Bau und Kunstdenkmäler
in Westönnen
Nach einem
100jährigen Buch

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Das hier angesprochene Buch wurde schon in einem früheren Artikel - Geschichte von Westönnen aus einem 100jährigen Buch - genannt.
Auf einer Seite ist die Geschichte unseres Dorfes kurz dargestellt und auf der zweiten befindet sich ein "Denkmäler-Verzeichniß der Gemeinde Westönnen".
Und wo gibt es in Westönnen die großen Kunstschätze?
Das mag das Buch beantworten. Der Titel heißt:
"Die Bau-und Kunstdenkmäler von Westfalen". Es wurde von A. Ludorf, einem Königlichen Baurath und Provinzial-Konservator bearbeitet und erschien im Verlag Ferdinand Schöning 1905 in Münster.
Dort ist zu lesen:
Dorf Westönnen
10 Kilometer westlich von Soest

Kirche, katholisch, neu (Weiter wird zu der Kirche nichts gesagt; sie war, wie wir wissen, zu der Zeit nicht so schön wie heute.)
Monstranz, gothisch und Renaissance, von Silber, vergoldet: Fuß sechstheilig;
Knauf mit sechs vorstehenden Knöpfen und Maßwerk;
Filialenaufbau mit Figuren. 66 cm hoch.
(Von der Monstranz ist sogar eine Abbildung vorhanden. Zu der Geschichte werden keine Angaben gemacht. Die war wohl nicht bekannt.)
Vortragekreuz, Spätrenaissance, roh: von Silber; mit Inschrift: Pro ecclesia parochiali s. caeciliae in Westönnen fecit n. hausier an 1703 24 juny. 66 cm hoch, 40 cm breit.
(Deutsch: Für die Pfarrkirche Sankt Cäcilia in Westönnen ist das Vortragekreuz n. Hausier gemacht im Jahre 1703, am 24. Juni.)


Aus dem Buch von 1905

Aus dem Heimatbuch von 1966
4 Glocken mit Inschriften: (Die Inschriften werden genannt.)
In unserem Kirchturm hängen heute sieben Glocken: Hier sind die vier alten Glocken gemeint, die wegen ihres Alters in den beiden großen Kriegen nicht eingeschmolzen wurden.
Sie stammen aus den Jahren 1597, 1671, 1671 und 1749.
Die genaue Geschichte des Vortragekreuzes war den Schreibern des oben genannten Buches wohl auch nicht bekannt. Vor drei Jahren, im Jahre 2003, erschienen vor dem Fest Fronleichnam zwei Artikel im Anzeiger, die sich mit unserem Kreuz befassten. Ein Artikel ist mit "di" gezeichnet, der ausführlichere mit " Klaus Tomicek". Auf die Mitarbeit von Heinrich Josef Deisting wird verwiesen.
Dem damaligen Pfarrer Gotthard Spannenkrebs waren die Artikel so wichtig, dass er in seiner Predigt am Fronleichnamstag darauf hinwies.
Das Kreuz war damals schon 300 Jahre alt, und so lange ich denken kann, wurde es nicht geschont. Immer wieder wurde es bei vielen Anlässen benutzt.
Wichtige Informationen aus den Zeitungsartikeln:
"Es ist das einzige noch existierende Kunstwerk einer bedeutenden Kölner Goldschmiede - Familie namens Hausier". Aus Punzzeichen am Kreuz ist zu erkennen: "dass es wohl am
24. Juni 1703 dem damaligen Westönner Pfarrer Melchior Linnemann zu dessen
25-jährigen Priesterjubiläum übereicht wurde".
Aus kirchlichen Unterlagen ist zu erfahren, "dass das Kreuz für 85 Reichstaler (etwa vergleichbar mit 6400 Euro) erworben wurde".

Die alte Montranz wird zu feierlichen Anlässen auch heute noch benutzt
Friedrich Schleep