Walther Schindler, in Westönnen ein unvergessener Pädagoge
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Am 13. September 1919 wurde Walther Schindler in Neutitschein (Ostsudeten, heute Tschechien) unweit der Oderquelle, geboren. Nach dem Abitur und Studium fand er seine erste Anstellung als Lehrer in Kunewald im Kreis Neutitschein.

Nach Soldatenzeit und amerikanischer Kriegsgefangenschaft wurde er am 18. April 1946 aus der Gefangenschaft in den Regierungsbezirk Arnsberg entlassen. Schon am 29. April 1946 trat er an der "Katholischen Volksschule Westönnen" seinen Dienst als Lehrer an. Zunächst fand Walther Schindler Unterkunft bei der Familie Theodor Bause am Mawicker Weg. Nach der Eheschließung im Herbst 1946 zog er dann mit seiner Ehefrau Margarete in das Lehrerwohnhaus neben der Schule ein. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Walter *1947, Wolfgang *1950 und Annette *1958.

Der Schwerpunkt des Hobbyfotografen Walther Schindler im pädagogischen Wirken lag im musischen Bereich. Außer in der Klasse, in der er Klassenlehrer war, erteilte er noch in weiteren Klassen Unterricht in den Fächern Musik sowie Zeichnen und Werken. Schon bald gründete er in der Schule eine Instrumentalgruppe für Volksmusik, die er bis 1955 leitete. Ebenso begeisterte er Schülerinnen und Schüler für das Schnitzen von Figuren für das Puppentheater und das Spielen mit denselben.

Eine der Leidenschaften von Walther Schindler war das Basteln und Werken, was dadurch zum Ausdruck kam, dass er interessierte Schüler, im Keller der Schule, zum Bau von Modell-Segelflugzeugen und -Schiffen anleitete. Ein weiterer Beweis seines Könnens ist die handschriftliche Urkunde für das im Jahre 1957 errichtete Christophorusheim, die er angefertigt hat.

Dass Walther Schindler die Arbeit für und mit junge(n) Menschen wichtig war beweist die Tatsache, dass er von 1947 bis 1958, ehrenamtlich, neben seinem Beruf, als Jugendpfleger für den Kreis Soest tätig war.

Offensichtlich sah Walther Schindler seine berufliche Zukunft danach noch auf einem anderen Gebiet. Im Jahre 1959 begann er eine Weiterbildung an der Pädagogischen Akademie in Dortmund zum Sonderschullehrer, die er mit der Prüfung am 30. März 1960 erfolgreich abschloss. Die Folge war, Walther Schindler verließ Westönnen mit seiner Familie und trat am 1. April 1961 an einer Sonderschule in Siegen den Dienst an.

Von 1963 bis zu seinem Tod im Jahre 1980 hatte er an dieser Schule das Amt des Konrektors inne. Walther Schindler wurde auf dem Friedhof "Am Lindenberg" in Siegen beigesetzt.

Wenn heute nun mit diesem Beitrag an den unvergessenen Pädagogen erinnert wird, so hat dies eine besondere Bewandtnis. Der zweite Sohn Schindlers, Wolfgang, heute Zuhause in Wermelskirchen, hatte sich im Mai dieses Jahres in Westönnen auf Spurensuche seiner Kindheit befunden und dabei mehrere Fotos, Ansichten von Westönnen, die sein Vater als leidenschaftlicher Fotograf gemacht hatte, mitgeführt.

Durch Zufall entstand Kontakt zum Internetverein Westönnen online e.V., der natürlich ein besonderes Interesse an Bildern aus der Vergangenheit von Westönnen hat. Freundlicher Weise haben die Brüder Wolfgang und Walter (in Siegen beheimatet) Schindler bei einem weiteren Besuch in Westönnen dem Internetverein viele solcher Bilder und Dias zwecks Veröffentlichung im Internet überlassen.

Dafür sei diesen herzlich gedankt.

Ferdi Newe / Fotos: Familie Schindler