Jonas
So sehen die Kinder das Weihnachtsfest
Philipp malte eine Krippe mit Weihnachtsbaum

Am krummen Rücken und Fillekuhle
In Westönnen gibt es einige Straßen deren Namen manchem Bürger Rätsel aufgeben. Wir lesen unter anderem Straßenschilder, wie zum Beispiel: Am Teekamp, Am Humpertspfad, Elwieden, Mummelstraße oder Auf’m Hackenfeld. Bei der Breite-, West- und Oststraße ist die Namensgebung recht klar.
Im allgemeinen weisen die Bezeichnungen auch auf Flur- und Gewässernamen oder auf Personen- und Familiennamen hin. Auch Bäume, Pflanzen und diverse Ereignisse werden eingesetzt.
Zitat (Feldmann/Lefarth): „Straßen haben etwas Faszinierendes. Sie verbinden, sie trennen, sie führen, sie sind Orientierungshilfen, sie können zum Ziel oder in die Irre führen.“
In diesem Beitrag möchten wir ausführlich über die Geschichte der Westönner Straße – Am krummen Rücken – berichten. Geographisch zweigt sie von der Weststraße zwischen der alten Molkerei und der Firma Dreimeister nach Westen in die Westönner Flur ab.
Hugo Schoppmann schreibt in seiner Darstellung: „Die Flurnamen des Kreises Soest“ 1940: Auf’m krummen Rücken; op’m krummen Rüggen = früher ein gekrümmtes Ackerstück. In „Straßennamen der Stadt Werl“ 2003, von Burkhard Feldmann und Josef Lefarth heisst es: Die Bezeichnung weist auf die Form eines Flurstückes hin, das nicht winkelig begrenzt, sondern krumm ist.
Beide Deutungen können die Geschichte dieses Straßennamens nicht ganz erfüllen. Alte Urkunden belegen die Existenz des Namens bereits seit 1688. Im Urkataster von 1828 wird in der Flur X, westlich von Westönnen gelegen, ein Landstreifen mit dem Namen „am krummen Rücken“ notiert.

Einige Nennungen erfahren wir von Belegen aus dem Archiv der Westönner Pfarrgemeinde. Offensichtlich hatte die Kirche eine Parzelle Land in der genannten Flur. Im Lagerbuch D von 1829 erscheint auf Seite 40/Absatz 15 folgender Eintrag:
„…Am krummen Rügge oder auf’m Moggenfeld in der Westönner Feldmark, Flur 10, Flur-Nr. 58; zwischen Wegeman und Keweloh gelegen; 1 Morgen u. 156 Ruthen…“
Aus dem Aktenband 2 des Pfarrarchivs erfahren wir aus einer Aufstellung von 1777/78 etwas über jährliche Einkünfte, Renten und Gefälle des Pastorats. Hier heißt es 1777:
„…1 ½ Soest-Morgen, Am Poete (Pforte) v (=vulgo=genannt) Krummen rüge bestehend in einem langen stücke nahe an der westpforten stoßend einerseits an Wegmans und Kevelohes, und anderer seits allein an Kevelohes, notiert sub. Lit S. Hat der Schmied Kneer zu Westönnen in Pacht für jährlich 3 Reichsthaler u. 30 Stüber…“

Bei dem Pächter Schmied Kneer handelt es sich um Philipp Kneer, der Eingesessener und Schmied zu Westönnen war. 1749 wird er als Sohn von Johann Kneer und Anna Theodora Henning geboren. 1773 heiratete er die Anna Elisabeth Frohne aus Ruhne. Seine 1778 geborene Tochter Anna Maria heiratet 1812 den Schmied Johann Gerhard Wilhelm Stratmann aus Nordherringen. Später hatte er auch das kirchliche Pachtland von seinem Schwiegervater übernommen. Erwähnt werden muss noch, dass die Mutter von Philipp, Anna Theodora Henning, aus der in Westönnen lange bekannten Schmiededynastie Henning stammt.
Im Band 1 unter Punkt 2 „Varia“(=Verschiedenes) erfahren wir über die Neuvermessung der von Mengedeschen Ländereien (die Familie von Mengede war Besitzer des adligen Hauses Westönnen) in Soester Maß von 1710, auf Seite 11/Pos.32:
„…In den krummen rüggen, oder krummen Äckeren zwey rüggen, schießen (=grenzen) Osten auff Rinhoffß Landt zu Westönnen, undt Westen auff einen graben, undt dazu gehörigen rüggen auch Mengedeschen Landes, liggen ins Süden zwischen Kaunen undt Kerckhoffß daselbsten, Ins Norden aber zwischen H(err)n Wilhelm Albert Papen zu Werl Landereyen, undt halten diese beide rüggen…“

