Besuchersonntag Bruchausen
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Das Lager neigt sich dem Ende, Petrus scheint die Gebete der Teilnehmer nun doch noch erhört zu haben: Pünktlich zum Besuchersonntag nämlich schien die Sonne über dem sauerländischen Bruchhausen.

Für diesen Tag hatten die 150 Kinder ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet, dass den Eltern am Nachmittag in der Bruchhauser Schützenhalle vorgeführt werden sollte. Vorher allerdings gings in die Kirche des Dorfes, wo sich Kinder und Eltern dann zum ersten Mal nach zehn Tagen wiedersahen. Nach einer Messe, gehalten vom Westönner Präses Gotthardt Spannenkrebs, zog man dann, begleitet vom Westönner Spielmannszug, gemeinsam in die Halle.

Dort warteten Speis und Trank und das vorbereitete Programm. Die Kinder hatten hier die Talkshow "Moni am Mittag" und eine Modenshow vorbereitet, in der solch ausgefallene Kreationen wie "Russischer Sommer" oder "Erotik Pur" präsentiert wurden. Andere Gruppen führten "Wetten, dass?" oder verschiedene Tanzvorführungen auf. Zwei Höhepunkte waren die beiden Gesangsdarbietungen: Die erste hatten die "Kickstarter" vorbereitet, die unter dem Bandnamen "Crazy Ducks" auftraten. Hier saßen eine Horde als Enten verkleideter Kinder auf der Bühne, um den Evergreen unter den Kinderliedern, "Alle meine Entchen", über die Melodie von "We will rock you" zu singen. Der zweite "Gesangsverein" waren die Betreuer, die ihr Lied vom "Lageraufstand in Bruchhausen" zum Besten (bzw. Bestmöglichen) gaben. Besungen wurden hier, auf sehr sarkastische Art und Weise, die Probleme und Gedanken der gestressten Erwachsenen.

Ein weiterer Punkt war die Verabschiedung von Pastor Gotthardt Spannenkrebs, der das Ferienlager einst ins Leben gerufen hatte. 1987/88 war man mit damals noch rund 80 Kindern und Jugendlichen losgezogen. Das diesjährige Lager mit insgesamt knapp 180 Beteiligten war seitdem das erste, bei dem er nicht mitwirkte. So wurde ihm gestern für sein großes Engagement in dieser Angelegenheit gedankt und alles Gute für seine Arbeit in seiner neuen Wirkungsstätte Sundern Westenfeld gewünscht. Dort wird er ab dem Mai nächsten Jahres tätig sein.

Zehn Tage haben die Kinder und ihre Betreuer nun im Sauerland schon verbracht und viel erlebt. Zwar spielte das Wetter nicht immer mit, der Lagerkoller konnte sich zum Glück aber trotzdem nicht ausbreiten. So gelang es der Lagerleitung immer, trotz der Witterung fast das gesamte im Vorfeld geplante Programm durchzuziehen. So konnte glücklicherweise auch das Highlight jedes Ferienlagers, das große Waldspiel, stattfinden. Zwar mit einem Tag Verspätung und auch nicht unbedingt sehr trockenen Fußes, aber immerhin konnte es stattfinden. Schade nur, dass sich hier viele nicht immer an die Spielregeln hielten.

Am Mittwoch treten die Westönner den Heimweg an, bis dahin stehen noch ein Stationslauf und ein Besuch der Karl May Festspiele in Elspe an. Sollte Petrus weiterhin so gute Laune haben wie am Sonntag, wird sich das sicher auch auf die Kinder übertragen. Schließlich sind Winnetou und Old Shatterhand triefnass bestimmt nur halb so beeindruckend wie bei strahlender Sonne.

Phillip Fidler / Fotos: Manfred Zeppenfeld