Geschichte der Schützenbruderschaft Teil 3
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Nachdem wir uns im zweiten Teil mit der ersten urkundlichen Erwähnung aus den Jahre 1771 beschäftigt haben, ist natürlich besonders die Frage interessant, wie denn zu dieser Zeit das Schützenfest gefeiert wurde. Auch diese Angaben sind dem Heimatbuch von Heinrich Westhues entnommen. Die Schriften liegen der Schützenbruderschaft teilweise auch heute noch vor. Beschäftigen wir uns zunächst einmal mit dem Vogelschießen:

Wie aus der den erwähnten und auch aus anderen Schriften zu ersehen ist, fand das Vogelschießen gewöhnlich am St. Joannys-Tage (24. Juni) statt. "Früh mittags" wurde bereits die Trommel gerührt um die Schützen zusammenzurufen.

Jeder Schützenbruder musste sich mit einem "gehörig reinen Gewehr" beim Schöffen einfinden. Der Schöffe war der Schützenbruder, der seinen Hof zum Abhalten des Schützenfestes zur Verfügung gestellt hatte. Unter Anführung des Hauptmanns marschierten die Schützenbrüder dann zur "Vogelruthe", wo alle Schützenbrüder knieend zur Abwendung allen Schadens leise ein Gebet verrichteten.

Im Name des jeweiligen Regenten tat dann der Ortsvorgesetzte den ersten Schuß. Nacheinander folgten die anderen Schützen. Derjenige der das letzte Stück des Vogels von der Stange holte, wurde wie es noch heute üblich ist, für das laufende Jahr König und hatte das Recht sich eine Königin zu erwählen.

Als Präme erhielt der König um 1820 einen Berliner Thaler, später 3 Thaler, und als äußeres Zeichen seiner Würde Königshut, Schärpe und Königskette. Dies Königskette wird schon um 1800 erwähnt.. Sie erhielt jedes Jahr eine neue Medaille, die anfänglich von der Bruderschaft selbst, später aber von der Königin angeschafft wurde. Leider sind viele dieser Medaillen verlorengegangen. Die älteste der noch vorhandenen stammt aus dem Jahr 1846 (siehe Bild von der Königskette - Plakette unter dem Vogel).

Außer den Vogel spielte in früherer Zeit auch noch der sogenannte "Geck" eine gewisse Rolle. Das war eine etwa ein halbes Meter hohe Holzfigur. Wenn der Vogel gefallen war, musste auch diese noch abgeschossen werden. Wem es gelang, der genoß nach dem König die meisten Ehren. Als Prämie erhielt er 10 Silbergroschen.

Quellenangaben:
Westhues, Heinrich, Heimatbuch des Kirchspieles Westönnen, Werl-Westönnen, Erscheinungsjahr 1966
Jubiläumsbuch 375 Jahre St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Westönnen, Erscheinungsjahr 1999

Von dem oben erwähnten Jubiläumsbuch zum 375-jährigen Jubiläum sind noch einige Exemplare verfügbar. Kontaktadresse: zeppenfeld@westoennen.de

Manfred Zeppenfeld