Einige runde Gedenk- und Feiertage 2004

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2004 hat begonnen- Grund genug mal Ausblick zu halten, welche runden Rückblicke uns dieses Jahr beschert. Besonders hervorzuheben: Die Gründung des MGV 1854, die Gründung der "Genossenschaft" 1924  und der Bau der Schulgebäude 1904 und 1964.

1444, also vor 560 Jahren, begann die "Soester Fehde", die in der ganzen Gegend -auch in Westönnen- zu Räubereien, Plünderungen und Brandstiftungen führte. 
Hintergrund: Im 14. und 15. Jahrhundert errang die Stadt Soest die Herrschaft über 48 Dörfer der Soester Börde. 1444 beschloss die Bürgerschaft von Soest , sich vom Erzbischof in Köln loszusagen und sich unter einen neuen Stadtherrn, den Herzog von Kleve-Mark, zu begeben.  So sagte Soest um 1444 dem Erzbischof von Köln den Krieg an mit dem berühmten Fehdebrief:
"Wisset, hochgeborener Fürst, dass wir, Bürgermeister, Rat, Gilden, Ämter, Bruderschaften und die ganze Gemeinde der Stadt Soest Euer Feind geworden sind und Euch und den Euern vermittelst dieses Briefes aufsagen, weil wir den hochgeborenen Junker Johann, den ältesten Sohn von Kleve und von der Mark, lieber haben als Euch und die Euren....."
1448 ist die Fehde vorbei; der Streit endete 1449 aufgrund burgundischer Vermittlung im Schiedsspruch von Maastricht - Soest kam wie gewünscht zu Kleve.
Westönnen jedoch verblieb beim Erzbistum Köln. Seit dieser Zeit gibt es eine deutliche territoriale Grenze zwischen dem zu Soest gehörenden Ostönnen einerseits und dem Kirchspiel Westönnen andererseits. Als Soest schließlich 1531 mit seinen 48 Dörfern evangelisch-lutherisch wurde, war auch eine konfessionelle Spaltung zwischen dem Kirchspiel Westönnen und Ostönnen eingetreten. 
Die Chronik berichtet übrigens, dass die Soester im Vorfeld der Fehde 1441 auf der Westönner Kirmes (ja, die hatte Westönnen damals!!!) eine Keilerei anfingen. Jedenfalls bildet diese Westönner Keilerei sogar den 13. Anklagepunkt in einer Klageschrift des Kölner Erzbischofs .

1624 wird die St. Sebastianus- Schützenbruderschaft  gegründet- 380 Jahre, ein stolzes Datum. Daran wird man sich erinnern können, wenn Westönnen am 24.Juli  sein Schützenfest feiert.


380 Jahre Schützenbruderschaft

1744: Der Pfarrer von Westönnen, Johann Ludgerus Plenker, beobachtete einen Kometen. Vielleicht gibt es für Pfarrer Spannenkrebs in diesem Jahr wieder eine solche Gelegenheit.
Die Kirche in Westönnen ist der hl. Cäcilia geweiht, das Patronatsrecht hatte denn auch bis zu seiner Auflösung 1794 das Cäcilienkloster in Köln.

1854 wurde vom Bauer Kerkhoff eine Rübenkrautfabrik gegründet, die bis  1910 bestand. Wer's nicht weiß: Das Rübenkraut ist ein dunkel-brauner, durch das Einkochen von Zuckerrüben hergestellter Sirup. Bei der Herstellung des Rübenkrautes, das Lösen der süßen Bestandteile aus Rübenschnitzeln durch das Pressen gekochter Rübenschnitzel, werden alle löslichen Stoffe der Rübe extrahiert. Dieser Saft wird gefiltert und weiter eingekocht bis ein Kraut mit einer Mindesttrockensubstanz von 78% entsteht, das bei 18 Grad ausreichend streichfähig ist. Rübenkraut wird übrigens zum Glück nicht durch die EU-Konfitüren-Verordnung erfasst, sondern ist nur durch das deutsche Lebensmittelgesetz geregelt. Gut zu wissen! Man nahm es früher sehr häufig als süßen Brotaufstrich, als Backzutat für z.B. Pumpernikel (Schwarzbrot) , als Kochzutat oder auch als Beilage zu Reibekuchen.
Es gibt übrigens Rübenkraut bei Sauern immer noch zu kaufen, wenn auch nicht aus Westönnen. Vielleicht probiert es der eine oder andere in Gedenken an diese Westönner Fabrik  in diesem Jahr auch mal wieder.

Am 16.5.1854 wurde der der Männergesangverein "Cäcilia"  gegründet.  

 

Deshalb findet am 14./15.5.2004 das Kreissängerfest in Westönnen statt.

Bis 1845 wurden die Toten rund um die Kirche bestattet. Ab 1845 wurden keine Grabstellen auf dem Kirchhof mehr angelegt. Es wurd ein neuer Friedhof angelegt (heutiger Platz am Ehrenmal), der noch bis ca. 1920 genutzt wurde. 
1874:
Ein neuer Friedhof -unser heutiger Friedhof- wird "auf dem Grummel"  angelegt. 

 
Gleich zwei Jubiläen feiert unsere Schule: Am 19.März 1904 wurde der Grundstein für ein neues Schulgebäude gelegt (heute die "Alte Schule"), und 1964 wurden die heutigen neuen Schulgebäude errichtet.

Schon mal vormerken: Am 26. Juni 2004 feiert unsere Schule aus diesem Anlass ihr Schulfest!

19.3.1904: Grundsteinlegung eines neuen Schulgebäudes

1914-1918: Vor 90 Jahren brach der Erste Weltkrieg aus- es starben 77 Einwohner aus dem Kirchspiel Westönnen. Wenn man sich das vorstellt, immerhin fast 4 heutige Schulklassen...  . 
Übrigens: am 6.Juni 1944 begann die Landung der Alliierten in der Normandie während des Zweiten Weltkrieges, die das Ende des Krieges und auch die Befreiung Deutschlands und Westönnens von der Nazi-Diktatur beschleunigte. Genug Nazis gab es ja leider auch in Westönnen. Im Zweiten Weltkrieg starben übrigens 192 aus dem Kirchspiel Westönnen-  in der Menge alle heutigen Schüler unserer Grundschule.  

1924: Gründung der Bäuerlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft Westönnen

1954 wird der mitten durch Westönnen führende Westönner Bach -leider- verrohrt und begonnen, die Bachstraße als richtige Straße auszubauen, im nördlichen Teil -von Prünte bis zum Sportplatz- war sie bis dahin nur ein Fußweg gewesen (Bild links).

1964 wird ein neues Schulgebäude gebaut, am 23.9.1964 eingeweiht.

21.8.1964: Zweigstelle der Sparkasse Werl wird eröffnet

Vor 40 Jahren kam eine Zweigstelle der Sparkasse nach Westönnen, seit einigen Wochen ist sie auf dem Hof Hagen untergebracht. Im Gegensatz zur Volksbank, wo es noch persönliche Ansprechpartner gibt, ist die Sparkassenfiliale aber heute nur noch mit leblosen Automaten besetzt. 

10.1964: Einweihung einer Leichenhalle auf dem Friedhof

Bericht: Franz Wegener