Westönner Pater Paul in Indonesien

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"Reichhaltige Spenden für Pater Paul"- so war kürzlich ein Artikel über den Westönner Redemptoristenpater Paul Hasler überschrieben. Mehr als 2000 Euro wurden ihm bei der Adventsfeier der kfd übergeben. Aber auch viele Westönner Privatleute unterstützen, gerade auch zur Weihnachtszeit, seit Jahren von der Öffentlichkeit unbeobachtet regelmäßig seine aufopferungsvolle Arbeit in Indonesien. Grund genug für WESTÖNNEN ONLINE einmal einige Hintergrundinfos zu geben.
Matthäus-Evangelium 28,19-20: "Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern, tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt."

Was sind Redemptoristen?
Mit vollem Namen heißen sie Congregatio Sanctissimi Redemptoris (C.Ss.R.): Gesellschaft des Heiligsten Erlösers. Ihr Name verweist auf den Redemptor (lateinisch, der Erlöser) Jesus Christus und beinhaltet ihren Auftrag: Wie Jesus und die Apostel sollen sie den Armen die Frohe Botschaft der Erlösung bringen.


Pater Paul

Der Ordensgründer war Alfons von Liguori aus Neapel (1696-1782). Heute leben und arbeiten Redemptoristen in über 60 Ländern der Erde.
2000 zählte die Gemeinschaft weltweit 5600 Mitglieder (Brüder, Studenten und Priester). In Deutschland gibt es zwei Ordensprovinzen: die Münchener und die Kölner Provinz. Der Kölner Provinz betreut die "Vizeprovinz" in Weetebula auf der indonesischen Insel Sumba. Deshalb auch die Tätigkeit von Pater Paul auf Sumba.

Das Wappen der Redemptoristen: 
"COPIOSA APUD EUM REDEMPTIO" - "BEI IHM IST ERLÖSUNG IN FÜLLE" (Psalm 130,8)
Pater Paul hat übrigens inzwischen sogar die indonesische Staatsbürgerschaft angenommen.
Indonesien und Sumba
Indonesien ist, gemessen an der Bevölkerungszahl, der fünftgrößte Staat der Erde und der größte islamische Staat der Erde. Die große Mehrheit der Bevölkerung bekennt sich zum Islam (Staatsreligion). Auf fünf Hauptinseln leben die meisten der rund 216 Millionen Einwohner. Daneben gibt es tausende kleiner Inseln. In Indonesien leben rund 300 verschiedene Völker. In jüngster Vergangenheit geriet das Land immer wieder wegen Unruhen zwischen Christen und Moslems und Unabhängigkeitsbestrebungen einzelner Volksgruppen in die Schlagzeilen.

Spendenkonto für Pater Paul:
Volksbank Hellweg, BLZ 414 601 16 
Konto 6500066904


Willkommenstanz auf Sumba


In Deutschland undenkbar...

Aber auch das gibt es auf Sumba: Ferienstrände für Wohlhabende. 

Auf den vielen kleinen Inseln dominieren andere Religionen als der Islam, auch der traditionelle Glauben.
Von den 500 000 Sumbanesen sind z.B. etwa 20 Prozent katholisch und 40 Prozent evangelisch. Etwa 40 Prozent gehören dem traditionellen Glauben an. Die Evangelisierung Sumbas begann 1889 mit den Jesuiten. mit mäßigem Erfolg, 1898 verließen die Jesuiten daher die Insel wieder. Erst die Steyler, die 1929 auf die Insel kamen, und die Redemptoristen, die 1957 folgten, verhalfen dem katholischen Glauben zum Durchbruch. Heute sind beide Orden auf der Insel tätig und haben durch ihre Arbeit erreicht, dass die Katholiken die am stärksten wachsende Religionsgruppe auf Sumba sind. Die Diözese Sumba besteht aus insgesamt 17 Pfarreien. Für die Seelsorge stehen ungefähr 50 Priester zur Verfügung, die Mehrzahl von ihnen Redemptoristen und Steyler Missionare. Hauptmissionsstation der Redemptoristen ist Weetebula im Westen Sumbas, wo sie z.B. neben einer Lehrwerkstatt für Schreiner auch ein Exerzitienhaus, dessen Leiter Pater Paul ist, unterhalten. In Katiku Loko befindet sich das Pastoral- und Sozialzentrum (Puspas). Neben der sozialen und karitativen Arbeit steht die Verkündigung des Evangeliums natürlich im Mittelpunkt der Arbeit der Redemptoristen auf Sumba. Im Pastoral- und Sozialzentrum sind Mitarbeiter damit beschäftigt, Wortgottesdienste, liturgische Hilfen, Arbeitsblätter für den Religionsunterricht und pastorale Beiträge vorzubereiten.
Die Sumbanesen führen einen entbehrungsreicher Kampf mit den Widrigkeiten der tropischen Natur. Obwohl sich die Situation der Menschen auf Sumba, nicht zuletzt durch die Misionstätigkeit, bereits deutlich verbessert habe, beträgt die Lebenserwartung nur 40 Jahre. Ein großes Problem ist die einseitige Ernährung. In der Zeit, in der es nur Reis gibt, kommt es oft zu Mangel- erscheinungen, die vor allem für Kinder tödlich sein können. Die Missionare des „Puspas“ haben den Leuten beigebracht, z.B. Avocados anzupflanzen. Diese vitaminreiche Frucht hilft, Mangelerscheinungen zu verhindern. Es wurde daher eine Kampagne initiiert, die zum Ziel hat, dass jeder Vater für seine Kinder jeweils einen Avocadobaum pflanzt. 


Kinder auf Sumba

Der katholische Glaube auf Sumba
In der Trierer Bistumszeitung Paulinus war mal ein interessanter Bericht über Pater Paul abgedruckt. Ein Mitarbeiter des Trierer Bistums besuchte Sumba und ging mit Pater Paul am Strand von Waikelo spazieren. Man traf auf vier Fischer. Drei der Fischer hatten biblische Namen, sie hießen Petrus, Markus und Lukas. Die Fischer, die die Sorge um das tägliche Brot auf das Meer trieb, baten Pater Paul um ein Gebet und den Segen für ihre gefährliche Arbeit. „Ich fühlte mich wie am See Genezareth, die Welt des Neuen Testaments war zum Greifen nah“, erinnerte sich der Besucher aus Deutschland begeistert. Was hinzukommt: „Im Gegensatz zu unserer Gesellschaft bedeutet katholisch zu sein auf Sumba, modern zu sein, fortschrittlich zu sein“, heißt es in dem Bericht weiter.


Fischer auf Sumba

Quellen: Internetseiten, insbesondere der Redemptoristen, und "Paulinus", Bistumsblatt Trier

Bericht : Franz Wegener