Geschichte der Schützenbruderschaft Teil 5
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Dass das Bier auch auf den Festen um 1800 eine gewichtige Rolle spielte, haben wir bereits im vierten Teil erfahren. Dass es zudem auch noch Freibier war, hatte Vor- und Nachteile. So steht im Jubiläumsbuch von 1999 geschrieben:

Dem Freibier wurde oft sehr gut zugesprochen, was nicht immer zum Vorteil für den ruhigen Verlauf des Festes war. Deshalb wurde in den Statuten von 1827 ein Paragraph aufgenommen, der dem übermäßigen Trinken Einhalt tun sollte. "Sofern", so heißt es darin, "ein oder anderer bei dem Gelage so übermäßig trinken würde, daß er sich übergeben müßte, so wird derselbe vom Hauptmann in eine willkürliche Strafe genommen werden."

Andererseits waren auch mit dem Freibier erhebliche Unkosten für die Bruderschaft verbunden, weshalb bei einigen der Gedanke laut wurde, das Freibier abzuschaffen. 1871 berief er Hauptmann Heinrich Kerkhoff eine Generalversammlung ein mit dem ausdrücklichen Bemerken, daß es in Zukunft kein Freibier mehr gäbe, doch stieß er damit auf heftigen Widerstand. Es blieb beim alten.

Am 8. Mai 1881 aber erklärte der Hauptmann Philipp Müller kurz und bündig, daß die Bruderschaft unter den jetzigen Verhältnissen und teueren Bierpreisen nicht mehr bestehen könne. Wenn die Schützenbrüder bereit wären, das Freibier abzuschaffen, würde der alte Vorstand die Wiederwahl annehmen." Darauf wurde das Freibier erst nur für drei Jahre, dann aber für immer abgeschafft. "Das Fest wurde in diesem Jahre", so heißt es im Rechnungsbuche, "am 5. und 6. Juli auf Waterhoffs (Felix Gräwe) Hof in bester Ruhe und Ordnung und Zufriedenheit gefeiert. König war Adam Vogelsang."

Die Einladungen zu dem Schützenfest, das anfänglich nur zwei Tage dauerte, ergingen gewöhnlich durch die Zeitungen, so im Jahre 1832 durch das "Wochenblatt", 1845 durch das "Wochenblatt", 1850 durch das "Soester Kreisblatt" und den "Freimütigen" und 1857 durch das "Zentralblatt". Daß das Westönner Schützenfest auch gern von Auswärtigen besucht wurde, beweist die große Zahl der Besucher in allen Jahren. So wurden im Jahre 1844 allein 156 Gäste von auswärts gezählt, die Bruderschaft selbst zählte damals 140 Mitglieder. "Ganz kleine Kinder wurden auf dem Schützenplatz durchaus nicht gelitten."

Quellenangaben:
Westhues, Heinrich, Heimatbuch des Kirchspieles Westönnen, Werl-Westönnen, Erscheinungsjahr 1966
Jubiläumsbuch 375 Jahre St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Westönnen, Erscheinungsjahr 1999

Von dem oben erwähnten Jubiläumsbuch zum 375-jährigen Jubiläum sind noch einige Exemplare verfügbar. Kontaktadresse: zeppenfeld@westoennen.de

Manfred Zeppenfeld