Daniel Spiekermann zum Westönner Schützenfest
Zurück

Schützenfest aus Müscheder Sicht


Das unser Schützenfest nicht nur den Westönnern gefällt ist hinlänglich bekannt. Und das einer der Gründe dafür aus Müschede kommt, weiss auch jeder. Denn 30 Jahre ist er mittlerweile dabei - der Müscheder Musikverein. Der Webmaster der vereinseigenen Homepage http://www.musikverein-mueschede.de hat aus diesem Anlass einen wirklich gelungenen "Augenzeugen-Bericht" von unserem schönen Fest geschrieben. Die Fotos dazu stammen von Andre Krick. (MZ)

Schützenfest in Westönnen vom 28.3.2001 - 30.3.2001
Im mittlerweile 30.tem Jahr (seit 1971) spielt der Musikverein als Festkapelle auf dem Westönner Schützenfest. Auch dieses Jahr war das Schützenfest wieder ein voller Erfolg. Wie jedes Jahr ging es Samstag mit dem Gang in die Kirche los, wo dieses Jahr der Präses ebenfalls ein Jubiläum feierte, Pastor Spannenkrebs hatte sein 40. Priesterjubiläum. Nach der Messe geht es in Westönnen zurück zur Halle, um dort den Vogel abzuschießen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, ein Gewehrhalter war in der Erde durchgerostet und brach bei der ersten leichten Berührung ganz frech ab, ging es los. So lieferte sich der König Martin Wulf an nur einem Gewehr mit sich selbst einen spannenden Kampf und holte den Vogel mit dem 251. Schuß herunter.



Hiernach gab es für das gesamte Orchester erstmal eine Stärkung in Form von Zigeunerschnitzeln mit Pommes, somit ist Westönnen das einzige mir bekannte Schützenfest, welches die ganze Festkapelle mit warmen Essen versorgt, und das ist auch gut so. Nach dieser Stärkung ging es wieder hinaus zur Königsproklamation und diversen Ehrungen. So endete der offizielle Teil für die meisten der Musiker, aber viele blieben noch um der Tanzmusik zuzuhören, Kontakte zu pflegen oder auch nur um ein, zwei, dreizehn Bier zu trinken. Die Tanzmusiker hingegen spielten bis 0.00 Uhr in ihrer großen Besetzung, bis sie von der kleinen Besetzung abgelöst wurden. Diese brachten das Westönner Volk und die vielen zugereisten Müscheder Fans so in Wallung, dass so manch einer von ihnen am Ende auf dem Allerwertesten saß. Es war Hausi. Aber auch dieser Abend musste einmal sein Ende nehmen und so ging es gegen 3.00 Uhr gen Heimat.



Am Sonntag ging es um 13.45 Uhr wieder in Richtung Westönnen, wo der große Festzug mit anschließender Parade auf dem Sportplatz auf dem Plan stand. Bei brütenden Temperaturen mußte das Orchester 5x den Petersburger Marsch spielen, bis letztlich alle vorbeigezogen waren. Hiernach ging es für die Stimmungsmusik zurück in die Halle, wo dann Märsche, Walzer oder Polkas zum Besten gegeben wurden. Hierbei erhielten wir Unterstützung vom Jugendspielmannszug und von der Einigkeit, dem Spielmannszug Westönnens. Nach dem Kindertanz und einer Stärkung stand das Highlight des Schützenfestes auf dem Programm: der große Zapfenstreich. Von Marion und Ingo fehlerlos vorgetragen, brach am Ende tosender Applaus aus. Nur unter mehreren Zugaben schaffte es der Musikverein nach draussen zu den Bierständen, um dort einige Stücke aus- wendig vorzutragen.



So endete der zweite Tag mal wieder für alle Nichttanzmusiker eher als für die Tanzmusiker. Diese nämlich spielten noch bis 1.30 Uhr für das Könisgspaar, den Hofstaat und für das Westönner Volk. Nach diesem Abend ging es für die Tanzmusiker zurück in die Heimat, bis auf 4 Musiker, die sich ein Quartier in Westönnen und Umgebung gesucht hatten. Ich bedanke mich noch mal ganz herzlich bei Ferdi Kerkhoff und seiner Frau, die mich aufnahmen und aufs Beste versorgten, auch wenn ich keinen Schnaps mehr getrunken habe, es gab ja genug warnende Stimmen. Udo hingegen schlief, mehr oder weniger ausreichend, bei Judith vom Jugendspielmannszug, die ihrerseits aber durchmachte, um dann um ca. 5.30 Uhr bei Ferdi in Oberbergstraße vor der Tür zu stehen und ein Ständchen zu spielen, danke, sehr nett. Nur für den Fall, dass sich die Gelegenheit nächstes Jahr wieder ergibt, dann stehe ich auch draussen.



