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Startseite » Historie » Seite 4

Ansichtskarte Ostönnen

2. Februar 2021 von Dieter Holtheuer

Heute möchten wir einmal eine Postkarte aus unserer Nachbarschaft vorstellen. Es handelt sich um unsere östliche Nachbargemeinde Ostönnen.

Die Bildseite zeigt uns vier kolorierte Motive aus Ostönnen. Es handelt sich um den Kleinbahnhof, die Molkerei und das Pastorat; sowie die Ringofenziegelei W.Berghoff.

Eine Elisabeth sendet die herzlichen Grüße am 28. April 1900 an Christin Barth in Elberfeld – Hofkrug.

Interessant ist die Abstempelung. Sie erfolgte nicht in Ostönnen, sondern in Elberfeld.

Kategorie: Allgemein, Alte Bilder, Historie Stichworte: Allgemein, Alte Bilder, Historie

Westönner Ansichtskarte von 1907

27. Januar 2021 von Dieter Holtheuer

Heute möchten wir eine alte Postkarte von Westönnen, geschrieben im Jahre 1907, vorstellen.

Am 25. September wurde sie in Westönnen aufgegeben und erreichte bereits einen Tag später ihren Bestimmungsort Metz in Lothringen. Metz gehörte derzeit noch bis 1918 zu Deutschland. Man beachte die kurze Laufzeit der Karte!

Die Postkarte zeigt uns drei kolorierte Motive von Westönnen. Erstens die 1904 erbaute Schule mit Lehrern und Schulkindern. Im Hintergrund die Kirche und den Hof Grae. Zweitens die 1889 erbaute Molkerei. Und letztlich das Gast- und Geschäftshaus Kappen westlich der Pfarrkirche.

Leider ist die Schrift der Karte mit Bleistift geschrieben, verblichen und schwer lesbar. Trotzdem ist noch folgendes zu entziffern.

Auf der Anschriftseite:

Herrn

Wolfgang Schnuldt

Hochwohlgeboren

Metz

Kaiser Wilhelms Weg Nr.13

Auf der li.Seite steht: Lebe Wohl und darunter Auf Wiedersehen

Auf der Bildseite:

Oberhalb der Bilder Gruß an Maria

Lieber Wolfgang

Ich habe Luig erst besucht.

Deine Grüße habe ich bestellt.

Es grüßt Franz Rehagen.

Die herzlichten Grüße von

Ihrem früherem Burschen F. Luig

Kategorie: Allgemein, Historie Stichworte: Allgemein, Historie

Bahnhofsbau in Westönnen 1901

10. Januar 2021 von Dieter Holtheuer

Dieter Holtheuer hat im Landesarchiv NRW Abt. Rheinland; unter Bahndirektion Essen BR 1200/Nr. 906-907; diese interessanten Zeichnungen entdeckt. Die Bauzeichungen zeigen das Empfangsgebäude und den Güterschuppen für die Haltestelle Westönnen.

Aus diesem Anlass veröffentlichen wir an dieser Stelle den Text aus dem Werk „HEIMATBUCH DES KIRCHSPLELS WESTÖNNEN“ von Heinrich Westhues 1966/S.31-32:

„In den Jahren 1853 und 54 wurde die an Westönnen vorbeiführende Eisenbahn Unna-Werl-Soest als „Bergisch-Märkische Eisenbahn“ gebaut und am 9. Juli 1855 in Betrieb genommen. Bei den Bewohnern der an der neuen Eisenbahnstrecke gelegenen Städte und Dörfer herrschte über die nunmehr so bequeme Gelegenheit zum Reisen große Freude. Alle gingen daran, da die Eisenbahnverwaltung für den Bau eines Bahnhofsgebäudes einen Zuschuß von der Stadt bzw. dem Dorf forderte, diesen beizeiten aufzubringen, damit auch ihr Ort Haltestelle werde. Einige Westönner schienen dafür keinen Sinn zu haben. „Man wollte das Dorf vor fremden und bösen Einflüssen bewahren.“

Erst in den Jahren 1898/99 gelang es den Bemühungen das damaligen Vorstehers Kaspar Kerkhoff trotz der hier und da bestehenden Abneigung, die Mittel aufzubringen. Am 3. Februar 1898 wurde eine Liste zur freiwilligen Spende aufgelegt. 70 Personen zeichneten 6645 Mark, die die Gemeindevertretung auf 6700 Mark erhöhte. Außerdem bewilligte sie noch 8000 Mark und nahm 1899 ein Darlehen in Höhe von 16700 Mark bei der Sparkasse der Ämter Werl und Bremen zu 4 Prozent Zinsen und 1 Prozent Amortisation auf.

