Eine Gründliche Renovierung setzte 1980 ein. Der Haupteingang wurde in Fachwerkbauweise erneuert und die gesamten Fenster, welche sich in einem sehr schlechten Zustand befanden, durch Kunststofffenster, teils mit Rollladen, ersetzt. Das Bruchsteinmauerwerk, welches zum Teil sehr stark
ausgewaschen und verwittert war, wurde restlos neu ausgefugt. Die Herrentoilette wurde weiter ausgebaut und neu verfliest, während für Veranstaltungen im kleinen Saal der Halle eine
zusätzliche Herrentoilette gebaut wurde, die rechtzeitig zum Schützenfest 1982 fertiggestellt wurde.
Die gesamte Holzkonstruktion wurde gegen Holzwurmbefall behandelt und für die elektrische Anlage wurde der Anschluss an einen zweiten Stromkreis geschaffen. Im Jahre 1984 wurde der gesamte Bühnenbereich neugestaltet. Vor allen Dingen die bisherige Decke musste entfernt und erneuert werden. Es wurde eine Luftabsaugung installiert und die gesamte Beleuchtung in diesem Bereich erneuert und
ein neuer, feuerfester Vorhang angeschafft. Im Jahre 1988 wurde dann der Boden im Seitenbereich der Halle teils mit Fliesen und teils mit Holzfußboden erneuert. In diesem Zuge wurde auch das Abflusssystem in diesem Bereich komplett neu verlegt.
Im Zuge der vorgenannten Arbeiten und bei der Erneuerung der Dachkehlen wurde dann erkannt, in welch katastrophalem Zustand sich die Dacheindeckung befand. Diese Erkenntnis schlug natürlich wie eine Bombe ein, da die finanziellen Möglichkeiten für eine Erneuerung des Daches nicht vorhanden waren. Man wandte sich somit an die Stadt Werl zwecks Unterstützung und bekam für die Jahre 1985 und 1986 je DM 20.000,- Zuschuss, welche zweckgebunden für die Neueindeckung des Daches zu verwenden waren. Die Arbeiten konnten am 18. April 1985 beginnen. In regelmäßigen Großeinsätzen unter Leitung von Schützenbruder Helmut Gockel, hauptsächlich jeweils zum Wochenende, wurden alte Ziegel abgenommen, die Holzkonstruktion intensiv geprüft und imprägniert, eine Wärmedämmung nach derzeitigen Vorschriften angelegt, Folie verlegt und anschließend das Dach mit neuen Ziegeln eingedeckt. Auf Grund des tatkräftigen Einsatzes von Vorstand, Avantgarde sowie der Mithilfe der vielen Schützenbrüder aus den übrigen Vereinen des Ortsteils war es uns möglich, das für 1985 vorgenommene Pensum weit zu überschreiten und das Dach fast völlig fertigzustellen. Es wurden immerhin ca. 17.000 neue Ziegel verlegt und ca. nochmals 10.000 Ziegel, welche sich noch in gutem Zustand befanden, umgehängt, da auch hier Folie verlegt und Wärmedämmung eingebracht werden musste. 1988 wurde dann auch der Bereich an der großen Theke neu verfliest und auch hier das gesamte Abflusssystem erneuert. Ebenfalls wurde der Eingangsbereich an der Nord-Ost-Seite neugestaltet und aus schalltechnischen Gründen eine Schallschleuse mit Einrichtung eines Vorraumes geschaffen.
Ein deutlicher Rückgang an Vermietungen war 1988 zu verzeichnen, was darauf zurückzuführen war, dass die Stadt Werl nicht mehr uneingeschränkt alle Vermietungen in unserer Schützenhalle genehmigte. Angebliche Lärmbelästigungen bei einigen Veranstaltungen, sowie das Parken von PKWs in der angrenzenden Siedlung bei Großveranstaltungen, wegen ungenügenden
Parkraums führte zu Beschwerden, welche die Stadt dazu veranlasste, nicht die traditionellen Feste, wohl aber Veranstaltungen wie Trödelmärkte, Discos, Polterabende auswärtiger Personen, nicht mehr zu genehmigen. Mit dieser Situation musste sich die Bruderschaft zunächst einverstanden erklären, setzte aber alle Hebel in Bewegung, um eine Lösung zu finden, die eine uneingeschränkte Vermietung wieder zulässt. Es wurden daher Gespräche mit Rat und Verwaltung sowie den Eigentümern der angrenzenden Grundstücke geführt, um langfristig Parkraum zu schaffen, der der Größe unserer Halle und vor allen Dingen den vielen Besuchern unserer Veranstaltungen entspricht, da man langfristig auch auf die Einnahmen aus diesen Vermietungen nicht verzichten kann, wenn die Halle für die Schützenbruderschaft und für den Ort Westönnen erhalten werden soll. Ein erster Teilerfolg war 1990 mit dem Kauf des Grundstücks von Felix Kenter in der Größe von 2.071 m2 zu verzeichnen. Da diese Größe jedoch nicht ausreichend war, wurden weitere Verhandlungen mit der Familie Potthoff geführt, um hier kurzfristig
zu einer Lösung zu kommen. Das Thema zog sich wie ein roter Faden durch das gesamte Geschäftsjahr 1991, ohne jedoch bereits zu dem erwünschten Erfolg zu kommen.
Der neu gewählte Vorstand entwickelte viele Aktivitäten, so dass das erste Geschäftsjahr 1992 zu einem echten Verhandlungsmarathon wurde. Mit der Familie Busemann (Potthoff), welche nicht zu einem Verkauf des angrenzenden Grundstücks bereit war, bahnte sich schon bald ein Landnutzungstausch an. Hierfür musste aber geeignetes Land gefunden werden, was sich als sehr schwierig erwies. Schließlich erklärte sich Schützenbruder Heinz Böhmer aus Mawicke bereit, auf von ihm gepachtetes Kirchenland zu verzichten und dasselbe der Bruderschaft zwecks Tausches mit der Familie Busemann zu überlassen.
Daraufhin wurde ein Antrag gestellt, welcher zunächst von der Gewerbeaufsicht und der Unteren Landschaftsbehörde geprüft wurde.
Ein Gutachten zeigte dann die zu erfüllenden Maßnahmen und zu beseitigenden Schwachstellen auf. Das Gesamtvolumen der Kosten belief sich auf ca. DM 600.000,-, welches allein von uns nicht verkraftet werden konnte, weshalb die Stadt Werl um Hilfe gebeten wurde. Unser Antrag wurde nach anfänglichem Gerangel dann schließlich auch vom Rat der Stadt Werl abgesegnet, so dass für den Beginn der Arbeiten „grünes Licht“ gegeben werden konnte.
In der Generalversammlung am 23. Januar 1993 stellte Brudermeister Friedel Grümme den anwesenden 207 Mitgliedern nochmal die gesamte Baumaßnahme vor. Daraufhin folgte bei 2 Stimmenthaltungen ein fast einstimmiger Beschluss, was den Vorstand veranlasste, alle Vorbereitungen für einen kurzfristigen Start einzuleiten. Vorstand, Avantgarde, Jungschützen und viele Schützenbrüder aus allen Vereinen des Ortes standen in den Startlöchern, um nach Eintreffen der Genehmigung mit den Arbeiten zu beginnen.
Nachdem am 26. Februar 1993 die Genehmigung erteilt wurde, ging man mit großem Eifer ans Werk. Der Umfang dieser Baumaßnahme stellte sicherlich die größte Herausforderung für den Vorstand nach dem Hallenbau in den 20er Jahren dar. Gleich am 26. Februar 1993 begannen wir mit den Erdbewegungen und konnten in knapp 9 Wochen einen Parkplatz für etwa 100 PKWs erstellen.
Durch Auflage der Unteren Landschaftsbehörde waren wir verpflichtet, auf dem Parkplatz 25 Bäume (Eiche, Ahorn oder Rotbuchen) anzupflanzen und ca. 1/3 der Gesamtfläche mit Büschen und Bodendeckern zu begrünen. (ca. 1000 Gehölze und ca. 1500 Bodendecker) Es sei hier auch festgehalten, dass sämtliche 25 Hochstämme von Schützenbrüdern, Vereinen und Verbänden oder Unternehmen gestiftet wurden.

Am kleinen Saal der Schützenhalle musste eine Schallschleuse angelegt werden. Dieser Vorbau wurde architektonisch hervorragend dem Stil der Halle angepasst und durch die Verwendung des Grünsandsteines eine stilvolle Ergänzung zur bisherigen Außenansicht der Halle geschaffen.
Die Fenster in der gesamten Halle, welche noch nicht mit Doppelverglasung ausgestattet waren, mussten erneuert werden und mit Isolierverglasung wegen der Geräuschdämmung versehen sein. Wegen der Auflage bezüglich des Verschließens der Fenster musste eine Be- und Entlüftung installiert werden.
Auf vielfachen Wunsch wurde bei dieser Aktion die Möglichkeit geschaffen, den kleinen Saal von der Westönner Schützenstraße aus zu bedienen. Wir haben dort einen Eingang geschaffen und die Bereiche entlang der Hallen -Ostseite, Nordostseite am Eingang zum Speisesaal und die Verbundsteinfläche am kleinen Saal neu verlegt bzw. erweitert.
Die bereits seit langem geforderte Behindertentoilette wurde in diesem Zusammenhang für den kleinen Saal der Schützenhalle gebaut und der Übergang von der Hallenfläche zum Thekenbereich behindertengerecht ausgebaut. Die Wände hinter den Theken wurden 1994 einheitlich verfliest, die Thekentische verklinkert und die Thekenabdeckungen mit Granitstein belegt. Damit erschienen ab sofort alle Theken in einem einheitlichen Design.
Das Hallendach im unteren Bereich der Ostseite war so flach, dass immer wieder Probleme auftraten. Daher entschloss man sich nach eingehender Beratung durch Herrn Bau-Ing. Heinrich Austmeyer, bei ca. der Hälfte der Dachfläche die Schräge zu vergrößern, wozu die Dachpfannen abgenommen werden mussten. Die Arbeiten wurden 1995 durchgeführt. Für 1994 war sie bereits vorgesehen, wurde aber aus Kostengründen zunächst zurückgestellt. Nach dem Schützenfest 1995 wurde sie dann aber in Auftrag gegeben und auch kurzfristig installiert.
Da wir über die erforderlichen Steine verfügten und diese auch durch Witterungseinflüsse (Nässe, Frost etc.) zum Teil unbrauchbar wurden, entschlossen wir uns, 1998 nochmals zum absoluten Baujahr zu erklären und rechtzeitig zu unserem Jubelfest noch einige bereits länger geplante Baumaßnahmen in Angriff zu nehmen. Diese vorgenommenen Baumaßnahmen erreichten ein Ausmaß, das nach dem Bau der Halle und der von uns erfüllten Lärmschutzmaßnahmen mit Bau eines Parkplatzes als drittgrößte Baumaßnahme einzuordnen ist.
Anfang März wurde begonnen und im Einzelnen folgendes gemacht:
- Der Vorraum der Herrentoilette am großen Saal wurde neu verfliest, 3 neue Handwaschbecken installiert, die Decke vertäfelt und mit neuer Beleuchtung ausgestattet, die Durchgangstür erneuert und im Vorraum eine Heizung installiert.
- Die Damentoilette wurde um 3 Toiletten erweitert und der Deckenbereich neu vertäfelt und ebenfalls neue
Beleuchtung angelegt. - Das alte Kartenhäuschen wurde zu klein und daher abgerissen und größer und zum Stil der Halle passend
wieder aufgebaut. Natürlich wurde mit Grünsandstein und alten Ziegelsteinen gearbeitet, um sich optisch dem
Bild der Schützenhalle anzupassen. - Neue Garage mit Abstellraum, Unterkellerung und Dachboden
Hierbei handelt es sich um den kosten- und arbeitsaufwändigsten Teil der Baumaßnahme.
Der Vorstand hat sich trotz der Geräumigkeit unserer Schützenhalle für eine Unterkellerung entschieden, da doch
immer wieder Lagerraum für Inventar benötigt wird, was nur sehr selten gebraucht und ständig „hin und her“
transportiert wird. Auch dieses Gebäude wurde natürlich mit Grünsandsteinen verblendet.
Der Eingang zum Kellerraum wird von der Rückseite der Halle geschaffen.
Wenn man das Jahr 1998 mit den dargestellten Baumaßnahmen betrachtet, so war es wieder ein Kraftakt, der seinesgleichen sucht.
Text und Bilder: Schützenbruderschaft Westönnen
