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Startseite » Elisa Plattfaut – eine erfolgreiche Team-Kampfsportlerin

Elisa Plattfaut – eine erfolgreiche Team-Kampfsportlerin

14. März 2026 von Klaus Hennemann

Im Bild v. .li.: Vater Matthias Plattfaut, Elisa Plattfaut, Teampartner Jamie den Ridder und Mutter Jutta Plattfaut. Deutsche Meisterschaft 2024 in Erlangen. (Foto: Privat)

Es gibt viele Sportarten, die mehr oder weniger bekannt sind. Dessen Sportler/innen bleiben trotz ihrer beachtlichen Erfolge meist im Verborgenen, zu Unrecht.

Wir sprechen mit Elisa Plattfaut aus Mawicke, 19-jährige Judoka vom Werler TV, die von vielen unbemerkt, etliche deutsche und europäische Titel zusammen mit ihrem Teampartner Jamie den Ridder im Kata, einer Nichtolympischen Sportart gewonnen hat.

Kata ist eine Unterart des Judo, bei der es darauf ankommt, die Abfolge der Techniken möglichst genau und präzise mit dem Teampartner durchzuführen.

Ihr Teampartner ist der 20-jährige Jamie den Ridder aus Olsberg, von Beruf Erzieher. Elisa und Jamie müssen nun aufgrund von Jamie´s 21. Geburtstag in diesem Jahr auch international in der Seniorenklasse antreten.

Aber wie ist das überhaupt, Athletin auf einem Niveau zu sein, um an einer Europameisterschaft oder gar einer Weltmeisterschaft teilnehmen zu dürfen?

Foto privat. Nach der Siegerehrung bei den Europameisterschaften 2024

Irgendwann 2012 wurde Elisa von einer Freundin eingeladen, mal beim Judo vorbeizusehen. Schnell hatte sie den Sport für sich entdeckt. Dank der Unterstützung ihrer Eltern, die sie unter dem Vorbehalt schulischer Leistungen erhielt, konnte sie sich dem lieb gewordenen Sport widmen.

Die ersten Jahre verbrachte sie beim JC Welver, seit 2017 ist sie beim Werler TV in der Judoabteilung aktiv. Seit 2019 trainiert sie aktiv Kata und verbessert mit intensivem Training und einer beispiellosen Disziplin und Zielstrebigkeit diese Jahr um Jahr.

Das Besondere am Judo ist für Elisa die Atmosphäre aus einer guten Teamfähigkeit, der gesunden Konkurrenz auf und neben der Matte und der respektvolle Umgang untereinander, obgleich der Konkurrenz. Jeder wünscht jedem das sportlich Beste im Team und spornt an.

Der Judosport ist für sie der Ausgleich für ihr Tagesleben. Einfach den Kopf frei bekommen und den Körper fit halten. Das Training mit ihrem Teampartner Jamie, den Spaß am Judosport mit all seinen Fassetten. Das alles bedarf für sie keiner besonderen Motivation. Dabei trainiert Elisa nicht nur mit ihrem Teampartner zweimal die Woche, sondern ist in der Judoabteilung zusätzlich an zwei Tagen als Trainerin tätig. Wurftechniken, Haltegriffe und die Formalitäten des japanischen Sports müssen ständig trainiert werden.

Foto Quelle IJF (International Judo Federation) 

Vor Wettkämpfen wird die Intensität des Trainings gesteigert, um auch kleinste Fehler auszuschließen. Bei all der Intensität sind sie und ihr Teampartner von Verletzungen, von kleineren Blessuren abgesehen, bisher verschont geblieben.

Einmal im Jahr kommen die Veranstaltungstermine. Dann gehen die Planungen für Elisa und Jamie los. An welchen Wettkämpfen und Veranstaltungen können sie unter Berücksichtigung auf Studium / Beruf und Familie und dessen Interessen teilnehmen?

Es folgen die Reiseplanungen für Flüge, Fahrten und Hotelbuchungen zu den größeren Wettkämpfen in Sarajewo, Paris, Riga, Brüssel, in Slowenien und in der ganzen Bundesrepublik. Nicht zu vergessen die Fortbildungen und Lehrgänge. Bei all diesen „Nebenaufgaben“ kann sie sich auf ihre Eltern verlassen. Sie sind in die Planungen stets mit eingebunden. Vater Matthias ist nicht nur der 2. Brudermeister der Westönner St. Sebastianus Schützenbruderschaft, sondern auch Kassierer der Judoabteilung des Werler TV.