Nun ja, Udo sah am gleichen Tag nicht wirklich frisch aus (verständlich, wenn man in der Sektbar versackt, sich dann an Bacardi Cola wieder hochzieht, und zu guter letzt noch ein bißchen mit der Pauke spielt. Udo weiß, was ich meine, Judith vielleicht auch), aber ich schweife ab.
Udos Aussehen hielt ihn nicht wirklich davon ab, am nächsten Morgen mit Andre, Thomas, Uli, Christian und meiner Wenigkeit einen am Ende doch recht ansehnlichen Gläserturm zu bauen. Höhe bevor er umfiel etwa 1.70m, danach eine Länge von 2.30 m, es waren an die 70 Gläser, so genau weiß ich das nun leider nicht mehr. Ach ja, das Ganze fand beim großen Konzert am Montagmorgen statt.
Nach dem Mittagessen, auch wieder sehr lecker, gingen einige wie jedes Jahr zur Bömmelburg, wo für uns wieder alles bestens hergerichtet worden war: Kaffee und Kuchen, Planschbecken, Wasser, Bier, Liegestühle und vieles mehr. Vor allem das Planschbecken sorgte für Belustigung, weil man sich nie so ganz sicher sein konnte, dass man nicht gleich eine Ladung Wasser abkriegen würde. Einen Spaß daraus machte sich Ulrike, die meinte mal die halbe Menschheit naß spritzen zu müssen. Aber ein Rächer in Uniform, namens Bastian Keil, nahm Rache und sorgte dafür, dass Ulrike ein wenig schneller als alle anderen zurück zur Halle mußte. War wohl doch etwas naß, das Ganze. Nach dem Spaß begann für uns aber wieder der Ernst, und der Festzug mit Parade stand auf dem Programm. Große Veränderungen zum Vortag gab es nicht, deshalb spare ich mir mal die erneute Schilderung.

Nach dem Königs- und Kindertanz und anschließendem Auswendig spielen war wiedermal ein Schützenfest für die meisten von uns gelaufen, es blieben die Tanzmusiker um nochmals Stimmung ins Volk zu bringen, was auch vollkommen gelang. Mittlerweile unsere Spezialität, ist ja das Lied von den 2 kleine Wölfen, welches wir seit Rumbeck im Programm haben. Auch hier konnten wir wieder den gesamten Hofstaat, die Einigkeit und allem was sonst noch auf der Bühne stand zum Mitsingen bewegen. Hiernach war für die große Besetzung fast Feierabend, nach einer kurzen Serie und fast 40 Stunden Musik in den Knochen oder besser in den Lippen, war es dann geschafft.



Die kleine Besetzung um Frontmann und Sänger Ingolf, Sängerin Sandra, Gitarristen Jens, Bassisten Udo, Schlagzeueger Andre und den beiden Keyboardern Thomas und Jan spielte noch bis 2.30 Uhr plus einige Zugaben. Jan muß man nochmals extra erwähnen, denn er hatte in Westönnen seinen letzten Tanzmusikauftritt. Ja, ihr Westönner, darauf könnt ihr stolz sein. Er wird sich jetzt mehr der Nahrungsmittelbeschaffung im Hause Jäger widmen. Er will den Jagdschein machen, wenn das genauso gut klappt wie manchmal seine Keyboardkünste, dann, muß ich ganz ehrlich sagen haben die Tiere nicht das meiste zu befürchten, und die Jägers müssten wohl verhungern, wenn es nicht Supermärkte gäbe. Nein. Das Ganze ist nur ein Spaß, aber wer E-Dur mit C-Dur verwechselt, sind ja auch nur 4 Kreuzchen, der muß sich ein bißchen Hohn und Spott gefallen lassen.
Aber auch dieser Abend endete einmal und unter Tränen(?) und Taschentuchgewinke seitens der Westönner ging es für die übriggebliebenen Musiker gen Heimat. Einige Hartgesottene trafen sich dann noch in der Müscheder Schule um das letzte Bierchen zu trinken und dann in Richtung Bett zu verschwinden.

Alles in allem war es, wieder einmal, ein völlig gelungenes Schützenfest, ich denke von beiden Seiten aus und ich freue mich schon auf das nächste, das 31. Jahr in Westönnen.

Daniel Spiekermann