Segnung des Altarbildes
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Am 22.11. feiert der kirchliche Kalender die Heilige Cäcilia! Im Chorraum der Westönner Kirche wurde am 22.11.2005 im Festhochamt um 18.00h mit gottesdienstlicher Musik für Viola, Cello und Cembalo von Beethoven und Bach ein neues Altarbild im Chorraum gesegnet.

Das Original ist von Raffael (1483-1520) und hängt in der Pinacoteca Nazionale in Bologna. Es gehört 1514 zu den letzten großen Gemälden des Künstlers: Auf der Erde liegen die weltlichen Musikinstrumente, halbzerbrochen, saitenlos; selbst die fromme Orgel sinkt aus den Händen der hl.Cäcilia!

Bekannt ist CÄCILIA (ca.200-230) als Nothelferin und als Patronin der Kirchenmusik. Sie wird im ersten Eucharistischen Hochgebet angerufen. Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) schreibt im Tagebuch seiner "Italienischen Reise" (1786 bis 1788) über dieses Bild:

Zuerst also die Cäcilia von Raffael! Es ist, was ich zum voraus wußte, nun aber mit Augen sah: er hat eben immer gemacht, was andere zu machen wünschten, und ich möchte jetzt nichts darüber sagen, als daß es von ihm ist. Fünf Heilige nebeneinander, die uns alle nichts angehen, deren Existenz aber so vollkommen dasteht, daß man dem Bilde eine Dauer für die Ewigkeit wünscht, wenn man gleich zufrieden ist, selbst aufgelöst zu werden. Um ihn aber recht zu erkennen, ihn recht zu schätzen und ihn wieder auch nicht ganz als einen Gott zu preisen, der wie Melchisedek ohne Vater und ohne Mutter erschienen wäre, muß man seine Vorgänger, seine Meister ansehen. Diese haben auf dem festen Boden der Wahrheit Grund gefaßt, sie haben die breiten Fundamente emsig, ja ängstlich gelegt und miteinander wetteifernd die Pyramide stufenweis in die Höhe gebaut, bis er zuletzt, von allen diesen Vorteilen unterstützt, von dem himmlischen Genius erleuchtet, den letzten Stein des Gipfels aufsetzte, über und neben dem kein anderer stehen kann...

Raffaels Bild, das für uns in Westönnen in nahezu den Originalmassen (238 x 150cm) vom peruanischen Künstler Cesar Augusto in Cusco/Peru gemalt worden ist, zeigt neben Cäcilia auch den Völkerapostel PAULUS mit dem Schwert - Symbol seines Martyriums! JOHANNES, der Lieblingsjünger Jesu (Joh 21,20: Es war der Jünger, der sich bei jenem Mahl an die Brust Jesu gelehnt und ihn gefragt hatte: Herr, wer ist es, der dich verraten wird?), steht in leisem Gespräch beim Heiligen AUGUSTINUS (354-430), der uns die Dichtung des Te Deum (Gl 257 "Großer Gott, wir loben dich") geschenkt hat. Und die Heilige MAGDALENA, die schon in der alten Kirche den Ehrentitel erhielt "apostola apostolorum" (Apostelin der Apostel) schaut den Betrachter aus dem Bild heraus an. (Joh 20,18 "Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen.")

Propst Michael Feldmann