Oberbergstraße erklärte sich bereit, einen Beitrag von 2000 Mark zu leisten, wenn ein direkter Fußweg von dort zum neuen Bahnhof durch die Westönner Gemeindewiesen angelegt würde. Dem stand nichts im Wege. Auch die erforderlichen Grundstücke für die Bahnhofsanlage wurden von der Gemeinde Westönnen zur Verfügung gestellt.

Nach vielen persönlichen Bemühungen und eingehenden Schriftstücken über die Notwendigkeit und Rentabilität des Bahnhofs und die Bereitwilligkeit der Gemeinde in der Kostenfrage wurde der Bau der neuen Haltestelle für den Personen- und Güterverkehr Ende 1899 von der Königlichen Eisenbahndirektion Elberfeld genehmigt. Sofort ging man ans Werk, und Mitte September 1901 waren die Bauarbeiten beendet. Bauunternehmer war Buchgeister in Westönnen. Am 1. Oktober desselben Jahres hielten zum erstenmal planmäßig die Personenzüge auf dem neuen Bahnhof.

Es war ein großer Tag für Westönnen. Ein jahrelanger Wunsch der Gemeinde, der mit großen Opfern erkämpft war, hatte sich erfüllt.

Der erste Fahrgast, der auf dem Bahnhof Westönnen seinerzeit ausstieg, war Franz Plattfaut, der nach beendeter Militärdienstzeit als Reservist mit dem üblichen Reservestock und mit Blumen geschmückt, in seinen geliebten Heimatort Westönnen zurückkehrte.“

Kategorie: Allgemein, Historie Stichworte: Allgemein, Historie

Westönner Ansichtskarte

29. Oktober 2020 von Dieter Holtheuer

Heute stellen wir Ihnen eine schöne kolorierte alte Westönner Ansichtskarte vor.

Sie zeigt ein Motiv aus der Westönner Ortsmitte mit Blick auf die Pfarrkirche St. Cäcilia und der alten 1904 erbauten Schule. Im Mittelpunkt ist vorne der Schulhof mit Schulkindern und im hinteren Teil ist der alte Hof Rienhoff/Holthoff sichtbar.

Die Karte erschien im Verlag Franz Sauer Westönnen und wurde offensichtlich aus dem Hause Sauer in südlicher Richtung fotografiert. Im Vordergrund fehlt das 1929 erbaute Lehrerhaus. Das heißt, die Aufnahme muss zwischen 1904 und 1929 entstanden sein und wurde von dem damaligen Besitzer des Hauses Sauer, Franz Theodor Sauer (1885 – 1959), aufgenommen.

Leider ist die Karte postalisch nicht gelaufen, sonst wäre eine genauere Datierung möglich.

Ein originales Bild der Fam. Franz Sauer, bevor das Lehrerhaus gebaut wurde.

Kategorie: Allgemein, Historie Stichworte: Allgemein, Historie

1819 Unfall an der Luigsmühle

13. Oktober 2020 von Dieter Holtheuer

Vor 200 Jahren, am 19. Februar 1819, geschah an der Luigsmühle zu Oberbergstraße ein schrecklicher Unfall.

Die Magd Maria Catharina Pletstein aus Wickede wurde durch das sogenannte Triebwerk der Mühle erfasst und getötet. Dies erfahren wir durch den Eintrag im Sterberegister des Kirchenbuches der Westönner Pfarrkirche von 1808 bis 1826. Auf der Seite 180 hat der Pfarrer Bernard Voss folgenden Eintrag vorgenommen:

Übersetzung vom linken Teil:

Anna Catharina Pletstein von der Grabenbrücke bei Wickede, Magd aus Westönnen

Zum besseren Verständnis noch die „Übersetzung“ der Niederschrift:

Im Jahre Christi achtzehnhundert und neunzehn den neunzehnten Februar nachmittags um zwey Uhr wurde in der Mühle, die Luigsmühle genannt, bei Oberbergstraße, durch das sogenannte Triebwerk zugequescht und gleich getötet; Maria Catharina. des Joseph Pletstein, wohnhaft an der Grabenbrücke bei Wickede, Amt Werl, mit Anna Maria geborene Blesser ehelicher zeugte ledige Tochter, gewesene Magd dahier zu Westönnen, alt zweiundzwanzig Jahre, drei Monate und acht Tage und wurde den 21 ten desselben Monats Vormittags um zehn Uhr christlichen Gebrauchs nach zur Erde bestattet. In Gegenwart des Clemens Wulf, Eingesessener dahier zu Westönnen und des Caspar, ledigen Sohnes des Theodor Kenter gnt. Schriver, Organist dahier zu Westönnen, welche gegenwärtiges Protokoll nebst mir dem Pfarrer unterschrieben haben.

