Zwei alte Altarbilder
Nur den älteren Bürgern können sie noch bekannt sein

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Am Morgen des Karsamstag, am 15.April 2006, wurden von fleißigen Helfern zwei alte Altarbilder an der Wand unter der Orgelbühne
aufgehängt. Die Bilder waren fast vergessen, aber sie lagen viele Jahre unbeachtet auf dem Boden der Kirche.
 
Die alten Altarbilder nach ihrer Restaurierung
       
Die Bilder, als sie noch Bestandteiler der alten Altäre waren.
Man beachte den herrlichen alten Leuchter, der über dem Mittelgang der Kirche hing.
Wo ist er geblieben ?

Der Pfarrbrief zum Osterfest 2006 sagt dazu:
"Die Bilder der früheren Seitenaltäre werden jahrzehntelangem "Exil" auf dem Dachboden unserer Kirche und nach nun erfolgter gründlicher Restaurierung zum Osterfest unter der Orgelbühne gemäß Abstimmung zwischen KV und PGR aufgehängt. 1875 und 1876 wurden das Marienbild und die Taufe Jesu von dem ggf. aus Dortmund stammenden Kirchenmaler "F.(erdinand?) Laudage", der bedauerlicherweise nicht im vielbändigen Künstlerlexikon Thieme-Becker zu finden ist, für die Westönner Kirche gemalt. Einige Jahre vorher hatte Laudage für eine andere Kirche unseres Erzbistums gearbeitet: ebenfalls eine Taufe Christi, in weitaus barockeren Formen als in Westönnen, wurde für die Pfarrkirche St.Johannes Bapt. in Rüthen-Langenstrasse zwischen 1845 und 1862 angefertigt."
Am zweiten Ostertag vor dem Festhochamt wurden die beiden Bilder durch Propst Michael Feldmann gesegnet. In einer kurzen Ansprache gab er eine Deutung der Bilder:
Die hl. Maria vernahm die Anrufung Gottes, bejahte sie und richtete ihr Leben danach aus. Der hl. Johannes wurde ebenfalls berufen und gab seine Anrufung an seine Jünger und seine Zuhörer als Rufer in der Wüste am Jordan weiter.
Und wann wurden die Altarbilder auf den Dachboden verbannt? Wenn man der Festschrift der Pfarrkirche glauben darf, die zu ihrem 150 jährigen Bestehen erschienen ist, ist das ganz einfach. Ihr Titel heißt: "Pfarrkirche St. Cäcilia Werl-Westönnen 150 Jahre.
"Das Heft erschien 1973. Danach geschah im Jahre 1947 folgendes: "Ausmalung der Kirche (Kirchenmaler Hans Steinhage, Werl), neue Turmuhranlage, neue Fenster, von den Seitenaltären mußte der Holzaufbau entfernt werden - wegen zu starken Wurmbefalls"


Die Kirche nach der Ausmalung durch Hans Steinhage .
Man muss Zweifel anmelden, ob so kurze Zeit nach dem Kriege und vor der Währungsreform so große Arbeiten durchgeführt werden konnten. Steinhage hat die Kirche ausgemalt; daran besteht kein Zweifel:
Vorher mussten die Altäre abgebaut werden. Nur, war das schon 1947 möglich?
Zum Holzwurmbefall: Der Schreiber war beim Aufhängen der Bilder anwesend. Holzwurmbefall in den Bilderrahmen ist ihm nicht aufgefallen.
Sollten die Holzwürmer so pietätvoll gewesen sein, dass sie zwar den Altar zerfressen haben, aber die Bilder des Altares verschonten?
Friedrich Schleep