„Bildende Kunst – und dazu gehört auch die keramische Plastik – kann im Idealfall unvermittelt ansprechen und die Sinne sowie den Verstand gleichermaßen berühren. Das trifft vor allem dann zu, wenn die Ikonographie auf allgemein- menschliche Erfahrungshorizonte trifft und dadurch Erläuterungen zum Werk, ja sogar Bildtitel überflüssig werden. Die 2016 mit dem Simplizissimus-Förderpreis ausgezeichnete Arbeit von Gisela Pommerenke besitzt dieses Potential, weshalb man sich ohne weiteres der stummen Betrachtung hingeben könnte. Nach Ludwig Wittgenstein muss man aber nicht nur wissen, „was über einen Gegenstand zu sagen ist, sondern wie man über ihn zu reden hat“. Nur wie kann man über ein Kunstwerk reden, dessen Schöpferin man bislang nicht persönlich kannte? Ist es ein Nachteil oder vielleicht sogar ein Vorteil, weil das Kunstwerk an und für sich überzeugen muss?
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