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Startseite » Historie » Seite 26

Franz Sauer II. Teil

2. November 2020 von Alfred Risse

Vor einiger Zeit hatten wir über die Goldhochzeit der Eheleute Sauer berichtet. Dieter Holtheuer hatte geschrieben, dass Heinrich Sauer Kaufmann und Versuchstierzüchter war.

Auf seinem Briefkopf stand Zoologische Handlung und Vogelzucht, gegründet 1927. Er züchtete aber auch Vögel, wie Hühner oder Wellensittiche. Dass er sich damit intensiv beschäftigte zeigt auch die umfangreiche Sammlung von Fachliteratur. Diese ist im Besitz von Alfons Preker, der das Haus später gekauft hat.

Ein weiterer Broterwerb bestand in der Zucht und dem Verkauf von weißen Mäusen, die als Versuchstiere in Laboren Verwendung fanden. Der Verkauf ging aber immer an Zwischenhändler. Daher hatte er auch den Spitznamen `Mäuse´ Sauer. Diese Zucht betrieb er in der Garage, die rechts vom Haus heute noch steht. Auch hier hat Alfons Preker noch alte Geschäftsunterlagen. Die Tiere wurden für 50 Pfennig verkauft und mit der Bundesbahn in speziellen Boxen verschickt. Teilweise wurden 100 oder 200 Tiere bestellt. Dann konnten die Kunden aber auch keine Tiere abnehmen.

In den 60er Jahren wurde der geschäftliche Schriftverkehr häufig handschriftlich erledigt. In diesem Schreiben teilt Sauer seinem Kunden mit, das er z.Zt. wegen der hohen Nachfrage nicht liefern kann.

Ein weiteres Standbein von Heinrich Sauer war der Verkauf von Zierfischen. Ich kann mich noch daran erinnern, dass wir dort in den 60 er Jahren Zierfische gekauft haben. Der Raum in dem die Aquarien standen war links von Flur aus.

Kategorie: Allgemein, Historie

Westönner Ansichtskarte

29. Oktober 2020 von Dieter Holtheuer

Heute stellen wir Ihnen eine schöne kolorierte alte Westönner Ansichtskarte vor.

Sie zeigt ein Motiv aus der Westönner Ortsmitte mit Blick auf die Pfarrkirche St. Cäcilia und der alten 1904 erbauten Schule. Im Mittelpunkt ist vorne der Schulhof mit Schulkindern und im hinteren Teil ist der alte Hof Rienhoff/Holthoff sichtbar.

Die Karte erschien im Verlag Franz Sauer Westönnen und wurde offensichtlich aus dem Hause Sauer in südlicher Richtung fotografiert. Im Vordergrund fehlt das 1929 erbaute Lehrerhaus. Das heißt, die Aufnahme muss zwischen 1904 und 1929 entstanden sein und wurde von dem damaligen Besitzer des Hauses Sauer, Franz Theodor Sauer (1885 – 1959), aufgenommen.

Leider ist die Karte postalisch nicht gelaufen, sonst wäre eine genauere Datierung möglich.

Ein originales Bild der Fam. Franz Sauer, bevor das Lehrerhaus gebaut wurde.

Kategorie: Allgemein, Historie Stichworte: Allgemein, Historie

1819 Unfall an der Luigsmühle

13. Oktober 2020 von Dieter Holtheuer

Vor 200 Jahren, am 19. Februar 1819, geschah an der Luigsmühle zu Oberbergstraße ein schrecklicher Unfall.

Die Magd Maria Catharina Pletstein aus Wickede wurde durch das sogenannte Triebwerk der Mühle erfasst und getötet. Dies erfahren wir durch den Eintrag im Sterberegister des Kirchenbuches der Westönner Pfarrkirche von 1808 bis 1826. Auf der Seite 180 hat der Pfarrer Bernard Voss folgenden Eintrag vorgenommen:

Übersetzung vom linken Teil:

Anna Catharina Pletstein von der Grabenbrücke bei Wickede, Magd aus Westönnen

Zum besseren Verständnis noch die „Übersetzung“ der Niederschrift:

Im Jahre Christi achtzehnhundert und neunzehn den neunzehnten Februar nachmittags um zwey Uhr wurde in der Mühle, die Luigsmühle genannt, bei Oberbergstraße, durch das sogenannte Triebwerk zugequescht und gleich getötet; Maria Catharina. des Joseph Pletstein, wohnhaft an der Grabenbrücke bei Wickede, Amt Werl, mit Anna Maria geborene Blesser ehelicher zeugte ledige Tochter, gewesene Magd dahier zu Westönnen, alt zweiundzwanzig Jahre, drei Monate und acht Tage und wurde den 21 ten desselben Monats Vormittags um zehn Uhr christlichen Gebrauchs nach zur Erde bestattet. In Gegenwart des Clemens Wulf, Eingesessener dahier zu Westönnen und des Caspar, ledigen Sohnes des Theodor Kenter gnt. Schriver, Organist dahier zu Westönnen, welche gegenwärtiges Protokoll nebst mir dem Pfarrer unterschrieben haben.

