Ein leerstehendes Gebäude bietet für die Feuerwehr eine ideale Möglichkeit, realitätsnahe Einsatzsituationen zu trainieren. Besonders wertvoll wird eine solche Übung, wenn – wie im echten Einsatz – auch mit wassergefüllten Schläuchen gearbeitet werden kann. Genau diese Gelegenheit nutzten die Kameradinnen und Kameraden der Löschgruppen Westönnen, Mawicke und der Innenstadt am vergangenen Samstag bei einer gemeinsamen Übung in Westönnen.
Möglich gemacht wurde dieses besondere Übung durch die Familie Hufelschulte, die der Feuerwehr ihr leerstehendes Gebäude vor dem Abriss zur Verfügung stellte. Für diese Unterstützung bedankt sich die Feuerwehr ganz herzlich.

Im Rahmen der Übung wurde das Einsatzstichwort „Feuer 3 Y – Gebäudebrand“ angenommen. Dieses Szenario bedeutet für die Einsatzkräfte eine Alarmierung zu einem größeren Brandereignis, bei dem Menschenleben in Gefahr sind. In der Übungslage war ein Feuer in einer Wohnung ausgebrochen, das bereits auf eine angrenzende Werkstatt übergegriffen hatte. Zusätzlich wurden mehrere vermisste Personen im Gebäude gemeldet.
Nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte wurde sofort die Menschenrettung eingeleitet. Mehrere Trupps unter Atemschutz gingen in das Gebäude vor, um nach den vermissten Personen zu suchen und diese aus der verrauchten Wohnung zu retten. Parallel dazu bauten weitere Einsatzkräfte den Löschangriff auf, um das angenommene Feuer zu bekämpfen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Im Verlauf der Übung konnten insgesamt fünf Personen aus dem Gebäude gerettet werden. Für die Feuerwehrkräfte stellte das Szenario eine besonders wertvolle und realistische Trainingssituation dar. Durch das komplett nutzbare, leerstehende Gebäude konnten viele Abläufe unter realen Bedingungen geprobt werden.

Ein besonderer Übungseffekt entstand außerdem dadurch, dass mit wassergefüllten Schläuchen gearbeitet wurde. Diese verhalten sich im Einsatz deutlich anders als leere Schläuche – sie sind schwerer, reagieren anders auf Bewegungen und erfordern ein anderes Handling. Einsatztaktiken können dann in der Praxis erprobt und optimiert werden. Genau diese Erfahrungen sind für die Einsatzkräfte wichtig, um im Ernstfall schnell und sicher handeln zu können.

Text und Bilder: Kevin Teipel
