Unser Dorf
damals - heute
Die Weststraße in
Richtung Norden

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Unser Dorf ist ganz gewiss schöner und aufgeräumter geworden, aber es wurde schon öfter darauf hingewiesen, dass wir auch etliche Einrichtungen und etliche Arbeitsplätze verloren haben. Das Dorf ist in mancher Hinsicht ärmer geworden.
Das erste Bild zeigt die Shell - Tankstelle Preker. Wer kann sich Westönnen noch mit zwei Tankstellen vorstellen. Die zweite Tankstelle war an der B1, an der nördlichen Seite, wo heute die Busse halten. Sie gehörte Fritz Schulte.
Nördlich der Tankstelle Preker liegt die Molkerei. Hinter der Tankstelle befand sich die Stellmacherei von Fritz Preker. Wagen und Räder werden heute in Fabriken gefertigt.
Leider ist dieses Bild nur halb zu sehen. Der Wagen hat über viele Jahre eine Hälfte von Werl mit Trinkmilch versorgt. Die zweite Hälfte der Stadt wurde von Büderich aus beliefert.
Der Schimmel, der den Wagen zog, ist leider auch nicht zu sehen und ebenso fehlt Frau Ludmann. Sie leitete das Fuhrwerk bei Wind und Wetter nach Werl. Ludmanns wohnten am Opferteich.
Eine alte Dampfwalze vor der Molkerei. Man beachte den Zustand der Straßen.
Dieses Bild zeigt das so genannte "Blechhaus". Leider sieht man nur eine Seite, die unmittelbar an die Weststraße heranreichte. Es war ein kleiner Winkelbau aus Fachwerk. Die Blechplatten hatte man wohl an dem Hause angebracht, weil das Fachwerk schlecht war und gegen die Witterung nicht genügend Schutz bot. Das Haus war nicht unterkellert. Obwohl das Haus so klein war, musste es einer großen Familie Wohnraum bieten. Es gab auch noch einen Schweinestall in dem Hause. Davor war der Mistfall und hinter dem Hause gab es einen kleinen Auslauf für die Schweine. Der Auslauf lag unmittelbar unter dem Fenster der Backstube, die zur Bäckerei Aumann (später Becker) gehörte. Die Familie Aumann betrieb auch noch einen beachtlichen Lebensmittelladen. Heute wäre diese Zusammenstellung undenkbar.
Rund um das "Blechhaus" gab es keinen Meter Platz für einen Garten oder ein paar Blumen.
Im Hintergrund sieht man den Hof Keweloh.

Und Heute:
Wo früher Benzin gezapft wurde, werden heute Pralinen der Firma "DreiMeister" verkauft. Das Gebäude der alten Molkerei folgt danach.

In der ehemaligen Molkerei befindet sich zur Zeit die Firma OS Prog GmbH, die sich mit der Telekommunikation beschäftigt.
Hinter der Molkerei sind neue Häuser errichtet. Der Baugrund gehörte früher als Garten zum Hofe Keweloh.

Das Blechhaus wurde vor vielen Jahren abgerissen. Das Gebäude der Familie Aumann, das früher eine Bäckerei und einen Lebensmittelladen beherbergte, steht noch.
Heute wird es von der Handelsvertretung AMC Karl Heinz Wilms genutzt.

Vor dem Kriege gab es in Westönnen drei Bäckereien: Aumann (Becker), Deese und Brandner (beide Breite Straße).
Lebensmittel kaufte man bei Aumann, Hering, Sauer (beide Breite Straße) oder Kappen (Am Kirchplatz).
Gewisse Textilien (das Angebot war nicht groß) konnte man bei Pieper-Hering (Breite Straße), Sauer oder Kappen erwerben.
Nach dem Kriege wurden noch etliche Läden neu gegründet.

Friedrich Schleep