Clemens Wulff Kaspar Kenter Bernard Voss, Pfarrer

Kategorie: Historie Stichworte: Historie

Heiligenhäuschen von vor 1896

27. September 2020 von Dieter Holtheuer

Das Bild stammt aus der Zeit um 1970

4. Station der Westönner Fronleichnamsprozession

Der Werler Anzeiger berichtete am 18. Juni 2008 ausführlich über die Neugestaltung des Heiligenhäuschen an der Ecke Breite Straße/ Mawicker Weg in Westönnen. (Siehe Originalbericht)

Es wird hier beschrieben, dass das Heiligenhäuschen erstmals im Jahre 1913 erwähnt wird. Das entspricht nicht ganz den Tatsachen; denn ausführliche Studien und Überlegungen deuten vielmehr auf die Errichtung in der Mitte des 19. Jahrhunderts hin.

Leider fehlen konkrete Unterlagen und Zeugnisse, die eine genaue Auskunft über die Aufstellung geben. Die Stifter eines Denkmals stellten gewöhnlich keine Urkunde aus. Es wurde sehr oft aus besonderen und persönlichen Anlässen errichtet. So z.B. zur Verehrung eines bestimmten Heiligen, als Dankbarkeit für eine glückliche Heimkehr, auch für die Heilung von einer schweren Krankheit oder zur Erfüllung eines Gelübdes etc.

Das Heiligenhaus Fronleichnam 2019

Bei diesem Heiligenhäuschen können wir urkundlich beweisen, dass es bereits 1896 vorhanden war. Der Hof Hennemann, heute Linzbach, zentral in Westönnen gelegen, war auf Grund keiner direkten Erbfolge frei. Die Erben der 1895 verstorbenen Besitzerin Angela Franziska Hennemann gaben den Hof auf und beauftragten den Werler Auktionator Schlichting diesen zum Kauf anzubieten. Am 3. August 1896 legte er die Kaufbedingungen in elf Sparten vor. Unter Punkt neun lesen wir folgenden Passus:

„Der Ankäufer vom Hofe – Gebäuden – hat die Pflicht das Heiligen Häuschen bei Plattfaut für alle Zeiten in Stand zu halten und wie bisher auszuschmücken; ebenso hat Ankäufer von dem Ackergrundstücke am Mawickerwege das daselbst stehende Kreutz in Stand zu halten“.

Das hier auch erwähnte Kreuz stand früher an der Kreuzung Mawicker Weg/Elwieden, diagonal gegenüber dem alten Heiligenhäuschen von 1750.

Außer dem konkreten Datum von 1896 kann gesagt werden, dass der Stil und die Bauweise des Denkmals auf die Mitte bzw. zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hinweisen. Wir sehen hier typische neugotische Attribute.

Das Foto zeigt das alte Kreuz von vor 1896

Unter anderem das kreuzförmige Satteldach, den typischen gotischen Spitzbogen sowie ein sogenannter Dreipass mit JHS im Giebel. Dies alles deutet darauf hin, dass das Heiligenhäuschen von dem Hofbesitzer Johann Franz Henneman errichtet wurde. Er wurde am 5.Dezember 1800 geboren und starb am 3.August 1874 am Brustfieber. Am 8.Juli 1836 heiratete er Anna Gertrud Deitelhoff aus Mawicke.

Nach dem der Vater von Johann Franz 1852 gestorben war, hatte er wohl mit seiner Frau die Bewirtschaftung des Hofes übernommen.

Aus der Ehe gingen drei Töchter hervor. Maria Theresia, geboren 1838 und gestorben 1846. Elisabeth, geboren 1845 und gestorben 1848. Die zweitgeborene Tochter Angela Franziska, geboren 1841, war die bereits erwähnte Erbin. Sie starb am 19.Juni 1895 im Rochus-Hospital zu Telgte.

Nach diesen Überlegungen könnte das Heiligenhäuschen zwischen 1852 und 1874 errichtet worden sein.

Kategorie: Allgemein, Aus alten Tagen, Historie Stichworte: Allgemein, Aus alten Tagen, Historie

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