Geschichte der Schützenbruderschaft Teil 2
Zurück



Amtsbuch von 1771 (147 Jahre nach der Gründung)
Der zweite Teil der Geschichte beschäftigt sich mit der ersten urkundlichen Erwähnung der Schützenbruderschaft. Auch diese Information kommen aus dem 1999 zum 375-jährigen Jubiläum erschienenen Buch und dem Heimatbuch des Kirchspieles Westönnen (Autor Heinrich Westhues) entnommen.

Das Amtsbuch von 1771, ist, wie bereits erwähnt, die älteste urkundliche Quelle auf die die Schützenbruderschaft zurückgreifen kann. Dort schreibt der kurfürstliche Hofrat und Amtsverwalter Christian Anton Torholten in einem aus heutiger Sicht schwer verständlichen Vermerk:

Rechnungs-Buch der Löblichen Schützenbruderschaft zu Westönnen: Ambts Werll worin die vom Jahre 1683 damals bis 1690 nun bis 1771 vom zeitlichen Schützen Scheffen joanne, Colono Steven und joan Thiederich, Colono Schilling, einsaßen in Westönnen abgehaltene, und jedes jahres von den sämbtlichen Schützen Brüdern gebilligte rechnunge nebends anderen der Bruderschaft Zugehörigen, und auf sicheren Kapitalien sprechenden handtscheinen und Schuldbriefen, aus den wahren Originalien, in abschrift eingeschrieben, und ferneres darin angemerkt worden sollen. Bescheine Westönnen jetztmahlen nach dem Tage St. Joannies, als nach Verordnung den Tag des Vogelschießens. d(en) 25 juny 1771.

Aus dem Text geht hervor, dass es noch ein älteres Rechnungsbuch gegeben hat, angefangen im Jahre 1683. Die erwähnten Abschriften aus jenem Buch sind leider nicht mehr vollständig. Es fehlt eine komplette Schreiblage. Erst ab dem Jahre 1730 sind wieder Einträge vorhanden.

Die Schützenbruderschaft hatte 1776 99 Mitglieder. Woher Heinrich Westhues diese Zahl nimmt ist nicht bekannt, denn ein Verzeichnis der damaligen Schützenbrüdern mit Angabe der Jahreszahl ihres Eintritts in die Bruderschaft ergibt nur 82. Interessant ist dabei die Schreibweise der Westönner Familiennamen zu dieser Zeit.

Im Rechnungsbuch von 1771 sind gelistet:
1730 christian Müller und joann Wegmann
1732 theodorich Steven
1733 stevanus Overhoff und joann Brune
1734 franz Becker
1735 melchior Tilmann
1741 theodorich Schillink, joann Schulte, michael Hering, joann Klenter und peter Hünnies
1742 joann Osthoff
1743 adolf Hennemann, anton lueg Müller und adolf Welge
1745 jakob Brandt, mathias Rufaut und theodorich Junker
1747 hermen Wegmann, joann Risse und philippus Kenter
1748 peter Hanne
1749 wilhelmus Hanne
1751 anton Lengerling, joann Waterhoff und franz Vogelsank
1754 joann Luig
1757 abdreas Harde und joann Pieper
1764 joannRufaut, jürgen Tilmen, jürgen Kewelo, joannes bernardus Hünnes, franz Hünnes, adolf Wiedenthal peter Hering, wilhlem bune Kauh, giesbert Schmiet, joann heinrich Menze, theodorich Top, franz Theophile, wilhelmus Amermann und theodorus Wimmer
1765 joann Brandt, christian Brandt, christian Kaune, fernandt Hagen, bernhardus Mawick und christian Stoltefaut
1767 wichnold Kerkhoff, franz Menze, ernestus Schilling und fernand Klenter
1768 jürgen Schlephus, franz Platfaut, christian Luig, und joann Kewelo
1769 joann peter Steven, joann michael Ebell, joann peter hünnes und albertus Schefferhoff
1770 adolf Romberg, joann Müller, anton Hennemann
1771 herman Plattfaut
1772 caspar Rinhoff und joann theodorich Kewelo
1773 philippus Beukmann, friederich Romberg, wilhelm Wigger, georg Müller und franz Blaume
1774 theodorus Bömer, joann Luig und melchior Platfaut
1775 joan Hane, Kerkhofs Sohn philip, theodor Stoltefaut, Schulte zu Bergstraße, melchior Ebel, melchior Nottebaum zu Bergstraße

Nächste Mal: Die Schützenfeste um 1770 und welche Rolle spielte der "Geck".

Quellenangaben:
Westhues, Heinrich, Heimatbuch des Kirchspieles Westönnen, Werl-Westönnen, Erscheinungsjahr 1966
Jubiläumsbuch 375 Jahre St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Westönnen, Erscheinungsjahr 1999

Von dem oben erwähnten Jubiläumsbuch zum 375-jährigen Jubiläum sind noch einige Exemplare verfügbar. Kontaktadresse: zeppenfeld@westoennen.de

Manfred Zeppenfeld