Besonders in der Zeit vor ihrem 18. Geburtstag. Da hat die ganze Familie Plattfaut die Familieninteressen hinter den sportlichen Zielen gestellt. Allein im Jahr 2025 wurden über 5.000 KM für Wettkämpfe, Lehrgänge, etc. zurückgelegt.

An Reisekosten, Verpflegung und Unterkunft für jeweils 2 oder 3 Personen kommen etliche Euros zusammen. Die jeweiligen Prüfungskosten für den nächsten Dan liegen zwischen 300 und 400 Euro. Nicht zu vergessen, die Sportkleidung. Hier ist der Sportausrüster des Judoverbandes verpflichtend, Sportdress, Trainingsanzug, etc., schlagen schnell mit gut 200 Euro und mehr zu Buche. Bei einem Ausrüsterwechsel kommt die gleiche Summe obenauf. Auch der Nationaldress wird aus eigener Tasche gezahlt. Das Aufsticken des Bundesadlers muss man zusätzlich bezahlen.

Zum Glück gibt es Fahrtkostenzuschüsse vom Werler TV und in gleicher Höhe Zuschüsse von der Sportförderung der Stadt Werl. Hier lobt Elisa und Vater Matthias ausdrücklich die hervorragende Unterstützung und die Zusammenarbeit durch die Sportförderung der Stadt Werl. Vom Judoverband selbst gibt es sehr wenig Unterstützung.

Bei so umfangreichen Trainingsfleiß und der dazugehörigen Disziplin sowie der elterlichen Unterstützung sind die Erfolge umso erfreulicher. Die Siege und Platzierungen des Teams Plattfaut / den Ridder der letzten Jahre sind beeindruckend.

Deutsche Meisterschaft der U18 im Jahr 2021 Elz: Platz 1

Deutsche Meisterschaft der U18 im Jahr 2022 Hamburg: Platz 1

Westdeutsche Meisterschaft der Senioren im Jahr 2023 in Bochum: Platz 2

Deutsche Meisterschaft der Senioren im Jahr 2023 in Bad Ems: Platz 5

Westdeutsche Meisterschaft der Senioren im Jahr 2024 in Bochum: Platz 2

Europameisterschaft U21 im Jahr 2024 in Sarajevo: Platz 1

Deutsche Meisterschaft der Senioren im Jahr 2024 in Erlangen: Platz 2

Maintal (Internationales Turnier) U21 2024: Platz 1

Belgien (Internationales Turnier) U21 2025: Platz 1

Westdeutsche Meisterschaft der Senioren 2025 in Werl: Platz 1

Europameisterschaft der U21 im Jahr 2025 in Riga: Platz 2

Deutsche Meisterschaft der Senioren 2025 in Dresden: Platz 3

Maintal (Internationales Turnier) U21 2025: Platz 2

Weltmeisterschaft der U21 im Jahr 2025 in Paris: Platz 6

Die Trophäensammlung in ihrem Zimmer zu Hause in Mawicke. (Foto privat)

Wohlgemerkt, diese Erfolge erreichten Elisa und ihr Teampartner auf dem Weg zum bestandenen Abitur und nun im laufenden Studium im Bereich Design- und Projektmanagement.

Alle diese Erfolge erfordern auch Entbehrungen. Bei Überschneidungen zu Feiern und anderen Annehmlichkeiten in ihrem jugendlichen Leben erhalten Lehrgänge, Training und Wettkämpfe den Vorzug. „Für den Sport bin ich jedes zweite Wochenende unterwegs, da bleibt wenig Freizeit, da müssen Veranstaltungen auch mal abgesagt werden, nur das Studium geht vor allem immer vor!“

Dennoch schafft sie es öfters, den Jungschützinnen in Westönnen aktiv treu zu bleiben, um den Draht in die Heimat nicht zu verlieren.

Zurzeit steht sie in den Trainingsvorbereitungen zur Europameisterschaft im Mai in Sarajewo, wo sich beide den Einzug ins Finale wünschen. 

Wir wünschen Elisa und ihrem Teampartner Jamie bei der kommenden EM den größtmöglichen Erfolg, auf das der Einzug ins Finale Wirklichkeit wird und besonders, dass beide von Verletzungen verschont bleiben.

Kategorie: Allgemein Stichworte: Europapeisterin, Kampfsportlerin, Sportathletin

Über Klaus Hennemann

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