Schützengeschichte Teil 6
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Schützen werden ja schon mal spöttisch als Sommerkarnevalisten bezeichnet. Liegt es an der guten Stimmung, die man beispielsweise auf dem Westönner Schützenfest vorfindet? Oder hat das vielleicht seinen Grund in der frühen Geschichte der Westönner Umzüge? Da lesen wir nämlich im Jubiläumsbuch der Schützenbruderschaft von 1999 vom "Beeler Bock". Dort steht:

Wie er wohl ausgesehen hat?
Wie heute, so fanden auch in frühester Zeit an den Schützenfesttagen mehrere Umzüge durch das Dorf statt. Voran schritten die Pfeifer und Trommler, dann die Blechmusik die sogenannten Valldauer mit dem Schellbaum, und dann folgten die Fahne und die Schützen. Vor dem Königspaar schritt der Spaßmacher oder Paias her.

Diesem wurde von der Schützenbruderschaft eine besondere bunte Kleidung zur Verfügung gestellt. Er belustigte beim Festzug das Königspaar, die Schützen und Dorfbewohner durch seine Gebahren und Witze. Auf dem Schützenplatz setzte er dann diese Belustigung fort und hielt Reden, die das Volk beklatschte. Einer der früheren Spaßmacher hatte allgemein den Namen "Beeler Bock".

Beele war sein wirklicher Hausname; er wohnte in Westönnen. Er trug hinten und vorn einen Höcker und war als Harlekin verkleidet. Bei den Umzügen fanden auch "Bombardements" und abends des öfteren auch Feuerwerke vor dem Königszelt statt.


Quellenangaben:
Westhues, Heinrich, Heimatbuch des Kirchspieles Westönnen, Werl-Westönnen, Erscheinungsjahr 1966
Jubiläumsbuch 375 Jahre St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Westönnen, Erscheinungsjahr 1999

Von dem oben erwähnten Jubiläumsbuch zum 375-jährigen Jubiläum sind noch einige Exemplare verfügbar. Kontaktadresse: zeppenfeld@westoennen.de

Manfred Zeppenfeld