlussfolgern die Internet-Akteure. Als der ANZEIGER neulich mal den Initiatoren über die Schulter schaute, lautete die spontane Frage: Wie viele Unternehmen gibt es denn wohl bei uns? Gar nicht so einfach zu schätzen; die Internet-Side gibt auch hier präzise Auskunft: 129 sind das, von Einzelhandel über Gastgewerbe und Landverkehr bis hin zu Datenverarbeitung. Promis kennt man auch im Ort, sechs davon werden aufgeführt. Philipp Rosenthal etwa, Vorfahre der berühmten Porzellanmanufaktur, steht ganz vorn in der Liste. Ein Heinrich Buchgeister ist dabei, Alfred Dregger, Karikaturist Jürgen Tomicek, Sasha und – Ralf König. Bei dem, das geben wir ehrlich zu, haben auch wir gestern zunächst gestutzt. Und auch hier hilft www.westoennen.de auf die Sprünge. Der junge Mann ist Bundesfilmpreisträger, geboren 1960, in Westönnen aufgewachsen und zur Schule gegangen. Die Filme „Der bewegte Mann“ und „Das Kondom des Grauens“ stammen ebenso aus seiner Feder wie viele Comics. Er sei der „erfolgreichste Autor der Gegenwart in der Schwulenszene“, wird in der Biografie ebenfalls nicht verschwiegen. Ausgesprochen ideenreich, was Wolfgang Nentwig einfiel. 20 Fragen hat der Westönner zusammengetragen, natürlich über sein Dorf.
Das „Dumme“: Die Hälfte der vorgegebenen Antworten ist falsch. Man kann also sein Grundwissen über den Ort prächtig testen (und Sie werden erfahren, dass Sie längst nicht alles korrekt beantworten . . .)
Man wolle und könne natürlich keine Konkurrenz zur Tageszeitung sein – „der ANZEIGER bleibt für uns unverzichtbar“, lachen die Autoren der Website beim Besuch. Unter dem Stichwort „aktuell“ können sich die Nutzer denn auch ab sofort durchklicken zur Homepage der auflagenstärksten Werler Tageszeitung. Internet und Zeitung – das verträgt sich durchaus, wie man nicht erst seit gestern Abend weiß. Den Machern von www.westoennen.de jedenfalls ein dickes Kompliment: Sich gestern durch den Internet-Auftritt zu tasten, war pures Vergnügen. Werler Anzeiger vom 05.12.2000
Und weiter heißt es…… Wenn Heiner Schulte nicht schon gebaut hätte, würde er gerne nach Westönnen ziehen – wegen der tollen Dorfgemeinschaft. Frank Nys teilt dem „www.westoennen.de“-Team mit, dem dörflichen Ruhm im Internet stehe wohl nichts mehr im Wege – allein wegen des Links auf die Sasha-Homepage. Ansonsten hat es seit Montag im Gästebuch vor allem eines gegeben: Glückwünsche zum gelungenen Internetauftritt. Rund 125 Besucher aus allen Altersschichten erlebten am Montag den Westönner Start ins world-wide-web mit (wir berichteten). Begeisterung auch bei Bürgermeister Michael Grossmann, der bei den Initiatoren der Homepage einen Link auf die städtischen Seiten anregte. Einbinden wollen sich künftig auch die Ortsvorsteher von Niederbergstraße und Mawicke, Veronika Hünnies und Hans Hausmann. Westönnen macht offensichtlich neugierig: Rund 200 Besucher mehr wurden seit dem offiziellen Start auf der Seite registriert.
Werler Anzeiger vom 06.12.2000
Manfred Zeppenfeld 7.12.2000
Ein paar Impressionen aus der Geschichte der Seite:



