„Kellerbrand am Börn 4, es werden noch Personen vermißt“. So lautete der Einsatzbefehl am Samstagabend für die Kameraden der Westönner Löschgruppe.
Sofort wurden die drei Fahrzeuge und einige Pkws besetzt und die Brandstelle angefahren. Dichter Rauch (aus der Nebelmaschine) drang aus Kellertür und Fenster. Der stellvertr. Löschgruppenführer Axel Horlbeck hatte für eine Übung seine Kellerräume zur Verfügung gestellt und ein realistisches Szenario aufgebaut. Es wurden in dem verrauchten Keller insgesamt 4 Personen vermißt. Während der Fahrt hatten sich die ersten Wehrmänner mit Atemschutzgeräten ausgerüstet. Die Gruppenführer sondierten kurz das Gelände, sprachen sich bei der Arbeitseinteilung ab und gaben ihren Mannschaften die entsprechenden Befehle.
Während die Feuerwehrmänner mit Atemschutzgeräten die Kellerräume systematisch nach den vermißten Kindern durchsuchten bauten andere die Wasserversorgung auf. In Windeseile wurden trotz hochsommerlicher Temperaturen die Schläuche ausgerollt. Zur eigenen Absicherung wurde der Einsatzbereich und die Stellflächen der Feuerwehrfahrzeuge mit Pylonen und Blinkleuchten versehen. Die Suche in den verwinkelten Kellerräumen gestaltete sich zeitaufwendiger als zuerst gedacht. Sofort wurden weitere Atemschutztrupps zusammengestellt, die die ersten Angrifftrupps ablösten, als deren Luftvorrat zur Neige ging. Systematisch wurden alle Atemschutzträger erfaßt und ständig die Luftvorräte abgefragt und schriftlich festgehalten.
Da ertönte aus den Funkgeräten der Gruppenführer plötzlich ein „Mayday, Mayday, Mayday“ Ruf. Das Zeichen, dass sich ein Kamerad in den Kellerräumen verletzt hatte und sich nicht mehr selbst helfen konnte. Alle Atemschutztrupps wurden zu der Unfallstelle beordert um den Feuerwehrmann zu bergen. Für den Einsatz einer Trage, sie hätte erst von draußen geholt werden müssen blieb keine Zeit. Also faßten die Feuerwehrleute den Bewußtlosen an den Trageschlaufen seines Atemschutzgerätes und die Beine und brachten ihn so schnell wie möglich nach draußen. Noch auf dem Rasen wurde er von den Gerätschaften befreit, seine Kleidung geöffnet und die in den Erste-Hilfe- Kursen gelernten Handgriffe angewandt. Jetzt gab Axel Horlbeck das Zeichen, dass die Übung beendet ist. Alle vermißten Kinder und der Wehrmann waren gerettet worden. Er gab nur noch die Aufgabe den Lüfter einzusetzen um die Kellerräume zu belüften und den Rauch abziehen zu lassen.
Bevor ein Resümee über den Verlauf der Einsatzübung erfolgte, wurden die Atemschutzgeräte einsatzbereit gemacht, die Gerätschaften und die Schläuche wieder in den Fahrzeugen verstaut. Bei den hohen Temperaturen war es besonders den Atemschutzträgern in der dicken Schutzkleidung und unter den Masken sehr warm geworden. Total verschwitzt tranken sie flaschenweise Mineralwasser um den Flüssigkeitsverlust wieder aufzufüllen.
Unter den vielen Schaulustigen waren auch besorgte Nachbarn, die an einem Erstfall glaubten und ihre Hilfe anboten. Erleichtert nahmen sie zu Kenntnis, dass es sich diesmal um eine Übung handelte.
Autor: Christoph Post





