Der Kuhstallweg
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Wie ein Problem ein anderes schuf...

Am Anfang war da die Frage an einen in der Runde, wo man denn in diesem Jahr in Westönnen gut und ergiebig Äpfel für den alljährlichen Apfelwein pflücken könne. "Geht doch in den Kuhstallweg!", bekamen wir zur Antwort. "Da sind die Bäume richtig voll!". Den was bitte? Nach einer kurzen Erklärung war auch uns dann klar welcher Weg gemeint war. Und der Tip war wirklich gut. Prallgefüllte Apfelbäume am kompletten Wegesrand. Mit verbundenen Augen hätte man hier ernten können. Schnell waren unsere Leinensäcke gefüllt. Nachdem nun dieses Problem gelöst war, tat sich für mich ein anderes auf. Die quälende Frage nämlich: Warum nur heisst der Kuhstallweg Kuhstallweg?



Der Kuhstallweg befindet sich fast in Parallele zum bekannten Heideweg. Er beginnt wenige Meter vor dem Regenrückhaltebecken und verläuft von dort in einem leichten Bogen bis zur Autobahn. Dort stösst er auf den Weg, der Heideweg und Erdbeerweg verbindet. Dies ist dann sein vorläufiges Ende.

Doch wie ist er entstanden oder woher hat er seinen Namen? Im Heimatbuch Westönnen befindet sich im Buchdeckel eine Karte der Gemarkung Westönnen aus dem Jahre 1828. Dort finden wir den Kuhstallweg als Linie aber ohne Namen eingezeichnet. Auch in dieser Karte beginnt er am Heideweg und endet, da es ja noch keine Autobahn gab, an der Gemarkung Gerlingen und somit am Ende der Feldflur Westönnen.



Südlich von Westönnen befand sich in früheren Jahren eine Heidelandschaft. Der Name Heideweg hat, nebenbei bemerkt, genau daher seinen Ursprung. Diese Heide diente den Schweinhirten früher, wie auch Westhues in seinem Heimatbuch zu berichten wusste, als morgenliches Ziel. Ganz am Ende des Kuhstallweges ist auf der Karte eine Parzelle mit Namen "Im Kuhstall" eingezeichnet. Diese Parzelle könnte nun eine Wiese gewesen sein, auf der vornehmlich Kühe gehütet wurden. Und daher wahrscheinlich auch der Name des Weges.

Der Weg wird ein hohes Alter haben, da er ja schon in der genannten Karte zu finden ist. Er unterscheidet sich durch seinen leichten Bogen von den geraden Separationswegen, die erst wesentlich später entstanden sind. Ob er zum Zeitpunkt der Kartenerstellung auch schon Kuhstallweg hieß, ist nicht bekannt aber sehr wahrscheinlich.

Manfred Zeppenfeld