Clemens Wulff Kaspar Kenter Bernard Voss, Pfarrer

Kategorie: Historie Stichworte: Historie

Kapitale Hirsche in Ungarn erlegt

29. September 2020 von Alfred Risse

Westönner erlegten zwei kapitale Hirsche in Ungarn

In ihrer Ausgabe vom 24. Sept. 1970 berichtet die Westfalenpost über den Jagdausflug von Heinz Dohe und Theo Hering nach Ungarn. Zwei schwere Geweihe brachten sie aus dem Land, das damals noch zum Warschauer Pakt gehörte, mit. Für ihre Abschüsse erhielten die Jagdfreunde zusätzlich noch eine Medaille. Das Bild zeigt die Beiden vor ihren Trophäen. Es stellt sich die Frage ob die Geweihe heute noch existieren.

Kategorie: Allgemein, Alte Bilder, Historie

Heiligenhäuschen von vor 1896

27. September 2020 von Dieter Holtheuer

Das Bild stammt aus der Zeit um 1970

4. Station der Westönner Fronleichnamsprozession

Der Werler Anzeiger berichtete am 18. Juni 2008 ausführlich über die Neugestaltung des Heiligenhäuschen an der Ecke Breite Straße/ Mawicker Weg in Westönnen. (Siehe Originalbericht)

Es wird hier beschrieben, dass das Heiligenhäuschen erstmals im Jahre 1913 erwähnt wird. Das entspricht nicht ganz den Tatsachen; denn ausführliche Studien und Überlegungen deuten vielmehr auf die Errichtung in der Mitte des 19. Jahrhunderts hin.

Leider fehlen konkrete Unterlagen und Zeugnisse, die eine genaue Auskunft über die Aufstellung geben. Die Stifter eines Denkmals stellten gewöhnlich keine Urkunde aus. Es wurde sehr oft aus besonderen und persönlichen Anlässen errichtet. So z.B. zur Verehrung eines bestimmten Heiligen, als Dankbarkeit für eine glückliche Heimkehr, auch für die Heilung von einer schweren Krankheit oder zur Erfüllung eines Gelübdes etc.

Das Heiligenhaus Fronleichnam 2019

Bei diesem Heiligenhäuschen können wir urkundlich beweisen, dass es bereits 1896 vorhanden war. Der Hof Hennemann, heute Linzbach, zentral in Westönnen gelegen, war auf Grund keiner direkten Erbfolge frei. Die Erben der 1895 verstorbenen Besitzerin Angela Franziska Hennemann gaben den Hof auf und beauftragten den Werler Auktionator Schlichting diesen zum Kauf anzubieten. Am 3. August 1896 legte er die Kaufbedingungen in elf Sparten vor. Unter Punkt neun lesen wir folgenden Passus:

„Der Ankäufer vom Hofe – Gebäuden – hat die Pflicht das Heiligen Häuschen bei Plattfaut für alle Zeiten in Stand zu halten und wie bisher auszuschmücken; ebenso hat Ankäufer von dem Ackergrundstücke am Mawickerwege das daselbst stehende Kreutz in Stand zu halten“.

Das hier auch erwähnte Kreuz stand früher an der Kreuzung Mawicker Weg/Elwieden, diagonal gegenüber dem alten Heiligenhäuschen von 1750.

Außer dem konkreten Datum von 1896 kann gesagt werden, dass der Stil und die Bauweise des Denkmals auf die Mitte bzw. zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hinweisen. Wir sehen hier typische neugotische Attribute.

Das Foto zeigt das alte Kreuz von vor 1896

Unter anderem das kreuzförmige Satteldach, den typischen gotischen Spitzbogen sowie ein sogenannter Dreipass mit JHS im Giebel. Dies alles deutet darauf hin, dass das Heiligenhäuschen von dem Hofbesitzer Johann Franz Henneman errichtet wurde. Er wurde am 5.Dezember 1800 geboren und starb am 3.August 1874 am Brustfieber. Am 8.Juli 1836 heiratete er Anna Gertrud Deitelhoff aus Mawicke.

Nach dem der Vater von Johann Franz 1852 gestorben war, hatte er wohl mit seiner Frau die Bewirtschaftung des Hofes übernommen.

Aus der Ehe gingen drei Töchter hervor. Maria Theresia, geboren 1838 und gestorben 1846. Elisabeth, geboren 1845 und gestorben 1848. Die zweitgeborene Tochter Angela Franziska, geboren 1841, war die bereits erwähnte Erbin. Sie starb am 19.Juni 1895 im Rochus-Hospital zu Telgte.

Nach diesen Überlegungen könnte das Heiligenhäuschen zwischen 1852 und 1874 errichtet worden sein.

Kategorie: Allgemein, Aus alten Tagen, Historie Stichworte: Allgemein, Aus alten Tagen, Historie

Bilanz der Meierei Westönnen von 1895

21. September 2020 von Alfred Risse

Am 17. September 1895 veröffentlichte das Centralvolksblatt die Bilanz der Westönner Meierei vom 1. 4. 1895. Die Molkereigenossenschaft wurde 1889 gegründet. Im Jahr 1895 hatte sie zwei neue Mitglieder aufgenommen und zählte jetzt 81 Mitglieder. In diesem Jahr erwirtschaftete sie einen Gewinn von fast 2487 Reichsmark, was in dieser Zeit eine beachtliche Summe darstellte. Der Vorsitzende war Josef Holthoff, sein Stellvertreter Fr. Schulte.

Kategorie: Allgemein, Aus alten Tagen, Historie

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