Fahren Sie vorsichtig, IMMER
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Seit geraumer Zeit und nahezu unbemerkt von der Bevölkerung, vollzieht sich ein enormer Wandel in der Strasse "Am Börn" im Bereich von der Strasse Auf'm Hackenfeld bis zur Abbiegung in den Wendehammer.

Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter waren hier nahezu unbekannt. Doch seit acht Jahren nimmt die Anzahl dieser Altersgruppe stetig zu. Gerade in den letzten Sommerferien stieg die Kinderzahl um fünf dazugezogene Kinder und ein Neugeborenes auf jetzt 14 Kinder unter 10 Jahren.

Da unsere Kinder nicht nur als Nachbarskinder untereinander, sondern auch mit anderen Westönner Kindern und Auswärtigen Kontakt haben, kommt es schonmal vor, daß nach der Schulzeit sich um die 20 Kinder "Am Börn" tummeln.



Diese quirlige Truppe sorgt immer wieder für Wirbel und hält nicht nur die Eltern auf Trab. Genau wie die Eltern und Großeltern, spielen unsere Kinder in ihrer Freizeit Spiele, wie Fangen und Verstecken. Sie fahren mit dem Lauf- oder Fahrrad, oder anderen Kinderspielgeräten, die sie auch nur auf dem Gehweg benutzen dürfen und leider, aufgrund von Gehwegparkern, nicht immer können. Unsere Kinder sind zwar ausgebildet am Verkehrsgeschehen teilnehmen zu können, und sie halten sich in der Regel auch daran, aber in ihrem Spieltrieb sind sie nicht immer in der Lage sich 100 %ig verkehrsgerecht zu Verhalten, sodaß immer wieder gefährliche Verkehrssituationen entstehen.

Der Bereich des "Börn" zwischen der Strasse Auf'm Hackenfeld und der Abbiegung in den Wendehammer ist zudem auch noch großzügig ausgebaut, sodaß viele motorisierte Verkehrsteilnehmer die hier zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h schnell vergessen. Ebenso achten nur wenige Verkehrsteilnehmer darauf ihre Geschwindigkeit beim Auftreten von Kindern am Strassenrand drastisch zu senken, wie es die Strassenverkehrsordnung vorsieht (bei den vorbildlich handelnden Mitmenschen möchte ich mich hier besonders bedanken) Würden sich alle Verkehrsteilnehmer an die rechtsgültigen Regeln halten, dann wäre mein Leserbrief an die Westönner Bevölkerung und deren Besucher nur ein erfreulicher Hinweis, daß, im Gegensatz zum Trend in der Bundesrepublik Deutschland, die Kinderzahl in dieser Strasse enorm gestiegen ist.



Nicht alle Verkehsteilnehmer wissen mit dieser "neuen" Verkehrssituation Am Börn umzugehen, da in diesem Maße bisher keine Kinder vorhanden waren, die aktiv am Verkehrsgeschehen teilnahmen und dem Drang schnell von A nach B zu kommen hinderlich waren. Deshalb eine Bitte an alle Verkehrsteilnehmer sich an die Verkehrsregeln zu halten, die nicht dazu dienen selbstgewählte Freiheiten einzuschränken, sondern zur Sicherheit im Strassenverkehr aller Menschen aufgestellt worden sind.

Im Besonderen sei hier nochmals auf drei Punkte hingewiesen:
1.) Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h in ganz Westönnen
Ausnahmen:
Adenauerstrasse, da verkehrsberuhigte Zone: -> SCHRITTGESCHWINDIGKEIT und
"Breite Strasse", die einzige Strasse in Westönnen, in der Geschwindigkeiten bis 50 km/h zugelassen sind, sofern es die Verkehrssituation erlaubt!

2.) Schrittgeschwindigkeit in verkehrsberuhigten Zonen,
hier ist die Adenauerstrasse zu nennen. Schrittgeschwindigkeit ist, wie das Wort schon besagt, die Geschwindigkeit, die ein Fußgänger im Schritttempo zurücklegt, in der Regel 5 km/h, meist langsamer.
Die Schrittgeschwindigkeit ist einfach festzustellen: Das Fahrzeug bewegt sich, die Geschwindigkeitsanzeige nicht. Versuchen sie es bitte mal selbst.

3.) Gehwegparker
Leider ein sehr unrühmliches Kapitel, da gerade diese Verkehrsteilnehmer darauf bedacht sind, nicht den Schwächsten unserer Gesellschaft zu helfen, sondern den Verkehrsfluß so groß wie möglich zu halten. Und ihr Verhalten als Kavaliersdelikt abtun, was es bei weitem nicht ist. (Oder Angst haben, durch Parken auf der Strasse, oder an Engstellen könnte das geliebte, teure Auto in Mitleidenschaft gezogen werden. Ich möchte hier niemandem zu Nahe treten, aber zum Nachdenken anzuregen wird doch erlaubt sein).



Zur Erinnerung, die Schwächsten unserer Verkehrsgesellschaft sind:
  • Kinder, die bis zum achten Lebensjahr nur den Gehweg zufuß oder mit dem Fahrrad nutzen dürfen,
  • Eltern mit Kinderwagen und
  • Rollstuhlfahrer jeden Alters, sowie
  • ältere Mitbürger, denen es ermöglicht wird, mit ihren fahrbaren Gehilfen, wieder am alltäglichen Leben teilzunehmen.


Ich möchte noch einen technischen Hinweis für die Gehwegparker mit auf den Weg geben. Durch das Herauf- und Herunterfahren über höhergelegte Bordsteinkanten wird die Karkasse (Stützgerüst des Reifens) ihres Fahrzeugreifens nicht nur in Mikrobereichen, sondern mitunter bei der ersten Bordsteinberührung derart geschädigt, daß schon Geschwindigkeiten, wie sie auf Bundesstrassen zulässig sind, ausreichen, um zu Reifenplatzern und schweren Unfällen zu führen.

Deshalb nochmals die Bitte das eigene Verhalten im Strassenverkehr zu überdenken, um ein sicheres und frohes Miteinander in unserer Gesellschaft zu erreichen. In diesem Zusammenhang möchte ich auch an ihre Zivilcourage appellieren. Seien Sie nicht scheu, sondern weisen Sie freundlich ihre Mitmenschen auf ein Fehlverhalten hin. Nur wenn alle an einem Strang ziehen, wird ein vernünftiges, friedliches Miteinander möglich sein. Wie heißt es samstags immer auf WDR 2?:

"Fahren Sie bitte vorsichtig, IMMER!"

In diesem Sinne

Andreas Schulte
Am Börn 2
59457 Werl