Wiederverbreitung der Schlüsselblume in Westönnen

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Die Schlüsselblume ist in unserer Landschaft selten geworden. Nach meiner Erinnerung war sie bis ca.1965 bei uns in den Loher Wiesen, hauptsächlich in der Nähe des Siepenbaches, zu finden. Danach haben aber leider auch dort die sich ändernden Verhältnisse zu ihrem Verschwinden geführt. Doch ist es uns gelungen, diese schöne, den Frühling einläutende Blume, wieder zu einer recht bemerkenswerten Verbreitung zu verhelfen. 

Als ca. Zehnjähriger, der besonderes Gefallen an dieser Blume gefunden hatte, holte ich ca. 5 Blumen aus den Loher Wiesen und pflanzte sie in unseren Garten. Von dort verbreiteten sie sich ohne menschlichen Einfluss auf unserem Öko-Rasen, hauptsächlich unter unseren mächtigen Walnussbäumen, und zwar in einer derartigen Bestandsdichte, wie ich sie selbst in früheren Zeiten in den Loher Wiesen nicht angetroffen hatte.

Das mag wahrscheinlich folgende Gründe haben: 
Wenn die Bäume die Nüsse abwerfen, wird unser Öko-Rasen letztmalig
gemäht. Das danach noch abfallende Laub wird nicht beseitigt. Dies scheint die Waldschlüsselblume, auch Hohe Primel gen. (Primula elatior), zu lieben. Sie tritt in freier Natur an feuchten Waldstellen und angrenzenden Wiesen oft zusammen mit der Gemeinen Primel (Primula officinalis, mehr in Wiesen) auf. Diese beiden Arten sind schwierig zu unterscheiden. Möglicherweise sind beide Arten bei uns vertreten. Ich bin da nicht sicher, aber es sprechen einige Anzeichen dafür. 

Die Gemeine Primel soll ca. 14 Tage später und etwas dunkler gelb blühen. Die Farbe der Waldschlüsselblume ist mehr weiß- oder schwefelgelb. Diese beiden Unterschiede meine ich beobachtet zu haben.
Interessierte können gerne bei mir vorbeischauen und sich an der Pracht der Blüte,
dessen Höhepunkt jetzt anzutreffen ist, erfreuen.

 

Bericht: Philipp Kerkoff, Fotos: Franz Wegener