Schließlich: Die älteste Nennung erfahren wir aus dem Lagerbuch von 1688. Hier verkaufen 1684 Pastor Melchior Linnemann und die Kirchenprovisoren Jacob Müller und Johann Hagen dem Johann Rudolf Hoiynck, Richter im Amt Balve, und seiner Frau Clara Elisabeth Herzhagen:
„…unsere fünff Morgen Erblandes; drey im Krummen Kampff am Rides graben, undt die anderen zwey an den Tönner Berken (Birken)gelegen…“
Was sagt uns nun „krummer Rücken“ wörtlich? Hier der Versuch einer Deutung. Man könnte meinen, dass die Bezeichnung von der schweren Arbeit der damaligen Landwirte stammt und diese davon einen krummen Rücken bekamen. Oder, wie am Anfang beschrieben es ein krummes oder nicht winkliges Ackerstück war. Handelt es sich etwa um ein ehemaliges altes Flächenmaß? Die Gebrüder Grimm bzw.deren nachfolgende Schreiber notieren in dem Wörterbuch von 1893 u.a. „…rücken eines Ackers, der mittlere, sich in die länge erstreckende erhabene Theil, auch ein zwischen zwei furchen eingeschlossener ganzer acker heiszt wol rücken. Oder „ rügge, rüggen, ein langgestrecktes ackerstück, gewöhnlich 1 morgen grosz…“
Folgt man der Straße „Am krummen Rücken“ in Richtung Westen so liegt nach ca 150m auf der linken Seite ein interessantes, heute bebautes, Grundstück. Es hat die Form eines spitzwinkeligen Dreiecks. Bis Ende des 19. Jahrhunderts lag hier die sogenannte Westönner Fillekuhle. In anderen Landstrichen Westfalens nennt man sie auch Schinderkuhle. Verendetes Vieh wurde in diesen Kuhlen vergraben. In der westfälischen Literatur wird dies mit: fillen = schinden = Fell abziehen; definiert.

So sehen die Kinder das Weihnachtsfest
Lisa malte uns einen Weihnachtsbaum mit vielen bunten Geschenken.



Westönnen Online feiert 20. Geburtstag
So ist das, wir werden alt. Am heutigen Tage wird die Westönner Webseite 20 Jahre alt. Nur die Webseite – der Verein wurde erst im darauffolgenden Februar gegründet. Aber bereits am 4. Dezember 2000 fanden sich im Saal der Gaststätte Hagen 125 Westönner zusammen um die Arbeit eines kleinen Gründerteams zu bewundern. Westönnen ging an diesem Tag online. Schirmherr war der damalige Ortsvorsteher Willi Sasse.
Schaut man auf Westönner Webseite in der Rubrik „Wie über uns“ dann steht da:
Das Internet ist ein neues Medium. Aber anders als z.B. bei Zeitungen oder beim Fernsehen / Rundfunk kann jeder Einzelne dieses Medium in hohem Maße selbst mitgestalten und für sich nutzen. Das Internet bietet dabei manche Vorteile gegenüber anderen Medien: Man kann z.B. rund um die Uhr und weltweit auf Angebote bzw. Informationen zugreifen. Oder interaktiv kommunizieren.
Zugegeben, das klingt schon sehr nach Merkels „Neuland“ und ganz schön antiquiert. Das Internet ist natürlich nicht mehr neu und die Westönner Webseite ist es auch nicht.
Erinnern wir uns. Zu Beginn gingen wir mit einem schlichten Design an den Start, welches ein „Kritiker“ damals so bewertete: Westoennen.de habe einen unprofessionellen Charme. Es war als Lob gedacht. Dieses Design behielten wir bis ins Jahr 2007. Danach ging es ein wenig professioneller weiter. Nicht allen gefiel das neue Design, man hatte sich zu sehr an das alte gewöhnt. Dennoch war der Schritt unabdingbar, erleichterte es unsere Arbeit doch ungemein.
Im Sommer 2017 dann ein weiterer Neuanstrich. Das Content Management System TYPO3 wurde durch ein Wordpressdesign ersetzt. Bei der Migration der bis dahin entstandenen Inhalte in die neue Umgebung wurde uns erstmal klar, was wir bis dahin schon alles erreicht hatten.
Das Wichtigste in all den Jahren aber waren unsere Mitglieder und alle unterstützenden Vereine aus dem Kirchspiel. Denn machen wir uns nichts vor – Design und Technik bei einer Internetseite sind wichtig, aber nicht entscheidend. Wichtig ist die redaktionelle Arbeit und dies konnte nur gelingen durch ein funktionierendes Redaktionsteam und natürlich die Beteiligung aller im Kirchspiel. Uns ist es dabei gelungen die Vereine zu mobilisieren und es haben sich schnell Automatismen entwickelt von denen die Internetseite noch heute profitiert. Allen Vereinen, Gruppierungen, unseren Mitgliedern und den aktiven Westönnern gilt dafür unser Dank. Und natürlich auch unseren treuen Lesern.
Aber auch auf die schwierigen Zeiten müssen wir zu sprechen kommen. Aufgrund der DSGVO und der damit verbundenen Unsicherheit legten wir eine einjährige Pause ein. Als wir dann im März 2019 wieder Online gingen hatte sich für uns schon etwas verändert. Selbstverständlichkeiten im Ablauf waren auf einmal nicht selbstverständlich. Mit den Nachwirkungen haben wir heute noch zu kämpfen. Corona macht uns die Arbeit natürlich auch nicht leichter.
Trotzdem überwiegen rückblickend die Momente, die uns Freude bereitet haben. Zahlreiche Projekte und auch die tägliche Arbeit an der Webseite sind etwas auf das wir heute stolz sein können. Deshalb stoßen wir heute auf unser Jubiläum an. 20 Jahre Westönnen Online sind ein Grund zu feiern.
So sehen die Kinder das Weihnachtsfest
Lennard sein Bild zeigt uns den Weihnachtsmann und einen Weihnachtsbaum, wie er ihn sieht.